Nach dem Bekanntwerden der positiven Dopingkontrollen zweier Spieler von Gruppengegner ZSKA Moskau im Spiel bei Manchester United (3:3) am 3. November drängt der VfL Wolfsburg bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) auf eine Klärung des Sachverhalts. "Sollte ein klarer Fall von Doping vorliegen, wäre es nicht richtig, wenn ZSKA in die K.o.-Runde käme", sagte VfL-Geschäftsführer Jürgen Marbach dem SID.
Die Wolfsburger hatten durch die 1:3-Niederlage gegen Manchester im Fernduell gegen Moskau den Kürzeren gezogen und als Gruppendritter die nächste Runde verpasst. Zuvor war allerdings bekannt geworden, dass die beiden ZSKA-Verteidiger Sergey Ignashevich und Aleksey Berezutskiy nach dem Spiel bei ManU positiv getestet wurden. Bei den A-Proben beider Spieler ist nach Angaben der UEFA eine unter Kategorie "S6. Stimulans" aufgeführte und laut entsprechender WADA-Liste verbotene Substanz festgestellt worden. "Bei Dopingfällen in anderen Sportarten wird zu Recht immer hartes Durchgreifen gefordert. Das muss auch für den Fußball gelten", so Marbach.
Die Verantwortlichen des VfL sind auch über das fünfwöchige Warten auf die Ergebnisse der positiven Dopingproben verärgert. "Es ist verwunderlich, dass das wochenlang dauert", zitiert die dpa VfL-Trainer Armin Veh: "Normalerweise wären die gegen uns gesperrt gewesen." Wolfsburg unterlag am 5. Spieltag, zwei Wochen nach der Partie der Russen in Manchester, in Moskau mit 1:2.
Zu einem möglichen Protest des Bundesligisten befragt, sagte Veh. "Das ist eine Sache, die die UEFA entscheiden muss." Der Klub will sich heute aber nochmal intern beraten.
Die beiden russischen Spieler wurden bis zur Anhörung vor der Disziplinarkammer der UEFA am 17. Dezember vorläufig gesperrt und konnten damit auch nicht im Gruppenspiel am Dienstag bei Besiktas Istanbul eingesetzt werden, das Moskau mit 2:1 gewann. "Wir wissen, dass auch die Klubführung von Besiktas schon bei der UEFA vorstellig geworden ist. Wir erhoffen uns deshalb eine schnelle Klärung des Sachverhalts", sagte Marbach. Besiktas hatte durch die Niederlage gegen Moskau den dritten Platz und damit die Qualifikation für die Europa League verpasst.
ZSKA teilte auf seiner Website mit, dass der medizinischen Abteilung ein "technischer Fehler" unterlaufen und den Spielern das Erkältungsmittel Sudafed, ein Medikament gegen Rachenentzündung, verabreicht worden sei. Das Präparat hätte jedoch angemeldet werden müssen.
Die Chancen Wolfsburgs, doch noch ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen, scheinen aber ohnehin nicht allzu hoch zu sein. In Artikel 21 des UEFA-Doping-Reglements von 2009 heißt es unter der Rubrik "Konsequenzen für die Mannschaft", Punkt 21.02: "Wenn mehr als zwei Mitgliedern einer Mannschaft ein Verstoß gegen Antidoping-Vorschriften zur Last gelegt wird, kann die betreffende Mannschaft in Übereinstimmung mit der UEFA-Rechtspflegeordnung aus dem laufenden und/oder künftigen Wettbewerben ausgeschlossen werden." Es waren aber "nur" zwei Spieler, die positiv getestet wurden.
Kurios: Nach jedem Spiel müssen exakt zwei Spieler pro Team zur Dopingkontrolle . . .
UEFA-5-Jahreswertung
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