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07.08.2014, 19:52

Thema Kunstrasen erregt die Gemüter

Angerer: "Die Verletzungsgefahr ist riesig!"

Im nächsten Jahr findet die Frauen-WM in Kanada statt. Davon zeigen sich die deutschen Damen, die als amtierender EM-Sieger und zweimaliger Weltmeister als einer der großen Favoriten gehandelt werden, nicht sonderlich begeistert. Das hat weniger mit dem Land zu tun, als mit dem vorgesehenen Untergrund. Während Bundestrainerin Siliva Neid mit dem Thema eher besonnen umgeht, setzen die Spielerinnen harschere Töne an. Gar von einer Klage ist die Rede.

Nadine Angerer
Angesäuert vom kanadischen Untergrund: Nationaltorhüterin Nadine Angerer.
© Getty ImagesZoomansicht

Angeführt wird die Riege der Kritiker, bestehend aus rund 40 Athletinnen, von Weltfußballerin Nadine Angerer (2013). Diese Gruppe hat zu dem künstlichen Rasen eine ganz besondere Meinung. Das Geläuf wird dabei als "diskriminierend und illegal" für Weltklasse-Athletinnen bezeichnet, verletze außerdem die Menschenrechte und fördere die Gefahr von Blessuren, heißt es in dem vierseitigen Protestschreiben weiter. Angerer ergänzte: "Der Platz in Vancouver beispielsweise ist eine Frechheit, das ist Beton. Die Verletzungsgefahr ist riesig!"

In dem Schriftstück kündigen Angerer sowie Ex-Weltfußballerin Abby Wambach (2012) und Alex Morgan (beide USA) an, dass sie gegen die beiden Verbände klagen werden, falls die FIFA und das WM-Organisationskomitee der CSA sich in puncto Kunstrasen nicht auf einen Dialog einlassen wollen. "Wir sind in diesem Fall darauf vorbereitet, juristische Schritte einzuleiten, die erfolgreich sein werden", schlägt das Schreiben weiter eine konsequente Linie ein.

Leicht wird der ganze Disput jedenfalls nicht, hatte doch erst FIFA-Präsident Joseph Blatter anfang dieser Woche betont, dass Kunstrasen die "Zukunft des Fußballs" sei: "Es gab Zeiten, in denen das Spielen auf künstlichem Untergrund ein Alptraum war. Kunstrasen war wie Teppich auf Beton. Doch die Qualität hat sich stark verbessert."

Neid nüchtern wie Bierhoff

Silvia Neid
Arrangiert sich mit den Gegebenheiten: Bundestrainerin Silvia Neid.
© Getty ImagesZoomansicht

Bundestrainerin Neid hingegen empfand die Entscheidung, auf Kunstrasen spielen zu lassen, zwar als überraschend, zeigte sich aber kompromissbereit: "Wir müssen uns damit arrangieren und werden uns so gut wie möglich auf diese Situation vorbereiten." Vor einigen Jahren hatten auch die Herren Diskussionen mit dem Kunstprodukt - unter anderem beim WM-Qualifikationsspiel 2009 in Russland (0:1). Teammanager Oliver Bierhoff hatte sich damals ähnlich wie Neid geäußert: "Es darf keine Entschuldigung für uns sein, sich dort schwächer zu fühlen als auf normalem Rasen."

Immerhin fühlt Trainerin Neid mit ihren Akteurinnen mit: "Die Besorgnis einiger Spielerinnen kann ich nachvollziehen, denn bisher gab es ja noch nie eine Frauen- oder Männer-WM, die auf Kunstrasen ausgetragen wurde. Am Anfang war auch ich sehr überrascht, als ich erfuhr, dass die WM nicht auf Naturrasen gespielt werden soll."

Bilderstrecke zum Triumph gegen Norwegen
Angerer furios: Achter EM-Titel!
Europameister!
Europameister!

Geschafft: Die deutschen Frauen holen sich zum sechsten Mal in Folge und zum achten Mal insgesamt den Europameistertitel.
© Getty Images

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07.08.14
 
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zum Thema

weitere Infos zu Angerer

Vorname:Nadine
Nachname:Angerer
Nation: Deutschland
Verein:Portland Thorns
Geboren am:10.11.1978

weitere Infos zu Neid

Vorname:Silvia
Nachname:Neid
Nation: Deutschland
Verein:Deutschland