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11.10.2018, 23:49

Brügge-Trainer Leko wieder auf freiem Fuß

Skandal in Belgien: Ermittlung gegen 22 Verdächtige

Die Staatsanwaltschaft in Brüssel ermittelt im Zuge des massiven Korruptionsskandals im belgischen Fußball gegen insgesamt 22 Verdächtige, darunter ist unter anderem ein Top-Schiedsrichter und ein Vereinsoffizieller. Der verantwortliche Richter sprach am Donnerstag außerdem zwei internationale Haftbefehle aus, um die Auslieferung von im Ausland festgesetzten Personen zu ermöglichen. Das teilte eine Sprecherin des Staatsanwaltes mit.

Zehn Mannschaften der belgischen Jupiler League wurden ins Visier genommen.
Zehn Mannschaften der belgischen Jupiler League wurden ins Visier genommen.
© imagoZoomansicht

Am Donnerstag wurde unter anderem Brügges Trainer Ivan Leko, der am Mittwochmorgen festgenommen wurde, dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Das bestätigte sein Anwalt Walter Van Steenbrugge. Der Brügge-Trainer musste die Nacht zum Donnerstag im Gefängnis verbringen, nach einem Verhör wurde er zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt.

Auch Mogi Bayat, der als Spielerberater der mutmaßliche Strippenzieher der kriminellen Machenschaften sein soll, und sein Kollege Dejan Veljkovic sollten am Donnerstag ausführlich verhört werden. Dabei geht es um den Verdacht auf Finanzbetrug bei Transfers von Spielern und Spielmanipulationen bei Vereinen der ersten belgischen Liga.

Am Mittwoch hatte es eine groß angelegte Razzia gegeben, bei der 44 Durchsuchungen in sieben europäischen Ländern durchgeführt wurden und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt wurde. Bei den Hausdurchsuchungen in Frankreich, Luxemburg, Zypern, Montenegro, Serbien und Mazedonien sei es in erster Linie um verdächtige Transfers gegangen, teilten die Ermittler mit.

Zehn belgische Erstligisten im Fokus

Zudem wurden die Räumlichkeiten von zehn belgischen Erstligaklubs wegen der Beweissicherung ins Visier genommen. Dazu zählten unter anderem der Club Brügge, Gegner von Borussia Dortmund in der Königsklasse, Rekordmeister RSC Anderlecht, Standard Lüttich und Royal Antwerpen. Insgesamt waren 184 Polizisten in Belgien und 36 Beamte im Ausland an den Durchsuchungen beteiligt.

Der belgische Justizminister Koen Geens hatte betont: "Die Spielabsprachen untergraben die Integrität des Sports. Die Justiz arbeitet an einem fairen Sport." Nach Angaben der Ermittler steht vor allem die Spielzeit 2017/2018 im Fokus. Veljkovic soll dabei zusammen mit einem Schiedsrichter durch Spielmanipulationen versucht haben, den KVC Mechelen vor dem Abstieg zu retten - letztlich vergeblich.

Mechelens Finanzchef, Thierry Steemans, wurde nach Angaben der Zeitung De Standaard ebenfalls verhört. Als direkte Folge wurde der für das Wochenende geplante zehnte Spieltag der zweiten Liga komplett abgesagt. Belgischen Medien zufolge fürchtet die Liga Proteste von Mechelen-Fans. Anhänger des Klubs hatten bereits am Donnerstag am KV-Stadion gegen die Klubführung protestiert.

mst/sid

 
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