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30.08.2018, 20:03

Kommentar zur Champions-League-Auslosung

Zeit, gegen den Bundesliga-Trend anzukämpfen!

Am Donnerstagabend in Monaco wurde der Bundesliga mal wieder bitter vor Augen geführt, wo sie gerade international steht. Doch diese Champions-League-Auslosung bietet Perspektiven gegen den Trend. Ein Kommentar von Rainer Franzke (kicker-Chefredaktion).

Christian Pulisic in der vergangenen Champions-League-Saison
Im Vorjahr überstanden nur die Bayern die Champions-League-Gruppenphase - der BVB scheiterte sieglos.
© imagoZoomansicht

Das schon legendäre "Bayerndusel" bei den Gruppenauslosungen zur Champions League blieb dem deutschen Rekordmeister auch am Donnerstag in Monaco treu. Die Münchner erwischten von den vier deutschen Startern die leichteste Gruppe, aber auch Borussia Dortmund, Schalke 04 und selbst Debütant TSG Hoffenheim sind in durchaus machbare Gruppen eingezogen.

Eine sogenannte "Hammer-" oder "Traumgruppe" ist der Bundesliga in diesem Jahr erspart geblieben. Aber was bedeutet diese Einschätzung überhaupt noch angesichts des Abschneidens der deutschen Vereine in den vergangenen Jahren? Die letzten Jahre in den europäischen Wettbewerben haben gezeigt, dass die Bundesligavertreter für das große Ding eine Nummer zu klein sind - abgesehen vom FC Bayern München. Dem Rekordmeister wird auch nach dieser Auslosung von allen Experten im europäischen Fußball wieder viel zugetraut; die Vertreter der drei anderen deutschen Champions-League-Teilnehmer wurden beim Treffen der europäischen Topvereine in Monaco mehr unter "ferner liefen" wahrgenommen, trotz ihrer durchaus lösbaren Aufgaben in der Gruppenphase.

Der beste Fußball wird nicht in den beiden umsatzstärksten Ligen gespielt

Drei spanische Klubs (FC Barcelona, Real und Atletico Madrid) in Topf 1 bei der Gruppenauslosung, das dokumentierte schon vor der Ziehung der Paarungen am Donnerstagabend einmal mehr, wo der erfolgreichste Fußball in Europa gespielt wird. Eben nicht in der Premier League und in der Bundesliga, die zwar die beiden umsatzstärksten Ligen in Europa sind, aber mit Bayern und Manchester City eben nur jeweils einen unter den acht Klubs in Topf 1 gestellt haben, in dem neben dem nationalen Meister eben auch der Champions und Europa-League-Sieger Platz finden.

Dass die Bundesliga überhaupt noch in der Fünfjahreswertung der UEFA hinter Spanien, England und Italien auf dem vierten Platz rangiert und dadurch auch automatisch vier Teilnehmer an der Gruppenphase der Champions League stellen darf, verdankt sie ohnehin fast ausschließlich den Erfolgen des FC Bayern in den vergangenen Jahren.

Der vierte Champions-League-Startplatz ist bedroht

Mittelfristig wird dieser vierte Startplatz der Bundesliga jedoch verloren gehen, wenn ihre anderen Vertreter in Champions und Europa League auch in dieser Saison so mittelmäßig bis schlecht wie in den vergangenen Jahren abschneiden sollten - trotz der keineswegs dramatisch hohen Hürden in den Gruppenspielen.

Das selbstgefällige Schönreden von durchwachsenen Leistungen im Bundesliga-Alltag, die Selbstüberschätzung vieler Spieler, Trainer und Funktionäre hat die Bundesliga längst in einen Abwärtssog gebracht, der spätestens bei der WM in Russland auch die Nationalmannschaft erfasst hat. Viele in der Bundesliga sehen sich als Stars, dabei ist deren Zahl handverlesen. Am jeweils letzten Donnerstag im August wird das der Bundesliga auch in anderer Hinsicht vor Augen geführt: Bei der Ehrung von Europas Fußballer des Jahres zählen deutsche Spieler schon seit Jahren nicht mehr zum engeren Kreis der aussichtsreichen Kandidaten.

Zeit, gegen den Trend anzukämpfen! Die Auslosung eröffnet dazu gewisse Perspektiven.

Rainer Franzke

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© Getty Images

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