Bei der Wahl der Trainer und Kapitäne der Nationalmannschaften, deren Ergebnis am Montagabend im Rahmen der FIFA World Player Gala im Zürcher Opernhaus verkündet wurde, setzte sich Cristiano Ronaldo mit 935 Punkten gegen seinen schärfsten Konkurrenten Lionel Messi (FC Barcelona/678) durch, den er im Dezember bereits bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres auf Platz zwei verwiesen hatte. Dritter wurde Europameister Fernando Torres (FC Liverpool/203) vor Vorjahressieger Kaka (AC Mailand/183) und Xavi (FC Barcelona/155). Seit ihrer Einführung im Jahre 1991 war die Auszeichnung stets an einen Spieler gegangen, der in der italienischen Serie A oder der spanischen Primera Divisiòn aktiv war. Mit Ronaldo, der als zweiter portugiesischer Weltfußballer in die Fußstapfen von Luis Figo tritt, der 2001 geehrt wurde, wird nun erstmals ein Spieler aus der Premier League ausgezeichnet.
"Jeder, der mich kennt, weiß, dass für mich ein Traum in Erfüllung gegangen ist", erklärte der Vorjahresdritte nach der Auszeichnung durch Pele. Am 23-Jährigen führte im Jahr 2008 auch kein Weg vorbei. Seine rasanten Dribblings verzauberten die Fans, sein Stil, breitbeinig wie ein Cowboy zum Freistoß anzutreten, war unverkennbar. Der Premier League drückte der Portugiese seinen Stempel auf wie kaum ein Spieler zuvor. Mit 31 Treffern, nicht wenige davon fielen in die Kategorie "Traumtor", schoss er Manchester United förmlich im Alleingang zum Meistertitel und sicherte sich den Goldenen Schuh als bester Torschütze Europas. Zum zweiten Mal in Folge wählten ihn sowohl die Profikollegen als auch die englischen Journalisten zu Englands Fußballer des Jahres.
Auch in der Champions League griff Ronaldo mit den Red Devils nach den Sternen. Auf dem Weg zum Triumph war der Flügelstürmer mit acht Treffern bester Torschütze des Wettbewerbs. Im Finale von Moskau gegen den FC Chelsea (6:5 i.E.) erlebte er ein Wechselbad der Gefühle: Erst köpfte er United nach 26 Minuten in Führung, dann scheiterte er im Elfmeterschießen an Chelsea-Keeper Petr Cech, nur um am Ende doch vor Glück weinend auf dem Rasen zu liegen.

Ohne Frage, es war ein fabelhaftes Jahr für Cristiano Ronaldo, der mit ManUnited kurz vor Weihnachten auch noch Klubweltmeister wurde. Einziger Schönheitsfleck war das frühe Aus bei der EURO in Österreich und der Schweiz, wo Portugal bereits im Viertelfinale mit 2:3 an Deutschland scheiterte. Doch EM-Turniere fallen bei der Wahl zum Besten der Besten traditionell ohnehin kaum ins Geweicht. Einzig Zinedine Zidane wurde 2000 nach dem Kontinentalsieg auch Weltfußballer.
In den Tagen vor der Wahl blieb Cristiano Ronaldo sich treu, es ging rasant zu: Erst zerlegte er bei einem Unfall seinen Ferrari 599 GTB, dann demontierte er mit Manchester United den FC Chelsea im Topspiel der Premier League mit 3:0. Die immer wieder aufkommenden Gerüchte über einen Wechsel zu Real Madrid, die seit vergangenen Sommer immer wieder für Schlagzeilen sorgen, dementierte Ronaldo am Tag der Wahl ("Es gibt definitiv keine Vereinbarung").
Während der neue Weltfußballer, mit 23 Jahren nach Namensvetter Ronaldo (1996/20) der zweitjüngste Spieler, dem diese Ehre zuteil wurde, übers ganze Gesicht strahlte, spielten Deutsche 18 Jahre nach der ersten Gala mit der Auszeichung von Lothar Matthäus in Zürich keine Rolle. Bei den Männern hatte es Michael Ballack zwar auf die 23 Spieler umfassende Vorschlagsliste der FIFA geschafft, war über die Vorauswahl aber nicht hinaus gekommen. Nach dem 0:3 im Old Trafford hatte sich Ballack am Sonntag das Trikot von Cristiano Ronaldo gesichert - immerhin etwas.
Bei den Frauen gingen die dreimalige Weltfußballerin Birgit Prinz und ihre Nationalmannschaftskollegin Nadine Angerer leer aus. Die Auszeichnung erhielt erneut Marta, die schon 2006 und 2007 als Weltfußballerin geehrt worden war. Die Brasilianerin (1002 Punkte) gewann mit deutlichem Vorsprung vor Prinz (328) und Landsfrau Christiane (275). Angerer (198) landete auf Platz vier vor der Engländerin Kelly Smith (150).
Weltfußballer des Jahres 2008: Cristiano Ronaldo (Portugal)
Weltfußballerin des Jahres 2008: Marta (Brasilien)
Fair Play Award: Fußballverbände von Armenien und Türkei
Presidential Award: Frauen-Fußball (überreicht an die Frauen-Nationalmannschaft der USA)
FIFA-Entwicklungspreis: Fußballverband Palästina
UEFA-5-Jahreswertung
Deutschland nun klar vor Italien.
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