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20.03.2010, 17:59

Mailand-San Remo: Cavendish ohne Chance - Gerdemann überzeugt

Freire bleibt im Rhythmus

2004, 2007 - 2010: Oscar Freire hat zum dritten Mal den Klassiker Mailand-San Remo gewonnen, Vorjahressieger Mark Cavendish war ohne Chance. Als die Besten in Richtung Ziellinie rasten, war der Brite bereits abgehängt. Dafür hinterließ das Milram-Team mit Linus Gerdemann bei der 101. Auflage der "Classicissima" einen guten Eindruck. Aufs Podest kletterten neben Freire (Rabobank) Tom Boonen (Quick Step) und Alessandro Petacchi (Lampre).

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Radsport, Mailand-San Remo 2010: Oscar Freire (r.)
Auch zum Schluss ganz vorne: Oscar Freire (r.).
© imago Zoomansicht

In einem spannenden Finish hatte Freire nach 298 Kilometern die besten Beine und setzte sich im Sprint durch. Columbia-Kapitän Cavendish, im Vorjahr der Beste der Schnellsten und auch Sieger in San Remo, spielte da schon keine Rolle mehr - eine Tempoverschärfung hatte beim Briten, der mit Zahnproblemen ins Rennen gegangen war, zu viele Kraftreserven gekostet.

Aber der Reihe nach: Schon nach drei Kilometern fand sich ein italienisches Trio (Fabrice Piemontesi, Aristide Ratti, Diego Caccia) zusammen, dessen Ausreißversuch zwar nach gut 200 Kilometern beendet wurde, das aber dennoch für einen Rekord sorgte. Der zwischenzeitliche Vorsprung von 23 Minuten auf das bummelnde Feld bedeutete einen neuen Bestwert in der Historie des Traditionsrennens.

Letztlich entscheidend war dann die Tempoverschärfung des russischen Rennstalls Katjuscha, der nicht nur die Ausreißer wieder einfing, sondern gleichzeitig auch Titelverteidiger Cavendish abhängte: Der Topsprinter, einzige Option des Columbia-Teams, fand sich plötzlich im hinteren Teil des gesprengten Pelotons wieder. Zwar kämpfte er sich noch einmal ans Feld, musste dafür aber kraftlos am vorletzten Anstieg endgültig abreißen lassen.

Gerdemann ist bis zum Schluss ganz vorn dabei

Am Ende machten wie erwartet diejenigen Sprinter den Tagessieg unter sich aus, die es über den letzten Anstieg, den Poggio, geschafft hatten. Und Freire durfte schließlich an der Mittelmeerküste zum dritten Mal jubeln. Nach seinen Triumphen 2004 und 2007 blieb der Spanier im Drei-Jahres-Rhythmus. Bis zum Schluss mit dabei war auch die Milram-Hoffnung Gerdemann: "Ich wollte am Poggio noch attackieren, aber es war zu schnell", bilanzierte der Kapitän der Dortmunder Equipe hinterher: "Das hätte keinen Sinn gemacht."

20.03.10
 
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