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28.05.2009, 16:43

Gladbach: Trainer verlässt die Borussia

Meyer räumt den Posten

In den letzten Wochen war viel darüber spekuliert worden, ob Hans Meyer im Falle des Klassenerhalts der Borussia aus Mönchengladbach auch in der kommenden Saison die sportlichen Geschicke bestimmen würde. Die Liga konnte von den "Fohlen" gehalten werden, nicht aber der Trainer. Der entschied sich gegen ein weiteres Engagement am Borussia Park. Meyer tritt mit sofortiger Wirkung zurück.

Hans Meyer
Gibt die sportlichen Geschicke bei der Borussia aus der Hand: Hans Meyer.
© imagoZoomansicht

Am Nachmittag bestätigte auch der Verein, dass der Vertrag mit Meyer aufgelöst wird. "Wir haben in den letzten Tagen viele intensive Gespräche mit ihm geführt und müssen seinen Wunsch akzeptieren", sagte VfL-Vizepräsident Rainer Bonhof: "Wir sind Hans Meyer sehr dankbar, dass er uns in dieser Saison in einer schwierigen Situation geholfen und die Mannschaft so stabilisiert hat, dass wir am Saisonende unser Ziel, den Klassenerhalt, erreicht haben."

"Das ist kein öffentliches Thema", hatte der Trainer am Mittwoch gegenüber dem kicker bezüglich seiner Zukunft geäußert, der 66-Jährige wollte sich "in den nächsten Tagen" entscheiden. Dies hat er nun getan. Der Coach bestätigte seinen Rücktritt am Donnerstag der "Aachener Zeitung": "Mit Hans Meyer, mit einem fast 67-Jährigen kann man keine Mannschaft aufbauen. Mit meiner Erfahrung konnte ich helfen, die Klasse zu erhalten. Alles andere ist nicht produktiv, nicht für Hans Meyer und nicht für den Fußball-Klub Borussia Mönchengladbach. Man sollte nichts anderes hineininterpretieren."

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Meyers dritte erfolgreiche Mission

2004 rettete Hans Meyer Hertha BSC vor dem Abstieg, 2006 den 1. FC Nürnberg. Doch die Aufgabe bei der Borussia war Meyers schwierigste Mission. Kurz nach dem Dienstantritt im Oktober dachte der Coach an Aufgabe, weil ihm "der Glaube" gefehlt habe, versicherte Meyer. Ein junger Kader, fehlende Bundesliga-Erfahrung, kaum Organisation auf dem Platz - die Mängelliste war lang.

Meyer blieb trotzdem. Und er zog die richtigen Schlüsse. Mit den Winter-Einkäufen. Mit seiner antiquiert anmutenden Ausrichtung des Teams, gerade gegen Saisonende, die eigentlich gar nicht seiner sonst auf "Vorwärtsverteidigung" ausgerichteten Denkweise entspricht. Dass die Borussia den Klassenerhalt (ohne Relegation) nach elf Hinrundenpunkten schaffte, ist ein kleines Wunder. Er nahm in Kauf, dass sein absolut autoritärer Stil bei vielen Profis schmerzende Wunden hinterließ (und -lässt), dass auch intern der Einbau vieler Defensivspieler diskutiert wurde, dass seine bissig-knorrige Außendarstellung nicht jedermanns Geschmack traf. Am Ende zählte nur eins: die Rettung.

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Kult-Trainer Hans Meyer

Die Frage, ob der Kraftakt Klassenerhalt nicht zu viele Reibungspunkte mit sich brachte, hat Meyer nun offenbar geklärt. Der Coach, der mit dem Ja-Wort zögerte und noch "Gespräche führen" wollte, kehrt dem VfL wohl den Rücken und wird seine Arbeit in Mönchengladbach nicht fortsetzen.

Zwölf Jahre Jena

Hans Meyers Karriere begann beim SC Motor/FC Carl Zeiss Jena. Als Spieler kam der Verteidiger allerdings nur auf 30 Einsätze in der damaligen DDR-Oberliga.

Von 1971 an war er zwölf Jahre lang als Trainer in Jena tätig und führte die Thüringer zu drei Pokalsiegen sowie 1981 ins Europapokal-Finale der Pokalsieger (1:2 gegen Dynamo Tiflis).

Im wiedervereinigten Deutschland konnte er zunächst nur schwer Fuß fassen, weshalb er den Umweg über das Ausland wählte. Nach dreieinhalb Jahren bei Twente Enschede (Niederlande) kehrte er im September 1999 nach Deutschland zurück und unterschrieb bei Borussia Mönchengladbach.

Nach seiner Trennung von den Rheinländern (2003) folgte das erfolgreiche Kurz-Engagement bei Hertha BSC (Dezember 2003 bis Juni 2004), ehe er im November 2005 beim 1. FC Nürnberg unterschrieb. Er rettete die Franken vor dem drohenden Abstieg und führte sie eine Saison später zum Pokalsieg. Im Februar 2008 wurde er in Nürnberg von Thomas von Heesen als Trainer abgelöst.

28.05.09
 
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