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Hansa Rostock
Werder Bremen
1.
15.
30.
45.
46.
60.
75.
90.














Werder Bremen festigt Rang zwei

Klasnic macht Wächter traurig

Der SV Werder Bremen gewann verdient, wenn auch nicht souverän in Rostock und festigte Platz zwei, während Hansa wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg abgab. In einer mittelmäßigen Partie hatte die Schaaf-Elf am Ende das Glück der besseren, weil feldüberlegenen und offensiver ausgerichteten Mannschaft.

Effektiv gestört: Rostocks Sebastian gegen Bremens Diego.
Effektiv gestört: Rostocks Sebastian gegen Bremens Diego.
© dpaZoomansicht

Bei Hansa Rostock gab es im Vergleich zum jüngsten 2:1 beim Karlsruher SC nur eine personelle Änderung: Menga stürmte an Stelle von Hähnge.

Bremens Trainer Thomas Schaaf brachte nach dem 5:1 gegen Schalke 04 Klasnic für den Gelb-gesperrten Rosenberg.

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In der Anfangsphase war viel Sand im Getriebe. Werder bemühte sich um Spielkontrolle gegen respektvolle und tiefstehende Rostocker. Hansa versteckte sich nicht, sondern spielte nach Balleroberung schnell nach vorne. Zunächst fehlte beiden Teams aber die nötige Ordnung, der Ball sprang im eng umkämpften Mittelfeld häufig ping-pong-gleich durch die Reihen.

Werder erspielte sich nach und nach ein Übergewicht, gab klar den Ton an, agierte aber zu statisch, um die Hansa-Abwehr in Verlegenheit zu bringen. Weil der Weg in den Strafraum meist versperrt war, probierte es Frings auch mal aus der zweiten Reihe, Wächter war aber auf dem Posten. Auch einen knallharten Freistoß von Naldo entschärfte der Keeper (20.).

Werder spielte stets im gleichen Trott, es gab keine Tempowechsel, kein Überraschungsmoment. Rostock investierte zu wenig in die Offensive, bündelte fast alle Kräfte zum Verhindern von Ungemach statt selbst auch mal die Chance zu suchen. So plätscherte die Partie über weite Strecken ereignisarm vor sich hin.

Erst nach mehr als einer halben Stunde wuchs der Mut der Pagelsdorf-Elf ein wenig, Bülow zielte aus 16 Metern aber zu weit links, zudem parierte Wiese einen 22-Meter-Schuss von Rahn. Auf der anderen Seite fand Pasanen in Wächter seinen Meister, als er es aus 13 Metern halblinker Position mit einem Schuss aufs kurze Eck versuchte.

Nach dem Seitenwechsel kamen beide Teams personell ünverändert aus der Kabine. Unverändert blieb zunächst auch das Bild auf dem Feld. Werder war optisch überlegen gegen kämpfende, aber fast immer nur reagierende und seltenst agierende Rostocker. Diego, Frings & Co. vermochten es aber nicht, aus dieser Überlegenheit durch gescheite Zuspiele auf zum Beispiel Klasnic und Sanogo zählbaren Erfolg zu erzwingen.

Symptomatisch, dass eine Einzelaktion in Form eines Sonntagsschusses herhalten musste, um Werder verdientermaßen in Führung zu bringen. Stein klärte zu kurz aus dem eigenen Strafraum direkt in die Füße von Frings, der den Ball knallhart mit dem rechten Spann aus 25 Metern halbrechter Position in den linken Winkel jagte (57.). Ein Traumtor des Nationalspielers.

Wer nun dachte, Rostock würde wütend antworten oder Bremen euphorisiert nachlegen, sah sich eines Besseren belehrt. Es blieb alles beim Alten, das Tempo eher im mittleren Bereich angesiedelt, der Drang zum Tor unterentwickelt, der Unterhaltungswert bescheiden.

In der 73. Minute gab es auf beiden Seiten Doppelwechsel, profitieren konnte davon Hansa Rostock. Werder war mit Owomoyela und Hunt (für Diego und Pasanen) noch nicht neu sortiert, bei Hansa dagegen ging der eingewechselte Pearce links auf und davon, passte flach nach innen zu "Joker" Hähnge, der aus zwölf Metern mit links zum Ausgleich einschoss (76.).

Wie gewonnen so zerronnen: Nur fünf Minuten später riss Gledson im eigenen Strafraum Frings zu Boden. Naldo scheiterte mit dem fälligen Strafstoß an Wächter, doch Klasnic schaltete am schnellsten und schoss den Ball aus acht Metern halbrechter Position mit links ins Tor (82.). Der gute Wächter konnte sein Pech kaum fassen.

Die Bremer brachten den Vorsprung und den insgesamt verdienten, wenn auch nicht souveränen Sieg gegen anstürmende, aber wenig durchschlagskräftige Rostocker ungefährdet über die Zeit.

Am Samstag steht erstmal das Pokalfinale zwischen den Bayern und Dortmund an, die Bundesliga pausiert. Hansa Rostock muss am 30. Spieltag, Samstag in einer Woche, zum Ostderby nach Cottbus, Werder Bremen ist erneut auswärts dran und ebenfalls am Samtag beim Karlsruher SC zu Gast.

15.04.08
 

Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Hansa Rostock
Aufstellung:
Wächter (2,5) - 
Sebastian (4) , 
Orestes (3) , 
Gledson (4) , 
Stein (4) - 
Bülow (3,5) , 
Rathgeb (3) - 
E. Kern (5)   
C. Rahn (4)   
Bartels (5) - 
Menga (4,5)   

Einwechslungen:
60. Pearce (4) für C. Rahn
73. Cetkovic für E. Kern
73. Hähnge     für Menga

Trainer:
Pagelsdorf
Werder Bremen
Aufstellung:
Wiese (3) - 
Fritz (4) , 
Mertesacker (4)   
Naldo (3,5) , 
Pasanen (3)   
Baumann (4) - 
Frings (2)       
Borowski (3) - 
Diego (4)   
Klasnic (3,5)    
Sanogo (5)

Einwechslungen:
73. Hunt    für Diego
73. Owomoyela für Pasanen
84. Vranjes für Frings

Trainer:
Schaaf

Tore & Karten

 
Torschützen
0:1
Frings (57., Rechtsschuss)
1:1
Hähnge (76., Linksschuss, Pearce)
1:2
Klasnic (82., Elfmeter-Nachschuss, Linksschuss, Naldo)
Gelbe Karten
Rostock:
-
Bremen:
Mertesacker
(4. Gelbe Karte)
,
Hunt
(5., gesperrt)

Besondere Vorkommnisse
Wächter hält Foulelfmeter von Naldo (82.)

Spielinfo

Anstoß:
15.04.2008 20:00 Uhr
Stadion:
DKB-Arena
Zuschauer:
22000
Spielnote:  4
wenig Tempo, kaum Höhepunkte, viele Stockfehler. Ein Spiel, das von der Spannung lebte.
Chancenverhältnis:
2:5
Eckenverhältnis:
9:8
Schiedsrichter:
Dr. Jochen Drees (Münster-Sarmsheim)   Note 4,5
ein spielentscheidender Fehler trübte die gute Gesamtleistung: Klasnics Tor nach dem berechtigten Elfmeter war regelwidrig, weil er zu früh in den Strafraum eindrang. Mertesackers Foul an Bartels (50.) nicht als rotwürdige Notbremse zu werten, war angemessen.
Spieler des Spiels:
Torsten Frings
Voller Selbstvertrauen und Entschlossenheit in den entscheidenden Torszenen. Die Triebfeder im Bremer Mittelfeld.
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