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05.07.2018, 15:58

Deutscher Schiedsrichter ohne weiteren WM-Einsatz

DFB will Erklärung für Abzug von Brych

Für Deutschlands Schiedsrichter Felix Brych ist die Weltmeisterschaft 2018 nach nur einem Einsatz beendet. Der 42-Jährige wird in den verbleibenden Turnierspielen nicht mehr zum Einsatz kommen, wie die FIFA am Mittwoch mitteilte. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will der Ausbootung nun auf dem Grund gehen.

Felix Brych
Es bleibt nur bei einem WM-Einsatz: Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych musste die Heimreise anreten.
© Getty ImagesZoomansicht

Das bittere Aus der DFB-Elf in der Vorrunde, die angepeilte Titelverteidigung nicht geschafft - und nun auch noch die Heimreise des einzigen deutschen Schiedsrichters: Für den DFB lief die WM 2018 keineswegs wie gewünscht. Dabei hätte zumindest Brych noch einen kleinen Vorteil aus dem frühen Ausscheiden der deutschen Mannschaft ziehen können, stiegen doch damit seine Chancen, in der K.o.-Runde häufiger zum Einsatz zu kommen an.

Doch es kam alles ganz anders: Wie die Nationalelf muss auch der 42-jährige Münchner die Heimreise früher antreten als geplant. Brychs Dienste sind bei der WM nicht mehr gefragt - obwohl er erst eine Partie gepfiffen hat. Beim Schweizer 2:1-Vorrundensieg gegen Serbien stand der Unparteiische allerdings unfreiwillig im Fokus. Aufgrund strittiger Entscheidungen, unter anderem bei einem nicht gegebenen Strafstoß, fühlte sich das serbische Team benachteiligt. Nationaltrainer Mladen Krstajic sorgte im Anschluss für eine verbale Entgleisung, die eine Geldstrafe nach sich zog. "Offensichtlich wurde Felix' schwierige und strittige Elfmeter-Entscheidung von der FIFA als so schwerwiegend bewertet, dass es keine weiteren Ansetzungen mehr für ihn gab", rätselte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann.

Fröhlich: "Natürlich ist es ein Stück weit enttäuschend"

Der Verband wolle die Partie nun in Ruhe aufarbeiten, zugleich aber auch nach einer Begründung für die Heimreise seines Schiedsrichter forschen. "Natürlich ist es für Felix Brych persönlich und generell das deutsche Schiedsrichterwesen ein Stück weit enttäuschend", betonte Lutz Michael Fröhlich, Vorsitzender der Schiedsrichterkommission. Seitens der FIFA gab es bislang keine Erklärung für die Entscheidung.

Rückendeckung erhält Brych derweil von Ex-WM-Schiedsrichter Walter Eschweiler. "Felix Brych sollte sich an die vielen großen Spiele erinnern, die er vor allem in Europa schon geleitet hat, und da werden auch noch weitere kommen", sagte der 82-Jährige der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. "Ich wünsche ihm eines, und das war auch immer meine Prämisse: Was dich nicht umwirft, macht dich nur stärker. Er pfeift seit Jahren auf hohem Niveau."

Einziger Final-Schiedsrichter bleibt Rudi Glöckner

Brych selbst gab sich kämpferisch: "Das Leben geht weiter und wir kommen wieder." Hoffnungen auf weitere Spiele und das Finale können sich nach seinem Ausscheiden andere Referees wie der Niederländer Björn Kuipers, Irans Alireza Faghani oder Nestor Pitana aus Argentinien machen. Der einzige deutsche Schiedsrichter, der bislang ein WM-Finale gepfiffen hat, bleibt damit weiterhin Rudi Glöckner. Er leitete 1970 das Endspiel in Mexiko-Stadt zwischen Brasilien und Italien (4:1) vor mehr als 100.000 Zuschauern.

pau/dpa

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