Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?
12.01.2015, 21:21

Aus Zürich kommentiert Jean-Julien Beer, kicker-Chefredaktion

Man ahnt immer, was kommt

Die Wahl des Weltfußballers ist und bleibt eine schwierige Sache. Früher musste man Weltmeister sein, um diese Wahl gewinnen zu können. 1994: Romario. 1998: Zidane. 2002: Ronaldo. 2006: Cannavaro. Doch das gilt seit 2010 nicht mehr, diese logische Ableitung wurde aufgeweicht für: Lionel Messi.

Weltfußballer 2014: Cristiano Ronaldo
Weltfußballer 2014: Cristiano Ronaldo
© Getty ImagesZoomansicht

Früher half es auch, wenn man Europas Fußballer des Jahres war. Zwölfmal wurde Europas Bester in der Vergangenheit dann auch der Beste der Welt, weshalb sich im Vorjahr Franck Ribery größte Hoffnungen machte, bei der FIFA-Gala zu gewinnen. Doch für ihn galt nicht, was zuvor für einen van Basten, Baggio, Weah, Kaka, Ronaldinho, Cristiano Ronaldo oder Messi hilfreich war. Auch im vergangenen Jahr wurde davon abgewichen, für: Cristiano Ronaldo.

Seither gilt auch bei dieser Wahl, die seit 1991 von der FIFA organisiert wird: Man weiß nicht mehr, welche objektiven Kriterien noch wichtig sind - aber man ahnt wenigstens immer, was kommt.

Nun könnte man sagen: Es scheint immerhin hilfreich zu sein, wenn man ein Feldspieler ist. Doch das würde den gezeigten Leistungen von Cristiano Ronaldo beim Gewinn der Champions League und als Torschützenkönig der Primera Division diesmal nicht gerecht. Sein Problem jedoch: Bei der WM war von ihm in einer schwachen portugiesischen Mannschaft nicht viel zu sehen, Brasilien war Neuers große Showbühne. Cristiano Ronaldos Vorteil: die vielen Tore, das Offensivspektakel, vor allem aber seine Dominanz als weltweite Marke. Das ist wichtig bei der Logik dieser Wahl, weil bei der Stimmabgabe in den entlegensten Winkeln dieser Erde nicht immer nur die Leistungen der Kandidaten akribisch analysiert und verglichen werden, sondern Bekanntheit und Sympathien nicht zu unterschätzende Faktoren sind.

Heute reicht es deshalb tatsächlich, wenn man Messi oder Cristiano Ronaldo heißt. Deren fußballerische Klasse ist eine Sensation, sie prägen eine Epoche des Weltfußballs wie nur wenige vor ihnen. Ihr Wert als Marke ist nicht weniger sensationell, ihr Standing ist in aller Welt nicht zu toppen, in Zeiten wuchernder sozialer Netzwerke ohnehin nicht. Seit 2008 schon machen Messi und Cristiano Ronaldo deshalb den Titel Weltfußballer unter sich aus. Manuel Neuer hat das früh erkannt und auf die beiden "Weltmarken Messi und Cristiano Ronaldo" verwiesen.

Ein anderes Problem war diesmal sicher auch: Die Leistungen eines Torhüters und eines Angreifers lassen sich kaum miteinander vergleichen. Vielleicht wäre es deshalb eine Überlegung wert, grundsätzlich einen Preis für den besten Torwart der Welt zu vergeben, zeichnet die FIFA doch inzwischen ohnehin fast alles Mögliche schon mit Awards aus.

Ein großer Abend für den deutschen Fußball

Ein großer Abend war es für den deutschen Fußball trotzdem: Joachim Löw wurde als Weltmeister nun Welttrainer des Jahres, was dem Spanier Vicente del Bosque 2010 noch verwehrt geblieben und erst zwei Jahre später nachgeholt worden war. Nach dem deutschen Triumph im Vorjahr (Trainer des Jahres: Jupp Heynckes, vor Jürgen Klopp; im Team des Jahres: drei Bayern, nämlich Manuel Neuer, Franck Ribery und Philipp Lahm; Trainerin des Jahres: Silvia Neid; Fußballerin des Jahres: Nadine Angerer) darf sich der Fußball hierzulande darüber freuen, diese Titel durch Löw, Ralf Kellermann und Nadine Kessler sogar verteidigt zu haben.

Für den kicker war Löw schon zweimal Mann des Jahres, auch 2014. Doch nicht allein wegen seines Erfolges in Brasilien, sondern auch wegen seines enormen Anteils am hohen Ansehen der deutschen Nationalmannschaft in aller Welt.

Übrigens: Wissen Sie noch, wer von der FIFA als bester Feldspieler der WM in Brasilien ausgezeichnet wurde? Kein Weltmeister, sondern, richtig: Lionel Messi. Was dem Argentinier selbst unangenehm war. Und Cristiano Ronaldo war da halt schon im Urlaub. Gemessen daran ist es eine grandiose Einzelleistung von Manuel Neuer, dass es durch ihn wenigstens der deutsche Weltmeister-Torwart unter die letzten drei der Weltfußballer-Wahl in Zürich geschafft hat. Die nächste große FIFA-Wahl ist übrigens im Mai die des Präsidenten. Und wir ahnen, siehe oben, was kommt.

Jean-Julien Beer, kicker-Chefredaktion
Jean-Julien Beer, kicker-Chefredaktion
© kicker
 

19 Leserkommentare

Sonnenloewe
Beitrag melden
14.01.2015 | 08:58

@Willy_Kohl

bitte bleiben sie sachlich.

ich selbst hätte Manuel Neuer gewählt, so habe ich es auch geschrieben.
[...]
Testbenutzerkonto
Beitrag melden
13.01.2015 | 19:07

@DonArturo

Was hat den der Begriff "Demokratie" mit der Beliebtheitswahl eines Fußballers zu tun? Das erste ist [...]
Willy_Kohl
Beitrag melden
13.01.2015 | 17:24

@Sonnenloewe

Ganz ehrlich: Ihr Geschreibe nervt langsam. Zu jedem Thema, zu jedem Verein, zu jedem Spieler wissen [...]
donArthuro
Beitrag melden
13.01.2015 | 15:44

Wahlen

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was diese ganze Diskussion soll?!
Die Wahl zum Weltfußballer d[...]
3levation
Beitrag melden
13.01.2015 | 14:33

@ Sonnenloewe

Fußballexperten wie den Trainer der weltbekannten Nationalmannschaft von St. Lucia, der einen Mario [...]

kicker-sportmagazin

Lesen Sie die aktuelle kicker-Ausgabe vor allen anderen auf Ihrem Tablet oder Smartphone!
noch vor Verkaufsstart verfügbar: Lesen Sie die Montagsausgabe schon Sonntagabend
mit unserem Abo-Service verpassen Sie garantiert keine Ausgabe
bequeme und sichere Bezahlung über Ihren Appstore-Account
mühelos und in Sekunden-
schnelle geladen!
   
   
google+ Google+ aktivieren
dauerhaft aktivieren

Golden Shoe

Die vom Verbund "European Sports Magazines" (ESM) erstellte europäische Torjägerliste.

Livescores Live

Schlagzeilen

UEFA-5-Jahreswertung

UEFA-5-Jahreswertung
Deutschland knapp vor England

UEFA-5-Jahreswertung

TV Programm

Zeit Sender Sendung
19:00 SP1 Basketball Live - Die BBL
 
19:00 EURO Fußball
 
19:15 SKYS2 Eishockey: Österreich EBEL
 
19:25 EURO Eurosport News
 
19:30 SKYBU Live Fußball: Bundesliga
 

Community

Die aktuellsten Forenbeiträge

Der Rahmenterminkalender

Bundesliga, Pokal, Champions League, Europa League, Nationalelf etc: Auf einem Blick wissen, was wann stattfindet.


Alle Termine 16/17

DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel eMagazine kicker MeinVerein FußballQuiz GloryRun