Im Vergleich zum 0:0 in Hoffenheim änderte VfB-Trainer Armin Veh nicht das System, aber das Personal. So ließ er Gomez einzige Spitze spielen, Lanig und Simak als hängende Stürmer bzw. vorgeschobene Mittelfeldspieler und einer dichten Vierer-Reihe dahinter. In der Defensive verteidigte eine Dreierreihe. Personell ließ Veh Hilbert und Boka draußen, dafür brachte er Osorio und Magnin.
Die Bulgaren von Cherno More Varna, in der bulgarischen Meisterschaft nach fünf Spieltagen mit sieben Punkten auf Platz acht notiert, agierten im 4-4-1-1-System, mit Aleksandrov I hinter den Spitzen.
Der VfB Stuttgart begann schwungvoll und wollte die Bulgaren mit viel Pressing gleich vom Start weg überraschen. Das gelang auch einigermaßen - Khedira hätte nach Querpass von Lanig aus zwölf Metern schon treffen können, doch sein Linksschuss war zu schwach und zu unplatziert (3.).
Die Bulgaren rissen sich in der Offensive zunächst kein Bein aus, vielmehr war Varna daran interessiert, erstmal defensiv ordentlich zu stehen. Das schaffte die Spasov-Elf auch, denn die Stuttgarter kamen über weite Strecken der ersten Halbzeit nicht mehr gefährlich in den gegnerischen Strafraum.
Dass die Bulgaren dann aber kurz vor der Pause überraschend in Führung gingen, war vor allem der nachlässigen Abwehrarbeit der Schwaben geschuldet. Auf links konnte Yurukov unbedrängt flanken, in der Mitte pirschte sich Innenverteidiger Dyakov im Rücken von Tasci an und köpfte aus sechs Metern unhaltbar ein (42.). Nun reagierte der VfB, ein von Lanig schnell gespielter Ball in die Spitze landete bei Simak, doch der Tscheche verzog frei vor Varna-Keeper Hmaruc denkbar knapp (45.).
Mit Beginn des zweiten Abschnitts reagierte VfB-Trainer Veh personell und taktisch. Er brachte mit Hilbert für Osorio einen über rechts offensiver ausgerichteten Akteur und schickte mit Cacau für Simak einen zweiten Stürmer aufs Feld. Der Brasilianer feierte damit nach zweimonatiger Zwangspause wegen Adduktorenproblemen sein Comeback.
Schwungvoller oder ideenreicher wurde das Spiel des VfB aber dadurch noch nicht. Weiterhin schafften es die Schwaben nicht, das Spiel schnell vor das Tor der Bulgaren zu tragen. Varna stand mit der Führung im Rücken natürlich dicht gestaffelt, doch mussten die Bulgaren nicht allzuviel tun, um Gomez & Co. vom Tor fernzuhalten.
In der 66. Minute prallte der Ball im Strafraum zu Gomez, der ihn nicht sauber verarbeitete, aber trotzdem Lanig in Schussposituion brachte. Der Ex-Fürther schlug ein mächtiges Luftloch, so dass die Abwehr von Varna ziemlich irritiert schien, und Gomez stocherte den Ball aus vier Metern letztlich über die Linie zum 1:1. Ein verdienter Ausgleich, der trotzdem aus dem Nichts fiel.
Die Bulgaren wollten nun nochmal den Schalter umlegen und hatten durch Yurukov auch eine ganz gute Chance, als er alleine vor Lehmann am VfB-Keeper scheiterte (73.), doch ihnen schwanden zusehends die Kräfte. Mit mehr Raum kam das Kombinationsspiel der Schwaben besser zur Entfaltung und Gomez besorgte den Siegtreffer. Magnin hatte sich auf links durchgespielt und den Nationalspieler in der Mitte herrlich bedient, so dass dieser für seinen zweiten Treffer nur noch den Fuß hinhalten musste (81.). In der Schlussphase hätte die Veh-Elf noch ein drittes Tor erzielen können, doch blieb es letztlich beim knappen 2:1-Sieg.
Für die Stuttgarter geht es nun in der Bundesliga mit einem wahren Kracher weiter: Der VfB empfängt im baden-württembergischen Derby den Erzrivalen KSC.
| Tscherno More Varna |
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![]() Aufstellung: Hmaruc (3) - Aleksandrov (4) , Domakinov (4) , Dyakov (3,5) , Peris (4) - Ricardo André (4) , Iliev (3,5) - Yurukov (4) , Aleksandrov I (3) - Fernandez (4,5) Trainer:
Spasov |
| VfB Stuttgart |