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26.05.2015, 14:30

Bruchhagen schließt seinen vorzeitigen Abschied aus

Schaaf wirft hin! Bruchhagen ist persönlich enttäuscht

Frankfurt feierte zum Saisonausklang ein 2:1 gegen Leverkusen, Alex Meier durfte die kicker-Torjäger-Kanone in Empfang nehmen, ein versöhnliches Ende? Mitnichten! Wie der kicker exklusiv berichtete, fühlte sich Trainer Thomas Schaaf von einigen Spitzenfunktionären hintergangen, am Dienstagmittag wurde der Rücktritt des Coaches vom Klub bestätigt. Am frühen Nachmittag gab Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen eine Erklärung ab, in der er seinen vorzeitigen Abschied ausschloss und seine persönliche Enttäuschung über Schaafs Entscheidung nicht zurückhielt.

Thomas Schaaf
Fühlt sich hintergangen und hört auf: Eintracht-Trainer Thomas Schaaf trat zurück.
© imagoZoomansicht

Hintergrund des überraschenden Abschieds: Bereits vor dem letzten Spiel gegen den Werksklub wurde Schaaf zugetragen, dass sich Spitzenfunktionäre der Eintracht mit dem früheren Leverkusener Coach Sascha Lewandowski über ein Engagement zur neuen Spielzeit unterhalten haben sollen. Für den langjährigen Trainer der SV Werder war dies der Auslöser für seinen Rücktritt.

Nach intensiven Beratungen zwischen dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde dem Wunsch von Schaaf stattgegeben und der Coach mit sofortiger Wirkung freigestellt. "Thomas Schaaf hat die vom Verein vorgegebenen Ziele für die ablaufende Saison mit Platz 9 und 43 Punkten mehr als erfüllt. Die Zusammenarbeit mit ihm war gut. Dies haben wir ihm und der Öffentlichkeit in den letzten Tagen auch immer wieder bestätigt. Wir bedauern es sehr, dass Thomas Schaaf den mit uns eingeschlagenen Weg nicht mehr weiter gehen möchte", sagte Bruchhagen.

Seine persönliche Sicht wollte er nicht zurückhalten. "Ich bin auch ein bisschen enttäuscht über die Entscheidung von Thomas Schaaf", sagte der Vorstandsboss auf einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag. Seiner Miene war allerdings deutlich anzusehen, dass die Worte "bisschen enttäuscht" deutlich untertrieben waren.

Letztlich schaffte es Bruchhagen nicht, Trainer Schaaf ein ruhiges Arbeitsumfeld zu bereiten, die gegenüber dem Ex-Bremer kritischen Stimmen aus der Führungsriege erhielten immer wieder die Oberhand. Bruchhagen führte aus, dass Thomas Schaaf "seine Arbeit nicht entsprechend gewürdigt sah" - ein Umstand, den Bruchhagen nachvollziehen könne, wie er explizit sagte. Laut Bruchhagen habe es "Punkte gegeben, die ihn (Schaaf, Anm. d. Red.) sehr getroffen haben" und es gab "starke Eingriffe, die ihn verletzt haben".

Schaaf: "Unglaubliche und nicht nachvollziehbare Anschuldigungen"

Thomas Schaaf bezog in einer Vereinsmitteilung wie folgt Stellung zur sportlichen Situation: "Wir haben eine tolle Saison erlebt, mit viel Spektakel, besonders im eigenen Stadion. Es gab viele schwierige Situationen zu überstehen, vor allem durch unglaublich viele und schwere Verletzungen, die uns die ganze Saison begleitet haben und darüber hinaus." Zu den Schwierigkeiten im Umfeld sagte Schaaf: "Die in der Öffentlichkeit getätigten Aussagen und die Darstellung meiner Person und meiner Arbeit, die sich in unglaublichen und nicht nachvollziehbaren Anschuldigungen und Unterstellungen in den Medien äußern, kann und will ich nicht akzeptieren. Deshalb ist es zu der Trennung gekommen."

Kapitän Kevin Trapp zeigte sich getroffen: "Ich bedaure, dass Schaaf geht", so der Keeper.

Erfolgt seien die Gespräche mit Sascha Lewandowski auch hinter dem Rücken von Vorstandsboss Bruchhagen - der im Führungszirkel der einzige war, der Schaaf in den vergangenen Wochen absolute Rückendeckung gegeben hatte. Schaafs Vertrag bei der SGE lief bis zum 30. Juni 2016.

Am Pfingstmontag gab es aufgrund der Uneinigkeit der beiden Vorstände Bruchhagen und Axel Hellmann eine Krisensitzung. Deren Streit ist so groß, dass es auch zu personellen Veränderungen in anderen Gremien der Eintracht kommen kann. Am 8. Juni wird der neue Aufsichtsrat gewählt.

Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner soll laut Bruchhagen nun den Trainermarkt sondieren und Vorschläge unterbreiten.

Michael Ebert

Fotos zur Karriere als Spieler und Trainer
Schaaf: 40 Jahre Werder - und kein Glück anderswo
Thomas Schaaf
Fotos zur Karriere von Thomas Schaaf

Über 500 Spiele als Trainer! Thomas Schaaf gehört wie fast kein anderer zum Inventar der Bundesliga. 40 Jahre war er beim SV Werder Bremen aktiv, die letzten 5.119 Tage davon als Trainer. Bei den Grün-Weißen wurde er zum Titelhamster, doch nach der Saison 2012/13 trennten sich die Wege. Danach suchte er sein Glück zuerst in Frankfurt und dann in Hannover, doch er fand es nicht. Schaafs Karriere in Bildern...
© imago/picture alliance

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Alle Transfers der Bundesliga
26.05.15
 

47 Leserkommentare

Schnuffel-Barchen
Beitrag melden
26.05.2015 | 22:14

Thomas Schaaf wird nach Schalke gehen

Thomas Schaaf hat das einzige richtige gemacht. Nach einem Jahr super Arbeit unter den hiesigen Voraussetzungen [...]
tomcat987321
Beitrag melden
26.05.2015 | 21:51

Eintracht Frankfurt

Jetzt verstehe ich die Aussage von Herrn Bruchhagen zum Thema Abstiegskampf vor kurzem besser. Vielleicht [...]
hjendly
Beitrag melden
26.05.2015 | 19:09

Wer die Indianer nicht im Grif hat...

Wenn Herr Bruchhagen seine Vorstandskollegen nicht im Griff hat, muss er sich nicht über Konsequenzen [...]
driaw
Beitrag melden
26.05.2015 | 18:42

Lächerlich!

So einen Kindergarten wie in Frankfurt muss sich ein TS nicht antun. Und jetzt wollen es alle nicht [...]
Schnapsidiot
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26.05.2015 | 17:57

Ich finde es schon bezeichnend, dass für den FR-Artikel über Schaaf Rücktritt die Kommentare nicht aktiviert [...]

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zum Thema

weitere Infos zu Schaaf

Vorname:Thomas
Nachname:Schaaf
Nation: Deutschland
Verein:Hannover 96

Vereinsdaten

Vereinsname:Eintracht Frankfurt
Gründungsdatum:08.03.1899
Mitglieder:30.000 (01.07.2015)
Vereinsfarben:Rot-Schwarz-Weiß
Anschrift:Mörfelder Landstraße 362
60528 Frankfurt/Main
Telefon: 0800 - 7431899
Telefax: (0 69) 95 50 31 10
E-Mail: info@eintrachtfrankfurt.de
Internet:http://www.eintracht.de