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14.09.2018, 11:55

Weltreiterspiele in den USA

Dressurteam feiert Gold und Rekord-Sieg

Isabell Werth ballte die rechte Faust, die Freudentränen liefen über das Gesicht. Angeführt von der Rekordreiterin hat die deutsche Dressur-Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in den USA erneut Gold gewonnen. Schon bevor der letzte Ritt der US-Konkurrenz am Donnerstag beendet war, begannen die Feierlichkeiten.

Isabell Werth, Dorothee Schneider, Sönke Rothenberger und Jessica von Bredow-Werndl (v. l.)
Die deutsche Sieger-Equipe: Isabell Werth, Dorothee Schneider, Sönke Rothenberger und Jessica von Bredow-Werndl (v. l.).
© imagoZoomansicht

"Ich bin so glücklich, dass sie wieder fit ist", sagte die strahlende Werth über ihre Stute, die dreieinhalb Jahre verletzt war. Dass es hieß, das sei ein Risiko, "hat mir zusätzliche Motivation gegeben", erklärte die Rekordreiterin nach ihrer achten WM-Goldmedaille.

Das deutsche Team gewann souverän vor dem US-Team, für das als letzte Reiterin Laura Graves mit Verdades Silber vor Großbritannien sicherte. Das deutsche Gold konnte die US-Reiterin mit ihrem Ritt nicht mehr gefährden.

"Das war Gänsehaut pur", jubelte Klaus Roeser, der Equipe-Chef: "Das war Wahnsinn, wie Isabell der Belastung standgehalten hat." Als letzte deutsche Reiterin brillierte die 49-Jährige aus Rheinberg mit ihrer Stute Bella Rose im Viereck. Der Rest des Quartetts hatte auf der Tribüne mitgezittert und lag sich kurz danach in den Armen.

"Der Kreis schließt sich, es ist etwas ganz besonderes, mit diesem Pferd zu gewinnen", sagte Werth nach ihrem achten WM-Sieg. Bundestrainerin Monica Theodrescu kommentierte grinsend: "Ich liebe es, wenn ein Plan aufgeht, gerade mit diesem wunderbaren Team."

"Sensationell", rief Jessica von Bredow-Werndl, die bei ihrem WM-Debüt im deutschen Team gleich Gold gewann. "Das ist einfach Wahnsinn, es ist wirklich ein Kindheitstraum für mich in Erfüllung gegangen. Isabell hat es nicht mehr spannend und den Sack einfach zugemacht."

Wenige Stunden vor Werth hatte Sönke Rothenberger aus Bad Homburg mit Cosmo eine starke Leistung mit nur zwei kleinen Fehlern gezeigt. Am Tag zuvor hatten von Bredow-Werndl (Tuntenhausen) mit Dalera und Dorothee Schneider (Framersheim) mit Sammy Davis Jr. für Deutschland geritten. "Jessi hat super vorgelegt", sagte Theodorescu. Schneider lieferte das sogenannte Streichergebnis, da pro Team nur die besten drei Ergebnisse zählen.

Der zweite Dressur-Tag begann mit dem starken Ritt von Rothenberger. "Ich bin mächtig stolz auf mein Pferd, dass es bei diesen nicht einfachen Wetterbedingungen so für mich gekämpft hat", sagte der 23 Jahre alte Student. "Bei dieser hohen Luftfeuchtigkeit und der knallenden Sonne war das nicht selbstverständlich."

"Diese Schnitzer beim Rückwärtsrichten und bei den Pirouetten, da hätte ich ein bisschen energischer sein können", sagte Rothenberger mit Blick auf seine kleinen Fehler. Insgesamt galt jedoch: "Er hat mir ein tolles Gefühl gegeben." Nun will er auch im Einzel angreifen. "Das gibt mir schon ein richtig gutes Gefühl, weil der Special bekanntlich seine Parade-Prüfung ist. Deshalb freue ich mich da enorm drauf." Am Donnerstag steht der Special an, am Sonntag die Kür. Neben Rothenberger zählt in beiden Prüfungen Werth zu den großen Favoriten.

Durch den Erfolg des Teams in den USA baute Deutschland seine beeindruckende Rekord-Serie in der Dressur aus. Seit der ersten WM 1966 siegten deutsche Teams bei vierzehn Titelkämpfen zwölfmal. Nur zweimal reichte es nicht zu Gold: 1970 in Aachen gewann die UdSSR, 2010 siegten die Niederländer. Rekordreiterin ist Isabell Werth, die in Tryon bereits ihr achtes WM-Gold gewann.

Auch das deutsche Vielseitigkeits-Team darf auf Edelmetall hoffen. Dank einer überragenden Dressur von Julia Krajewski aus Warendorf mit Chipmunk übernahm der der Titelverteidiger die Führung. Zuvor war am Donnerstagmorgen (Ortszeit) Kai Rüder aus Blieschendorf mit Colani Sunrise für Deutschland geritten. Nach der Hälfte des Starterfeldes liegt Deutschland vor Australien und Frankreich. Am Freitag reiten Andreas Dibowski (Döhle) mit Corrida und Ingrid Klimke (Münster) mit Hale Bob. Zu dem Dreikampf gehören neben der Dressur auch der Geländeritt am Samstag und das Springen am Sonntag.

dpa

 

kicker

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