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20.11.2015, 20:57

Kaiser von Zwanziger enttäuscht - Stimmenkauf dementiert

Beckenbauer: "Ich habe immer blind unterschrieben"

Nach der Kritik an der aus Reinhard Rauball und Rainer Koch bestehenden DFB-Doppelspitze spricht Franz Beckenbauer im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe) auch über Wolfgang Niersbach und die WM-Vergabe 2006. Dass das Turnier per Stimmenkauf nach Deutschland geholt worden sei, schloss er aber aus. "Wir haben doch gar kein Geld gehabt", so der Kaiser.

Franz Beckenbauer
Franz Beckenbauer äußert sich im SZ-Interview auch über Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger.
© picture allianceZoomansicht

In seinem ersten Interview zur Affäre um die WM-Vergabe 2006 nannte der 70-jährige Beckenbauer weitere Details zu den Entwicklungen ab Mitte Oktober dieses Jahres. "Klar, wenn wir vor der Vergabe irgendwo hingefahren sind, nach Trinidad oder sonst wohin, dann war ja klar, dass wir dort nicht zum Kaffeetrinken sind, sondern weil wir die Stimme haben wollten. Wir haben auf den Wert unserer Bewerbung hingewiesen", sagte der damalige Vorsitzende des WM-OK der SZ.

Konkreter wollte Beckenbauer aber nicht werden, die wirklich brisanten Themen umkurvte er in der ihm eigenen Art. So habe er den dubiosen Vertragsentwurf mit dem früheren FIFA-Vize Jack Warner vom 2. Juli 2000 ungeprüft unterzeichnet. "Ich habe immer blind unterschrieben, wenn sie meine Unterschrift gebraucht haben", sagte Beckenbauer: "Sie glauben es nicht, aber das ist so! Wenn ich jemandem vertraue, unterschreibe ich alles. Blanko."

Sie glauben es nicht, aber das ist so! Wenn ich jemandem vertraue, unterschreibe ich alles. Blanko.Franz Beckenbauer

In Bezug auf den Vertrag mi Warner fügte er noch an: Das Vertragspapier mit Warner kenne Beckenbauer "erst seit ein paar Stunden und musste es erst einmal übersetzen lassen. Dieses Vertragsenglisch verstehe ich auch heute noch nicht. Von mir ist das Papier jedenfalls nicht aufgesetzt worden." Nach seiner Einschätzung wusste er aber schon, auf was Warner aus war. "Auch zu uns hat er gesagt: Wenn ihr Freunde seid, macht was für meine Konföderation. Aber das taten die anderen Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees in den anderen Ländern auch."

Ein weiteres Thema, zu dem sich Beckenbauer äußerte, war die Rolle des zurückgetretenen DFB-Präsidents Wolfgang Niersbach. Angesichts der Nachfragen wegen der Zahlung der ominösen zehn Millionen Schweizer Franken bzw. 6,7 Millionen Euro an die FIFA hatte dieser die Hilfe des Kaisers gesucht und sei zu ihm nach Salzburg gekommen. Bei diesem Gespräch habe Niersbach um eine schriftliche Erklärung gebeten, aber nur mündliche Informationen erhalten.

Anschließend kam es zur denkwürdigen Pressekonferenz vom 22. Oktober, in der sich Niersbach um Kopf und Kragen redete. "Ich soll aber angeblich alles allein gemacht haben. Da habe ich mir gedacht, was ist denn das? Das war deutlich anders, als am Tag zuvor in Salzburg besprochen. Und Fehler waren auch noch drin", sagte Beckenbauer: "Wolfgang wirkte völlig überfordert. Und er hatte vielleicht auch keine guten Berater. Das passte vorn und hinten nicht. Wenn jetzt von mir keine Erklärung kommt, hat er mir gesagt, dann muss er zurücktreten."

Bei dieser Unterredung war auch Niersbachs Vorgänger Theo Zwanziger thematisiert worden. Dieser habe sich ebenfalls bei Beckenbauer gemeldet, um über die angeblich fragwürdigen Zahlungsvorgänge im Hinblick auf die WM 2006 zu sprechen. Dahingehend äußerte Beckenbauer allerdings: "Verstanden habe ich das alles überhaupt nicht. Ich bin heute sehr enttäuscht von ihm. Wir waren doch Freunde."

Zwanziger sei dann, so Beckenbauer, zum "Spiegel" gerannt. Die Konsequenz daraus: Das Nachrichtenmagazin brachte mit seinen Berichten die WM-Affäre in Gang.

mag/sid

 

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