
Barcelona musste im Vergleich zum Halbfinal-Rückspiel beim FC Chelsea (1:1) auf Dani Alves (Gelbsperre) und Abidal (Rotsperre) verzichten, zudem blieb Keita auf der Bank. Puyol rückte auf rechts, links sollte Sylvinho die Kreise von Ronaldo stören. Außerdem rückte Henry (nach Knieproblemen) wieder in die Startelf. Yaya Touré spielte wie schon bei den "Blues" in der Innenverteidigung neben Pique. Der 20-jährige Busquets agierte erneut im defensiven Mittelfeld.
Weniger Personalsorgen hatte da ManUnited-Coach Sir Alex Ferguson. Bis auf eine Ausnahme spielte die Elf, die den FC Arsenal im Rückspiel mit 3:1 bezwang. Fletcher (Rotsperre) wurde durch Routinier Giggs ersetzt.
Das als "Finalissima" titulierte Duell benötigte keine Anlaufzeit. Die Zuschauer in Rom hielten bereits nach wenigen Sekunden den Atem an, als Ronaldo aus etwa 25 Metern in gewohnter "Cowboy-Manier" zum Freistoß antrat - und Valdes gehörig in Verlegenheit brachte. Der katalanische Keeper wehrte den zentral geschossenen Versuch in die Mitte ab, Park kam beim Nachsetzen einen Tick zu spät. Die Red Devils wirkten in der Anfangsphase wesentlich frischer und spielfreudiger. Vor allem Ronaldo: Ein weiterer Fernschuss des Portugiesen in der 7. Minute verfehlte sein Ziel nur um Zentimeter.
ManUnited schien das Spiel zu kontrollieren, während Barça nicht in den gewohnten Kombinationsfluss kam. Doch in der 10. Minute schlug der spanische Meister eiskalt und effektiv zu: Eto'o, von Iniesta im Strafraum in Szene gesetzt, versetze Vidic auf der rechten Seite mit einem Haken, Carrick kam zu spät. Mit der Fußspitze beförderte der Kameruner das Leder an van der Sar vorbei zum 1:0 ins kurze Eck.
Und so verschoben sich die Verhältnisse zugunsten der Blaugrana. Phasenweise ließ die Guardiola-Elf ihre Kontrahenten gar nicht in Ballbesitz kommen, das gewohnte Kurzpassspiel funktionierte nun. In der 19. Minute schoss Messi aus 20 Metern nur haarscharf über das Gehäuse. Noch enger wurde es nach einem 18-Meter-Freistoß von Xavi, der das Tordreieck um Zentimeter verfehlte (27.). Von ManUnited kam bis zur Pause schlicht zu wenig. Die Red Devils leisteten sich zu viele Fehler im Spielaufbau, wirkten in der Defensive löchrig und im Angriff ideenlos. Nur Ronaldo setzte vereinzelte Höhepunkte. Doch sowohl sein Schuss aus der zweiten Reihe (20.) als auch noch sein Kopfballversuch (23.) verfehlten das Gehäuse von Valdes. So ging es mit der verdienten Führung für Barcelona in die Halbzeit.
United-Coach Alex Ferguson reagierte, brachte Angreifer Tevez für den blassen Anderson. Doch die Katalanen lieferten auch nach der Pause zunächst die Höhepunkte. Henry vernaschte auf links Ferdinand, scheiterte jedoch aus kurzer Distanz an van der Sar. In der 51. Minute traf Xavi bei einem Freistoß von der Strafraumgrenze nur den Pfosten. Ein Patzer von Touré hätte ManUnited beinahe zurück ins Spiel gebracht. Sein "Luftloch" nach einer Rooney-Flanke blieb aber folgenlos, da Park einen Schritt zu spät kam (54.).
Damit begann die beste Phase des englischen Meisters. Doch auf klare Gelegenheiten wartete der Anhang der Red Devils vergeblich. Zu kompakt standen die Katalanen in der Abwehr - und in der Offensive blieben sie brandgefährlich, wie die 71. Minute unter Beweis stellte.
Denn zu diesem Zeitpunkt schlug Xavi eine Flanke in den Strafraum. Ferdinand stand von Messi viel zu weit weg, der kleine Argentinier schraubte seine ganzen 169 Zentimeter Körpergröße in die Höhe und wurde so zum "Größten". Sein klasse Kopfball landete unhaltbar für van der Sar im langen Eck.

Zweifelsohne wäre noch einmal Spannung aufgekommen, hätte Ronaldo kurz nach dem 0:2 allein vor Valdes das Leder im Tor untergebracht, doch Barças Keeper war an diesem Abend nicht zu überwinden. Die Katalanen hatten in den Schlussminuten mehrere Chancen, den Sack endgültig zuzumachen, letztlich blieb es aber beim verdienten 2:0-Sieg für den FC Barcelona, der als erster spanischer Verein das Triple (Meisterschaft, Pokal, Champions League) gewinnt.
| FC Barcelona |
|---|
| Manchester United |
![]() ![]() Aufstellung: van der Sar (4,5) - O'Shea (3) , R. Ferdinand (5) , Vidic (5) , Evra (5,5) - Carrick (5) , Anderson (5) - J.-S. Park (4,5) , Giggs (5) , Rooney (5) - Cristiano Ronaldo (3,5) Trainer:
Ferguson |
