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16.05.2012, 12:51

Schickhardt: Zurückgekehrt, um Blutbad zu verhindern

Werner: "Der Spielablauf kann nicht infrage gestellt werden"

Auch Stunden nach dem Abpfiff in der Düsseldorfer Esprit Arena erhitzt das Relegationsrückspiel zwischen Düsseldorf und Berlin die Gemüter - der Kontrollausschuss hat inzwischen erwartungsgemäß Ermittlungen aufgenommen, die Präsidenten von DFB und DFL reagierten mit einer gemeinsamen Erklärung. Hertha denkt, nachdem die Partie kurz vor Ende aus dem Ruder lief, laut über einen Protest nach. Fortuna-Manager Wolf Werner sagt indes: "Der Spielablauf kann nicht infrage gestellt werden."

Bei aller Erfahrung: Die Ereignisse in Düsseldorf konnten auch Otto Rehhagel und Wolf Werner (re.) nicht so ohne weiteres wegstecken.
Bei aller Erfahrung: Die Ereignisse in Düsseldorf konnten auch Otto Rehhagel und Wolf Werner (re.) nicht so ohne weiteres wegstecken.
© imagoZoomansicht

"Wir entscheiden morgen - und werden unsere Rechte abwägen. Das hatte mit Fußball nichts zu tun. Das war ein irreguläres Spiel", hatte Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt noch am späten Dienstagabend bei "Sky Sport News HD" geäußert, ein Protest des Hauptstadtklubs könnte also folgen. Heute Morgen fügte Schickhardt im "Morgenmagazin" von ARD und ZDF hinzu, dass Hertha BSC nur auf Bitten der Polizei nach der Unterbrechung aus Spielfeld zurückgekehrt sei.

"Der Schiedsrichter hat die Mannschaft nicht wegen des Fußballs auf den Platz zurückgeführt, sondern nur auf Bitten der Polizei, um eine Eskalation - man hat von einem Blutbad gesprochen - zu verhindern", sagte der Rechtsvertreter. "Gestern ging es nur darum, Schlimmeres für den deutschen Fußball zu verhindern." Über einen Protest soll dann erst am Mittag nach der Rückkehr der Mannschaft und der Klubverantwortlichen entschieden werden. Bis Donnerstag muss der Einspruch laut Schickhardt eingehen. In jedem Fall müssten DFB und DFL "deutliche Worte sprechen. Man denke mal an einen kleinen Verein wie Dynamo Dresden - die wurden in erster Instanz sogar aus dem DFB-Pokal ausgeschlossen." Der DFB-Kontrollausschuss hat mittlerweile Ermittlungen aufgenommen. Dies bestätigte der Verband in Frankfurt/Main.

Es hält immer mehr Einzug, dass sich die Zuschauer herausnehmen, in das Spiel einzugreifen. Wir sind alle Sportler und wollen, dass Spiele fair zu Ende gehen.Hertha-Coach Otto Rehhagel

Die Präsidenten von DFB und DFL reagierten am Mittwochmittag mit einer gemeinsamen Erklärung, in der sie die Vorfälle als "nicht tolerierbar" verurteilten. Es sei ein Punkt erreicht, "an dem neue Wege gegen Gewalt im Umfeld von Fußballspielen gegangen werden müssen". Man werde nicht zulassen, dass "der Fußball von Randalierern und Gewalttätern als Bühne missbraucht wird". In der Erklärung wurde ein Treffen aller Präsidenten von Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga noch vor der kommenden Saison angekündigt, auf der das weitere Vorgehen besprochen werden soll.

Werner widerspricht: Schickhardts Worte "überzogen"

Fortuna-Manager Wolf Werner gab Schickhardt im Morgenmagazin energisch Kontra. "Der Schiedsrichter hat das Spiel, wie er sich geäußert hat, wieder angepfiffen und dann korrekt abgepfiffen. Der Spielablauf kann nicht infrage gestellt werden. Die Worte von Herrn Schickhardt halte ich für völlig überzogen."

Auch eine Pauschal-Verurteilung der den Platz stürmenden Fortuna-Fans sei nicht angebracht. Werner: "Es waren nicht zu wenige Ordner im Stadion. Es ging bei diesen Szenen nicht um Gewalt, sondern um Freude. Das ist natürlich keine Entschuldigung. Das Wort Gewalt will ich aber in diesem Zusammenhang nicht angewendet haben." In der Nachspielzeit waren Fortuna-Anhänger vorzeitig auf den Rasen gestürmt, Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte die Begegnung daher für über 20 Minuten unterbrochen.

Gegenbauer: Mit Preetz in die kommende Saison

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"Wir müssen das erst einmal sacken lassen und in Ruhe bewerten. So darf ein Fußballspiel nicht ausgehen. Die Sicherheit der Spieler war nicht mehr gewährleistet", ließ Hertha-Manager Michael Preetz direkt nach dem 2:2 wissen, das nach dem 1:2 im Hinspiel den Abstieg für die Berliner bedeutet.

Unabhängig davon, ob Hertha einen Protest einlegt oder nicht - die weitere Zukunft wird der künftige Zweitligist mit Preetz als Manager angehen. "Ich bin gewillt, weiterzumachen", so Preetz, der seit Juli 2009 im Amt ist. Und auch sein Präsident äußerte sich zur Personalie Preetz: "Für mich ist es unstrittig, dass er in seiner Position bleibt", meinte Werner Gegenbauer.

Was für Otto Rehhagel nicht gelten wird. Der Trainer schloss auch ein Ende seiner Laufbahn nicht aus: "Wenn man zwei so dramatische Spiele miterlebt hat, dann muss man sich erst mal selbst runterfahren. Ich werde in mich gehen, und dann werden wir sehen, was die Zukunft bringt." Das Hertha-Kapitel endet in jedem Fall. "Das war nur für diese Zeit terminiert", so der 73-Jährige.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 16.05., 10:50 Uhr
Skandal bei Relegation - Düsseldorfer Fans stürmen den Platz
Zwar blieb die Nacht nach dem Spiel in Düsseldorf friedlich, doch die chaotischen Verhältnisse während des Relegationsspiels der Fortuna gegen Hertha BSC bleiben nachhaltig in Erinnerung. Und so setzte die Freude bei den Rheinländern über den Aufstieg ins Oberhaus nach 15-jähriger Abwesenheit auch erst verspätet ein.
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16.05.12
 

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weitere Infos zu Rehhagel

Vorname:Otto
Nachname:Rehhagel
Nation: Deutschland
Verein:Hertha BSC

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Vereinsdaten

Vereinsname:Hertha BSC
Gründungsdatum:25.07.1892
Mitglieder:32.000 (01.07.2014)
Vereinsfarben:Blau-Weiß
Anschrift:Hanns-Braun-Straße, Friesenhaus 2
14053 Berlin
Telefon: (0 30) 30 09 28 0
Telefax: (0 30) 30 09 28 94
E-Mail: info@herthabsc.de
Internet:http://www.herthabsc.de

Vereinsdaten

Vereinsname:Fortuna Düsseldorf
Gründungsdatum:05.05.1895
Mitglieder:24.000 (01.07.2014)
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Anschrift:Flinger Broich 87
40235 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 23 80 10
Telefax: (02 11) 23 27 71
E-Mail: service@fortuna-duesseldorf.de
Internet:http://www.fortuna-duesseldorf.de

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