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13.06.2018, 10:15

Ehemaliger Arsenal-Star im kicker-Interview

Arshavins Hoffnung: "Nicht schon wieder Deutschland"

Er war noch ein echter internationaler Star, der die russische Fahne im Ausland hochhielt: Andrey Arshavin glaubt trotz der anhaltenden Kritik an die Sbornaja. Im kicker-Interview spricht der mittlerweile 37-Jährige auch über die deutsche Mannschaft.

Er glaubt fest an seine russischen Landsleute: Andrey Arshavin.
Er glaubt fest an seine russischen Landsleute: Andrey Arshavin.
© imagoZoomansicht

kicker: Herr Arshavin, Sie spielen mit Ihren 37 Jahren immer noch für den FC Kairat in Kasachstan. Sind Sie noch hungrig genug, um weiterzuspielen?

Andrey Arshavin: Am Wochenende werde ich wieder spielen. Unsere Meisterschaft läuft weiter. Ich bin extra für diesen Werbetermin nach Moskau gekommen. Ich möchte aktuell noch weiterspielen. Wie lange noch, das weiß ich allerdings nicht.

kicker: Schauen Sie sich nicht die russischen Spiele vor Ort an?

Arshavin: Nein, ich kann nicht, wegen des Ligabetriebs mit Kairat. Ich werde sie mir aber vor dem Fernseher in Kasachstan anschauen.

kicker: Wie sehr beneiden Sie die russischen Spieler, diese WM in der Heimat zu spielen?

Arshavin: Natürlich beneide ich sie sehr darum. Ich würde sehr gerne, ein Teil dieser Mannschaft sein, um dieses Erlebnis zu genießen. Aber ich bin alt geworden, andere müssen jetzt ran.

kicker: Sie selbst haben nie eine WM gespielt. 2002 wurden Sie aus dem vorläufigen Kader gestrichen, 2006 und 2010 qualifizierte sich Russland nicht, 2014 wurden Sie nicht berücksichtigt. Wie bitter ist das für Sie?

Arshavin: Natürlich ist das schade, aber ich bin nicht verbittert. Ich hatte 2008 eine tolle EURO (Russland schied erst im Halbfinale gegen den späteren Sieger Spanien aus, Anm.d.Red.).

kicker: Ist die aktuelle Mannschaft nicht zu alt?

Arshavin: Es gibt junge Spieler, es gibt ältere. Die Mischung ist da. Wenn man den Altersdurchschnitt ausrechnet, dann ist alles im Rahmen.

kicker: Sergey Ignashevich ist als Abwehrchef schon 38, wird im Juli 39.

Arshavin: Er ist der Leader, der Anführer. Er ist für mich der beste Spieler des Teams. Für Ägypten spielt ein 45-jähriger Torwart, also da hat Sergey noch ein paar Jahre...

kicker: Aleksandr Golovin ist dagegen sehr jung, soll das Spiel mit seinen gerade erst 22 Jahren aus der Zentrale leiten. Trauen Sie ihm das bereits zu?

Arshavin: Technisch bringt er alles mit, er ist sehr versiert. Er kann das, aber natürlich wissen wir nicht, wie er unter dem Druck einer WM spielen wird. Wir werden sehen, wie er damit umgehen wird.

Vor allem die letzten zwei Spiele gegen die Türkei und Österreich haben die Stimmung vermiest.
Andrey Arshavin über die Kritik an der russischen Mannschaft

kicker: Fjodor Smolov soll im Sturm die Tore erzielen. Hat er das Zeug dafür?

Arshavin: Ich glaube schon. Er hat einen guten Abschluss, ist anspielbar. Er hat einen guten Kopfball mit seinen 1,87 Meter.

kicker: Die Sbornaja hat sieben Spiele infolge nicht gewonnen. Wie sehen Sie die Chancen des Teams, dass es eine gute WM spielt?

Arshavin: Leider haben sie zuletzt nicht gut gespielt. Alle kritisieren die Mannschaft. Das ist schade, vor allem die letzten zwei Spiele gegen die Türkei und Österreich haben die Stimmung vermiest.

kicker: Wie groß ist die Chance, dass Russland ins Achtelfinale kommt?

Arshavin: Sie können es schaffen, natürlich. Warum nicht? Saudi-Arabien, Ägypten sind Teams, die wir schlagen können. Und dann wären wir weiter.

kicker: Bevor es dann gegen den Favoriten der Gruppe geht, Uruguay.

Arshavin: Vielleicht ist bis dahin ja Uruguay auch schon qualifiziert und sie schauen eventuell, dass sie ihre Kräfte schonen.

Mounir Zitouni, Andrey Arshavin und Jörg Wolfrum
Die kicker-Redakteure Mounir Zitouni (l.) und Jörg Wolfrum (r.) umrahmen Andrey Arshavin.
© kickerZoomansicht

kicker: Das letzte Mal, dass Russland sich für die nächste Runde qualifizierte, das war 1986 in Mexiko. Damals noch als Sowjetunion und da spielten Blokhin, Rats, Dasajev, Demyanenko, Belanov. Woran liegt das?

Arshavin: Ich weiß es nicht. Vielleicht waren wir nicht gut genug, aber ich denke, dass die aktuelle, neue Generation das ändern wird. Auch wenn der Druck groß ist, hoffe ich, dass die Spieler das ausblenden können.

kicker: Das Ziel aus Ihrer Sicht?

Arshavin: Viele Leute sagen: Das ist die schwächste Mannschaft, die Russland hatte. Aber so etwas sagen sie immer. Die K.-o.-Runde, das Achtelfinale wäre eine große Feier.

kicker: Ein Überstehen der Gruppe würde die Stimmung hochhalten?

Arshavin: Wir Russen lieben es, zu feiern. Natürlich, aber es wäre auch ein tolles Beispiel für die Kinder, ein Ansporn für kommende Generationen.

kicker: Was sagen Sie den Leuten, die jetzt anreisen, oder vielmehr denen, die zu Hause geblieben sind, weil ihnen Russland zu fremd erschien?

Arshavin: Dass man keine Angst haben muss, auf der Straße dem russischen Bären zu begegnen. Alles ok, wir werden euch toll aufnehmen, wir Russen sind extrem gastfreundlich. Und auch bei uns gibt es im Sommer keinen Schnee. Es wird also Spaß machen.

Ich denke, er hätte es verdient gehabt, dabei zu sein.Andrey Arshavin über Leroy Sané

kicker: Deutschland bestreitet ohne Leroy Sané diese WM. Haben Sie sich darüber gewundert?

Arshavin: Es war eine große Überraschung für mich. Ich denke, er hätte es verdient gehabt, dabei zu sein.

kicker: Mesut Özil steht oft in der Kritik bei Ihrem Ex-Verein Arsenal. Zu Recht? Wie sehen sie Ihn?

Arshavin: Er ist ein toller Spieler, er kann alles.

kicker: Deutschland will seinen WM-Titel verteidigen. Ist das Team gut genug?

Arshavin: Deutschland hat das Niveau gehalten. Ich kann es nicht so gut beurteilen, weil ich kaum Spiele gesehen habe. Aber Deutschland ist immer stark, egal bei welchem Turnier. Aber es soll mal ein anderer Weltmeister werden, nicht schon wieder Deutschland.

Interview: Mounir Zitouni und Jörg Wolfrum

Sané & Co. fehlen allesamt nicht aus Verletzungsgründen
23 Enttäuschte: Dieser Top-Kader verpasst die WM
Sie fehlen in Russland: Radja Nainggolan, Alvaro Morata, Leroy Sané, Kingsley Coman, Luiz Gustavo und Christian Benteke.
Diese Superstars sitzen nur vor dem TV

Die finalen Aufgebote für die Weltmeisterschaft in Russland mussten am Montag bei der FIFA eingereicht werden - und einige Überraschungen waren mit dabei. Der kicker hat einen kompletten Kader zusammengestellt, der mit ordentlich Qualität aufwartet. Keiner der 23 aufgezählten, prominenten Namen fehlt aus Verletzungsgründen.
© imago (6)

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