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08.07.2018, 18:30

#ZSMMNBRUCH eines Weltmeisters - die kicker-Serie

Löws "gutes Gefühl" ein Trugschluss

Es ist ein sonniger Juni-Tag in Südtirol, als sich Joachim Löw zum Interview mit dem kicker auf der Terrasse des Hotels Weinegg in Eppan trifft. Für den Bundestrainer ist es der letzte Programmpunkt der zweieinhalbwöchigen Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Russland. Direkt im Anschluss geht es mit dem Tross nach Leverkusen, wo am kommenden Tag die WM-Generalprobe gegen Saudi-Arabien stattfindet.

Joachim Löw
Es lief nicht rund bei der WM in Russland: Bundestrainer Joachim Löw.
© picture allianceZoomansicht

Löw ist entspannt. "Ich habe ein gutes Gefühl", sagt der 58-Jährige gleich zu Beginn des Gesprächs. Alles sei nach Plan verlaufen - trotz der 1:2-Niederlage gegen Österreich. Und: Seine Mannschaft sei wie er bereit für die Mission Titelverteidigung.

Es ist ein Trugschluss. Einer von vielen, die sich in den vergangenen Monaten anhäuften und die letztlich in Russland zum größtmöglichen Zusammenbruch des Weltmeisters von 2014 führten: dem Aus nach der Vorrunde.

Löw, der sich in besagtem kicker-Interview als Visionär und Entwickler darstellt, der bereits jetzt zwei, drei Schritte in die Zukunft denkt, um für alles gewappnet zu sein, hat - so scheint es - bei aller Freigeisterei die Gegenwart aus dem Blick verloren. Wie sonst sind die Fehleinschätzungen zu erklären, die ihm rückblickend in den folgenden Minuten des Gesprächs unterlaufen...?

Die Bewertung der Erdogan-Affäre ("Das Thema ist für mich erledigt"), der Struktur seiner Mannschaft ("Die haben wir") oder des Erfolgshungers seiner Auswahl ("Extrem ausgeprägt") - Löws Aussagen stehen im krassen Gegensatz zu dem Bild, das die deutsche Mannschaft in Russland abgeben wird. Nur in einem Punkt liegt er halbwegs richtig: "Wenn wir Details nicht ernst nehmen, sind wir nur eine durchschnittliche Mannschaft." Wenn sich der Bundestrainer in den kommenden Wochen auf sein Wirken der vergangenen Wochen blickt, dürfte ihm auffallen, dass das, was er in Südtirol über seine Mannschaft sagte, auch auf ihn selbst zutrifft.


Lesen Sie im dritten Teil der Serie, warum ein einfaches "Weiter so" von Löw nach der WM 2018 nicht möglich ist und wie sich der Bundestrainer in seinem langjährigen Amt neu erfinden könnte.

Matthias Dersch

 
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