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11.10.2018, 14:39

Finalduell mit den Schwäbisch Hall Unicorns

Erst insolvent, dann Football-Champ? Frankfurt greift German Bowl an

Im Mai "null Euro", im Oktober deutscher Football-Meister? Die Frankfurt Universe können eine missliche Saison mit Insolvenz und Punktabzug doch krönen. Der wichtigste Partner ist aber schon weg.

Frankfurt Universe
Muskelspiele: Die Frankfurt Universe stehen im German Bowl.
© imagoZoomansicht

Die Footballer von Frankfurt Universe spielen nicht nur um die deutsche Meisterschaft, sondern auch um die Existenz des Klubs. Beim 40. German Bowl in Berlin könnten die leidgeplagten Hessen zwar den nationalen Titel erringen, danach aber womöglich komplett in der Versenkung verschwinden.

In diesem Frühjahr wurde ein Insolvenzverfahren gegen den Verein eröffnet, dessen Schulden sich auf 1,5 Millionen Euro belaufen. Die German Football League (GFL) zog den Frankfurtern Punkte ab, im schlimmsten Fall droht für die kommende Saison der Lizenzentzug.

"Erfolg mach sexy"

Auch deshalb ist das große Finalduell mit den Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag (16.55 Uhr/Sport1) so wichtig. "Man sagt ja so schön, Erfolg macht sexy. Der German-Bowl-Gewinn wäre für die Außendarstellung in Richtung Sponsoren natürlich super", sagte Frankfurts Geschäftsführer Michael Schwarzer der Deutschen Presse-Agentur.

Eine bessere Bühne als den German Bowl gibt es dafür im Nischensport Football nicht. Fast 15.000 Zuschauer und eine TV-Liveübertragung: Beides ist in der Sportart, die für Deutsche hauptsächlich in der nordamerikanischen NFL interessant ist, eine absolute Ausnahme.

Vereinseigene Streaming-Kanäle und Social-Media-Clips

"Wir sind uns im Klaren, dass wir nicht jedes Spiel live übertragen bekommen können", erklärte Tom Aust, Pressesprecher des American Football Verbandes Deutschlands (AFVD), zur Präsenz des Sports. Vereinseigene Streaming-Kanäle und Videos in den sozialen Medien, das ist eher die Welt des deutschen Footballs, der mit den Dimensionen seines amerikanischen Gegenparts wenig gemein hat - bis auf die Ausübung der gleichen Sportart.

Die Situation bei den Universe, einer der wenigen Football-Hochburgen in Deutschland, ist ernst. An diesem Wochenende wird man die Lizenzunterlagen für die kommende Spielzeit einreichen, unabhängig vom Ausgang des Endspiels gegen Titelverteidiger Schwäbisch Hall. Wie es weitergeht, ist ungewiss, weil Haupt- und Namenssponsor Samsung zum Jahresende auch noch aussteigt. "Wir hoffen, dass wir einen neuen Namensgeber finden", sagt Schwarzer.

Arbeitsagentur zahlt erste Gehälter

Dabei ist die Situation prekär genug. "Als ich kam, waren null Euro in der Kasse", sagte Insolvenzverwalter Thomas Rittmeister der "Frankfurter Rundschau". Das war im Mai. Die ersten Gehälter zahlte nach der vorläufigen Insolvenz die Arbeitsagentur. Weil die Frankfurter schon in zwei Spielzeiten zuvor auf Bewährung spielten, kassierten sie in dieser Saison erstmals einen Punktabzug. "Das war ein außergewöhnlicher Fall, der mitten in der Saison aufgetreten ist", sagte Liga-Sprecher Aust. Punktabzüge gebe es in der GFL sonst sehr selten. Dazu wurde eine Rekordstrafe von 8500 Euro verhängt.

Universe
Sportlich läuft's, wirtschaftlich bald auch?
© imago

In der verquasten Situation könnte es bei den Universe auf einen Schuldenschnitt hinauslaufen. "Für die Gläubiger ist das natürlich bitter. Sie sind die Geschädigten", sagte Rittmeister. Beteiligt sind rund 500 Gläubiger. Das finanzielle Desaster überschattet derzeit auch eine historische sportliche Chance: Frankfurt könnte erstmals seit 1980 (damals noch als Löwen) wieder deutscher Football-Meister werden.

"Diese Saison sind wir noch näher rangerückt. Ich glaube nicht, dass wir ohne Chancen sind", sagte Geschäftsführer Schwarzer, dessen Klub sportlich als leichter Außenseiter gilt. Das Team soll von all den Turbulenzen ferngehalten werden. "Die Spieler werden nach Berlin fahren und versuchen, den Ring für die Organisation zu holen. Da denkt keiner daran, was nächstes Jahr ist", erklärte Schwarzer. Bei Vereinsführung und Gläubigern sieht das anders aus.

dpa

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Edebali & Co.: NFL-Profis "Made in Germany"
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© Getty Images

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