Österreichs Teamchef Josef Hickersberger änderte sein Team nach dem 1:1 gegen Polen auf drei Positionen. Martin Hiden rückte für den gelbgesperrten Sebastian Prödl in die Innenverteidigung und kam damit genauso zu seinem ersten EM-Einsatz wie Erwin Hoffer, der im Angriff den formschwachen Roland Linz ersetzte. Ebenso neu in der Anfangself stand der zukünftige Bochumer Christian Fuchs, der überraschend Christoph Leitgeb verdrängte.
Bundestrainer Joachim Löw nahm nach der 1:2-Niederlage gegen Kroatien nur eine Änderung an seiner Startformation vor. Arne Friedrich ersetzte den an der Schulter verletzten Marcell Jansen und nahm in der Viererkette den Platz auf der rechten Seite ein, Philipp Lahm rückte auf links.
Die Anfangsphase gehörte klar der deutschen Mannschaft, die früh zu ersten Torchancen kam. Stranzl vertendelte vor dem eigenen Sechzehner den Ball an Podolski, dessen Pass dann jedoch zu ungenau war (4.). Nur eine Minute später tankte sich Klose auf rechts gegen gleich drei Österreicher durch und passte in den Fünfmeterraum, wo Gomez völlig frei stand, aber aus kaum mehr als zwei Metern den Ball nicht richtig traf. Garics beförderte den Querschläger des Stuttgarters von der Linie. Die Löw-Elf machte weiter, doch Friedrichs Flanke von rechts fand am zweiten Pfosten keinen Abnehmer (9.), Podolskis Drehschuss nach schöner Vorarbeit von Gomez wurde abgeblockt (14.).
Für etwa fünf Minuten machte sich urplötzlich Verunsicherung in der deutschen Hintermannschaft breit. Erst verschätzte sich Mertesacker bei einem langen Ball und hatte Glück, dass Hoffer im Duell mit Metzelder ins Straucheln geriet (17.), dann tauchte der österreichische Stürmer frei vor Lehmann auf, wurde wegen einer angeblichen Abseitsstellung aber zurückgepfiffen (20.). Ein Distanzschuss von Aufhauser, den Lehmann zur Ecke lenkte, bildete den Schlusspunkt der österreichischen Kurzoffensive (21.).
Danach hatte sich der Favorit wieder erholt und kam durch Podolski zu einer weiteren Chance (23.), fand jedoch nicht mehr derart konsequent den Weg nach vorne. Dies lag nicht zuletzt daran, dass die Österreicher nun besser standen als noch zu Beginn. Zudem schlug der Gastgeber nun eine härtere Gangart ein: So konnte Aufhauser von Glück sagen, dass Schiedsrichter Mejuto Gonzalez seinen Griff ins Gesicht von Podolski nicht sah (27.). Vor beiden Toren passierte ab der 30. Minute nicht mehr viel, an der Seitenlinie dafür umso mehr. Als sich Löw und Hickersberger zum wiederholten Male wegen einer Entscheidung in die Haare gerieten, wurde es dem spanischen Unparteiischen zu bunt: Er schickte beide auf die Tribüne. Bis zum Pausenpfiff war die Atmosphäre entsprechend aufgeheizt.

Die zweite Hälfte hätte für die deutsche Mannschaft beinahe mit einer bösen Überraschung begonnen. Nach Friedrichs katastrophalem Fehlpass rannte Hoffer allein aufs Tor zu, brauchte jedoch zulange mit dem Abschluss (46.) - Mertesacker war zur Stelle. Wenig später konnte Ivanschitz Lahms Antritt 26 Meter vor dem Tor nur regelwidrig stoppen. Ein kostspieliges Foul, denn den fälligen Freistoß jagte Ballack in den rechten Torwinkel (49.). Symptomatisch, dass es eine Standardsituation war, die den Favoriten erlöste - dem Spiel der Löw-Elf mangelte es weiterhin an Bewegung, vor allem im Angriff, wo Klose und Gomez sich allzu oft auf den Füßen standen.
Folgerichtig daher die Auswechslung des Stuttgarters, der nach einer Stunde durch seinen Vereinskollegen Hitzlsperger ersetzt wurde. Nach dem Führungstreffer begnügte sich die deutsche Mannschaft damit, den Vorsprung zu verwalten. Zu weiteren Torchancen reichte es lange Zeit nicht. Mit wütenden Verzweiflungsangrifffen versuchten die Österreicher zwar noch einmal, die unsicher wirkende Defensive des Favoriten unter Druck zu setzen. Wirklich gelang ihnen dieses aber nicht mehr. Lahm rettete gegen Ivanschitz (82.), Hoffer schoss links am Tor vorbei (84.). Das war es dann aber auch schon, letztlich waren die Gastgeber erneut zu harmlos. So wurde die Passivität der Löw-Schützlinge nicht bestraft.
Als Gruppenzweiter zieht die deutsche Mannschaft damit ins Viertelfinale ein, wo am Donnerstagabend (20.45 Uhr) gegen Portugal gewiss eine Steigerung vonnöten sein wird. Mit Österreich verabschiedet sich nach der Schweiz auch das zweite Ausrichterland bereits nach der Vorrunde.
| Österreich |
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![]() Aufstellung: Macho (3) - Garics (4) , Stranzl (3,5) , Martin Hiden (4,5) , Pogatetz (5) - Fuchs (3,5) - Aufhauser (4) - Ivanschitz (5) - Harnik (4,5) , Korkmaz (3,5) - Hoffer (5) Trainer:
Hickersberger |
| Deutschland |
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0:1
Ballack (49., Rechtsschuss)
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Gelbe Karten |
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| Besondere Vorkommnisse | |
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Die Trainer Hickersberger und Löw wurden auf die Tribüne verwiesen (41.).
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