Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?

Dänemark

 - 

Deutschland

 
Dänemark

1:2 (1:1)

Deutschland
Seite versenden

Dänemark
Deutschland
1.
15.
30.
45.


46.
60.
75.
90.







Podolski trifft in seinem 100. Länderspiel

Bender beendet den Tanz auf der Rasierklinge

Deutschland steht als Gruppensieger im Viertelfinale der Europameisterschaft 2012. Die DFB-Auswahl musste allerdings im letzten Gruppenspiel gegen starke Dänen bis in die Schlussminuten zittern, ehe das Weiterkommen unter Dach und Fach war. Zu verdanken hatte die deutsche Elf das EM-Startelfdebütant Bender, der das gesamte Team erlöste. Die Dänen verpassten damit die Sensation, müssen die Koffer packen und Portugal den Vortritt lassen.

Lukas Podolski
Er schoss in seinem 100. Länderspiel das 1:0: Lukas Podolski.
© Getty ImagesZoomansicht

Knifflig war die Ausgangslage vor dem abschließenden Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Dänemark. Trotz der beiden Siege gegen Portugal und Niederlande musste die DFB-Elf ums Viertelfinale bangen. In Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Portugal wurden die Rechenschieber herausgeholt, es wurde gerechnet und spekuliert - alle vier Teams hatten noch Chancen aufs Weiterkommen. Aus deutscher Sicht war die Ausgangslage nicht allzu kompliziert: Mit einem Sieg oder einem Remis hätte die DFB-Elf das Viertelfinale aus eigener Kraft sicher stellen können.

Wie immer lag die Wahrheit allerdings auf dem Platz. Bundestrainer Joachim Löw vertraute weitgehend auf die Elf, die mit 2:1 gegen die Niederlande gewonnen hatte. Nur der Gelb-gesperrte Boateng musste passen und wurde von Bender vertreten. Dänemarks Coach Morten Olsen beließ es nach dem 2:3 gegen Portugal bei ebenfalls einem Wechsel: Im Mittefeld spielte Jakob Poulsen für den angeschlagenen Rommedahl (Muskelverletzung im Oberschenkel).

Die Löw-Elf ergriff erwartungsgemäß vom Anpfiff weg das Kommando und riss das Spiel an sich. Mit variablem und in die Breite gezogenem Passspiel sollte der dänische Abwehrriegel aufgerissen werden. In der sechsten Minute war es dann soweit: Podolski brachte den Ball in seinem 100. Länderspiel punktgenau zu Müller, der jedoch aus fünf Metern am gut reagierenden Andersen scheiterte. Das sollte für längere Zeit allerdings die einzige nennenswerte Chance der Partie gewesen sein, da den Deutschen trotz klarer Feldvorteile zu wenig einfiel. Zu stabil präsentierte sich die Abwehr um den dänischen Kapitän Agger.

Die Dänen indes hatten ihr Hauptaugenmerk auf die Deckung gelegt, nach vorne wurde das Spiel in aller Ruhe aufgebaut - Durchschlagskraft entwickelte Danish Dynamite dabei allerdings kaum und lag nach 19 Minuten plötzlich zurück: Nach einem Einwurf behauptete sich Müller gekonnt am Ball und flankte scharf und flach nach innen. Gomez legte gekonnt per Hacke zurück auf Podolski, der das Leder wuchtig mit rechts (!) in die Maschen drosch.

Krohn-Dehli läutet den Tanz auf der Rasierklinge ein

Krohn-Dehli (li.) erzielt per Kopf das 1:1
Ausgleich: Krohn-Dehli (li.) erzielt per Kopf das 1:1.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Führung hatte aber nicht allzu lange Bestand, denn die Dänen legten ihre Stärke bei Standards an den Tag: Bendtner verlängerte eine lang gezogene Ecke per Kopf in die Mitte zu Krohn-Dehli, der locker einnickte - 1:1 (24.). Alles war wieder offen, so wie auch das Spiel. Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe, wenngleich die DFB-Auswahl weiterhin optisch überlegen war. Nur stellten die Skandinavier die Räume exzellent zu und machten damit vor allem dem deutschen Mittelfeld den Gar aus.

Die wenige Möglichkeiten, die die DFB-Elf hatte, wurden von den aufmerksamen Innenverteidigern Agger und Kjaer mit Glück und Geschick vereitelt. Weil auch noch Khedira in der 41. Minute nach einem bösen Stockfehler von Kvist aus 16 Metern knapp neben den rechten Pfosten schoss, blieb es beim 1:1-Pausenstand.

- Anzeige -

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es für Deutschland ein Tanz auf der Rasierklinge, da es im Parallelspiel zwischen Portugal und den Niederlanden ebenfalls 1:1 lautete. Und fast wäre Danish Dynamite nach Wiederanpfiff der Paukenschlag gelungen, als Jakob Poulsen nur Zentimeter links vorbei schoss (51.). Dänische Chancen waren allerdings ansonsten extrem rar, da die "Olsenbande" ihre defensive Grundordnung nicht aufgab. Die Skandinavier igelten sich in der eigenen Hälfte ein und erledigten ihren Job exzellent. Die deutsche Offensive biss sich die Zähne an diesem Bollwerk aus.

Deutscher Dauerdruck auf dänisches Bollwerk - Bender sorgt für Erleichterung

Löw reagierte und brachte mit Schürrle für Podolski einen frischen Mann für die linke Seite. Und der Leverkusener setzte direkt ein dickes Ausrufezeichen, als er mit einem Schrägschuss Andersen prüfte (68.). Auf der Gegenseite sorgte Zimling mit einem fulminanten Fernschuss für erhöhtes Herzrasen bei Neuer (71.). Apropos Herzrasen, dieses kam auch im deutschen Lager auf, denn Portugal führte dank einer Gala-Vorstellung von Cristiano Ronaldo gegen die Niederlande zu diesem Zeitpunkt mit 2:1 - ein Tor der Dänen, und der Vize-Europameister wäre draußen gewesen.

So ging es in eine extrem spannende Schlussphase, in der die DFB-Auswahl zunächst Glück hatte, als Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo (Spanien) bei einem Zupfer von Badstuber gegen Bendtner im eigenen Sechzehner weiterspielen ließ und der dänische Stürmer Neuer danach nicht bezwingen konnte (76.). Kurz darauf war es schließlich Bender, der einen zu langen Pass auf den eingewechselten Klose doch noch erwischte und im Strafraum Andersen keine Chance ließ (80.). Das war das erlösende 2:1, das zugleich das Viertelfinale für Deutschland bedeutete. Die Dänen versuchten es dann zwar noch einmal, hatten nun aber nichts mehr zuzusetzen und mussten sich schlussendlich mit dem Gruppenaus abfinden.

Deutschland trifft somit am kommenden Freitag in Danzig auf Griechenland. Anpfiff ist um 20.45 Uhr. Die Dänen müssen indes die Koffer packen, während Portugal am Donnerstag in Warschau die Tschechen fordert.

17.06.12
 
- Anzeige -

Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Dänemark
Aufstellung:
S. Andersen (2,5) - 
Jacobsen (4,5) , 
Kjaer (4) , 
Agger (3)    
S. Poulsen (4,5) - 
Kvist (3) - 
Eriksen (5) , 
J. Poulsen (3)    
Zimling (4)    
Krohn-Dehli (3)    

Einwechslungen:
79. C. Poulsen für Zimling
82. Mikkelsen für J. Poulsen

Trainer:
Olsen
Deutschland
Aufstellung:
Neuer (3,5) - 
L. Bender (2)    
Hummels (3,5) , 
Badstuber (3) , 
Lahm (2,5)    
Khedira (3) , 
T. Müller (2,5)    
Özil (4) , 
Podolski (3)        
Gomez (4)    

Einwechslungen:
64. Schürrle für Podolski
74. Klose für Gomez
84. T. Kroos für T. Müller

Trainer:
Löw

Tore & Karten

 
Torschützen
0:1
Podolski (19., Rechtsschuss, Gomez)
1:1
Krohn-Dehli (24., Kopfball, Bendtner)
1:2
L. Bender (80., Rechtsschuss, Özil)

Spielinfo

Anstoß:
17.06.2012 20:45 Uhr
Stadion:
Lwiw, Lwiw
Zuschauer:
32990 (ausverkauft)
Spielnote:  3,5
ein Spiel, das komplett vom Nervenkitzel lebte, weniger vom fußballerischen Geschehen.
Chancenverhältnis:
4:6
Eckenverhältnis:
5:3
Schiedsrichter:
Carlos Velasco Carballo (Spanien)   Note 2
souveräne Spielführung. Gute Zweikampfbeurteilung. Grenzwertig, aber vertretbar, bei Badstubers Zweikampf gegen Bendtner nicht auf Strafstoß zu entscheiden (76.).
Spieler des Spiels:
Lars Bender
Das muss man erst mal hinkriegen: Der Leverkusener spielte eine völlig neue Rolle, hatte noch nie die Hymne auf dem Platz hören dürfen - und machte dann völlig cool das entscheidende Tor.
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

- Anzeige -