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03.01.2015, 21:45

Rückkehr von Peugeot sorgt für mehr Konkurrenz

Rallye Dakar: Großangriff auf Mini

Es ging inmitten der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires dann zunächst um Löwen. Die, erklärte Sven Quandt, seien ja normalerweise eher faul. "Wenn man ihnen aber beibringt, schnell zu laufen, wird es schwierig, sie aufzuhalten", sagte der 58-Jährige, der allerdings nicht den König der Tiere, sondern Dakar-Rückkehrer Peugeot meinte.

Stéphane Peterhansel und Nani Roma
Peugeot-Fahrer Stéphane Peterhansel (li.) gehört zu den Herausforderern von Titelverteidiger Nani Roma.
© Getty ImagesZoomansicht

Quandts Vortrag in der örtlichen Niederlassung eines Sponsors handelte nicht wirklich vom König der Tiere. Quandt ist kein Zoologe, sondern Teamchef des deutschen Rennstalls X-Raid. Der geht mit seinen Minis wieder als Titelverteidiger und Favorit in die am Sonntag startende Rallye Dakar, muss sich dabei aber größerer Konkurrenz als zuletzt erwehren. Denn die Löwen, das ist Dakar-Rückkehrer Peugeot.

Die Franzosen, die Dakar Ende der 80er Jahre viermal in Serie gewannen, starten nach 25 Jahren erstmals wieder bei der berühmtesten Rallye der Welt. Wie schnell und vor allem ausdauernd der 2008 DKR Buggy aber ist, weiß offenbar niemand. "Wir wollen", sagt ein zurückhaltender Peugeot-Sportchef Bruno Famin "auto, motor und sport", "nur so weit wie möglich kommen".

Vielleicht ist das die Wahrheit, Peugeot soll Probleme mit der Haltbarkeit der Antriebswelle haben. Vielleicht ist es aber auch nur eine gewaltige Untertreibung. Eine konkrete Prognose will kaum jemand wagen. Dirk von Zitzewitz beispielsweise, als Co-Pilot des Südafrikaners Giniel de Villiers im Toyota einer der Mitfavoriten auf den Gesamtsieg, findet einerseits: "Es wäre ein Wunder, wenn Peugeot sofort ein Siegauto bereitstellen würde." Andererseits sagt er, der die Dakar 2009 mit VW gewann, aber auch: "Peugeot ist kein Nasenbohrerteam. Die wissen, wie es geht. Ich rechne mit ihnen."

Diese Ambivalenz begegnet einem derzeit immer wieder, wenn man sich in Buenos Aires, wo die Dakar startet und nach über 9000 Kilometern durch Argentinien, Chile und Bolivien am 17. Januar auch wieder endet, umhört. Zum einen liegt das daran, dass Peugeot neben seinem Knowhow auch große finanzielle Mittel mitbringt. Zum anderen an dem Piloten-Trio, das es zusammen auf 17 Dakar-Siege bringt. Neben dem früheren Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Dakar-Gewinner 2010) und dem zu den Autos gewechselten ehemaligen Motorrad-Champion Cyril Despres (fünf Titel) gehört kein Geringerer als Dakar-Rekordchampion Stéphane Peterhansel dazu. Der elfmalige Dakar-Sieger stand bis vor wenigen Monaten noch bei Quandts Team unter Vertrag und gewann die Dakar für den Rennstall mit Sitz im hessischen Trebur 2012 und 2013. Nachdem er sich aber im Vorjahr einer umstrittenen Stallregie beugen und seinem Teamkollegen Nani Roma (Spanien) den Sieg überlassen musste, wechselte er zu Peugeot.

Ab Sonntag fordert Peterhansel nun sein ehemaliges Team heraus. Auch aufgrund dieser Konstellation verspricht die siebte Auflage der Marathon-Rallye in Südamerika Spannung pur, wobei Quandt Toyota mit De Villiers und von Zitzewitz noch vor Peugeot als "größte Konkurrenten" bezeichnet. Neben den Rivalen macht Quandt aber auch der französische Dakar-Veranstalter ASO (Amaury Sport Organisation) das Leben schwer(er).

Reglementänderungen sollen für mehr Spannung sorgen

Mini dominierte die Rallye in den vergangenen drei Jahren, 2014 holte man sogar einen Dreifach-Triumph. Um wieder für mehr Spannung zu sorgen, passte die ASO, die auch die Tour de France veranstaltet, das Reglement an. Die Turbodiesel von Mini müssen 56 Kilogramm zusätzliches Gewicht einladen, die Benziner von Toyota dieselbe Menge ausladen. Zudem stehen den Benzinern durch einen etwas größeren Luftmengenbegrenzer (Air Restrictor) 20 bis 30 PS mehr Leistung zur Verfügung. Entscheidender als diese Änderungen dürfte aber das Thema Zuverlässigkeit auf den 13 Etappen durch die Weiten Argentiniens, die Atacama-Wüste in Chile sowie die Höhe Boliviens und der Anden werden.

Für die Autos geht es in diesem Jahr erstmals auch nach Bolivien, wo im Rahmen einer zweitägigen Marathonetappe in Uyuni, in der Nähe des größten Salzsees der Erde, auf über 3500 Metern übernachtet wird. Die Fahrer legen in dieser Zeit über 1500 Rallye-Kilometer zurück, dürfen in dieser Zeit aber keine Hilfe ihrer Mechaniker in Anspruch nehmen und können nur maximal drei Ersatzreifen mitnehmen. Wer zu viele Pneus verschleißt oder sich bei einem Defekt nicht selbst helfen kann, hat also sehr schlechte Karten. "Wir gehen davon aus", erwartet daher nicht nur Quandt, "dass sich die Dakar auf der Marathonetappe entscheidet".

Spätestens nach dem Abstecher nach Bolivien am 10. und 11. Januar wird man wissen, wie stark Peugeot ist - oder, wie es Titelverteidiger Nani Roma ausdrückte, ob die "drei Löwen klein, mittel oder groß sind".

 

kicker

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