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02.05.2018, 01:56

Kommentar zum Ausscheiden des FC Bayern

Wieder raus mit Applaus - und doch grundsätzliche Fragen

Wieder gehen die Bayern raus mit Applaus. Statistisch gesehen wird das Ausscheiden immer knapper - ist diese Bilanz Zufall? Geht es nur um Glück oder Pech, oder nicht auch um Qualität? Ein Kommentar von kicker-Chefreporter Karlheinz Wild aus Madrid.

FC Bayern
Die Bayern verabschieden sich aus der Champions League.
© imagoZoomansicht

Zunächst müssen nach derart dramatischen 95 Minuten die Emotionen ausgelebt werden. Und so war Thomas Müller, sonst der Gute-Laune-Bayer beim deutschen Rekordmeister, der Spieler, den dieses Aus im Halbfinale der Champions League nach einem spektakulären 2:2-Unentschieden bei Real Madrid sichtlich extrem runterzog. Der Kapitän dieser mitreißend spielenden und aufopferungsvoll kämpfenden Münchner Mannschaft wies auf die krassen individuellen Fehler hin, die erneut die Zulassung zum Finale verhindert hatten.

Im vergangenen Jahr waren es gegen den selben Gegner aus Spaniens Hauptstadt die Platzverweise für Javi Martinez und Arturo Vidal gewesen, dazu Vidals verschossener Elfmeter im Hinspiel (1:2, dann 2:4 nach Verlängerung im Bernabeu-Stadion). 2016 hatte Müller selbst im Rückspiel gegen Atletico Madrid vom Punkt aus nicht verwandelt (0:1 im Hinspiel; 2:1 in München). Und dieses Mal leiteten Rafinha in München mit einem fatalen Querpass sowie nun Corentin Tolisso und vor allem Torwart Sven Ulreich mit einer krassen Co-Produktion den Knockout ein, der 1:2-Heimniederlage folgte nun dieses 2:2.

Eine Frage von Glück und Pech?

Wieder gehen die Bayern raus mit Applaus. Trösten können sie die vielen anerkennenden und aufmunternden Worte nicht, die Münchner wollen Siege, Erfolge und Trophäen. Sie wollen vor allem diesen Henkelpott der Champions League.

2013 haben sie ihn zum letzten Mal in ihre Vitrine gestellt, nach einem 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund. Seither sind sie nun zum vierten Mal in fünf Jahren im Halbfinale von spanischen Klubs aus dieser Konkurrenz vertrieben worden, in den ersten beiden Jahren unter Pep Guardiola ziemlich deutlich, 0:1 und 0:4 von Real 2014 sowie 2015 von Barcelona 2015 mit 0:3 und 3:2.

Ist diese Bilanz des statistisch immer knapper werdenden Ausscheidens Zufall? Eine Frage von Millimetern, Hunderstelsekunden - also Glück und Pech? Oder doch eine Tendenz, wenn die Königlichen aus Madrid zudem diesen Cup in den vergangenen vier Jahren dreimal gewonnen haben und nun den Hattrick schaffen können?

Lewandowski und Müller haben zu wenige Treffer beigetragen

kicker-Chefreporter Karlheinz Wild
kicker-Chefreporter Karlheinz Wild
© kicker

Immer Glück ist Qualität, hat Hermann Gerland, der ewige Cotrainer des FC Bayern, einmal gesagt. Im Umkehrschluss bedeutet dieser kluge Spruch: Immer oder des Öfteren Pech bedeutet in gewisser Weise ein Defizit an Klasse, bei den Abwehrfehlern wie der mangelnden Chancenverwertung. Gewiss, auch Cristiano Ronaldo vergab die XXL-Gelegenheit zum entscheidenden 3:1 an diesem 1. Mai 2018, doch der Real-Torjäger hat schon 15 Treffer im laufenden Wettbewerb erzielt und entscheidend dazu beigetragen, dass das Real Madrid der 2010er Jahre diese internationale Ära prägt. Robert Lewandowski, der nach München wechselte, um ebenda diesen Titel zu holen, hat dafür als Stürmer der Extraklasse, der er in der Bundesliga seit Jahren ist, bislang zu wenige Treffer beigetragen in den K.-o.-Spielen. Aber auch Müller hat in den zwei diesjährigen Halbfinals keinen Lauf gehabt und in dieser kontinentalen Runde 2017/18 insgesamt lediglich drei Treffer vorzuweisen.

Mit Heynckes zurück in die Erfolgsspur - aber die Bilanz reicht nicht

Dennoch haben die Bayern nach diesem missratenen Start und der 0:3-Klatsche im Gruppenspiel in Paris eine beachtliche internationale Spielzeit absolviert. Der 2013er Triple-Trainer Jupp Heynckes dirigierte diese zuvor zerfledderte Mannschaft zurück in die Erfolgsspur. Wo Klubs mit ausufernden Millionen-Investitionen wie Paris Saint Germain oder Manchester City längst aus der Wertung gefallen sind, haben es die Münchner mit ihrer vernünftigen Strategie bis in die Vorschlussrunde geschafft.

Aber diese Bilanz reicht ihnen nicht. Sie wollen grundsätzlich mehr. Und deshalb werden sie sich - wenn die großen Gefühlswallungen abgeebt sind - grundsätzliche Fragen stellen. Vor allem nach ihrer weiteren Personal- und Investitionspolitik.

Champions League, 2017/18, Halbfinale
Real Madrid - Bayern München 2:2
Real Madrid - Bayern München 2:2
Schal zum Spiel

Ein Fan-Artikel-Verkäufer zeigt den Schal zum Spiel: Real gegen Bayern am Tag der Arbeit.
© picture-alliance

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205 Leserkommentare

Rotorius
Beitrag melden
09.05.2018 | 12:14

@Streichholzbolplatz

Ich behaupte auch nicht, das nicht gedopt wird. Auch im Fußball-gabs ja auch schon Beispiele bzw Aussagen [...]
Parnaioca
Beitrag melden
09.05.2018 | 00:41

@Strichhohlbolzplätzchen

Wir wissen, dass es Kontroversen um die Dopingfragen im Fussball gibt. Sie hätten das auch mit eigenen [...]
Streichholzbolplatz
Beitrag melden
08.05.2018 | 23:15

26. April 2018 16:39
Fußball
Kontra für Müller-Wohlfahrt: Doping "auch im Fußball"
Direkt aus dem dpa-Newskana[...]
Streichholzbolplatz
Beitrag melden
08.05.2018 | 23:14

Zitat:" Der Nürnberger Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel hat mit großem Unverständnis auf die Behauptung [...]
Streichholzbolplatz
Beitrag melden
08.05.2018 | 23:13

@Rotorius

Zitat:" Der Nürnberger Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel hat mit großem Unverständnis auf die Behauptung [...]

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Vorname:Jupp
Nachname:Heynckes
Nation: Deutschland


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