Bundesliga

Funkel: "Ich weiß nicht, ob und wie das zu kitten ist"

Frankfurt: Bruchhagen stärkt Trainer - Caio verletzt

Funkel: "Ich weiß nicht, ob und wie das zu kitten ist"

Fußball, Bundesliga: Friedhelm Funkel, Trainer von Eintracht Frankfurt.

Wehrt sich gegen die Stimmungsmache gegen seine Person: Eintracht-Coach Friedhelm Funkel. imago

"Auch wenn es die öffentliche Meinung fordert, werden wir keine neuen Schulden machen und keinen neuen Trainer holen. Wir lassen uns den Verein nicht nehmen, eine Fremdbestimmung kann es nicht geben", sagte der 60-Jährige.

Der Druck der Anhänger auf Funkel wird trotz des 4:1-Erfolges am vergangenen Samstag gegen Borussia Mönchengladbach und des damit fast sicheren Klassenerhalts zunehmend größer. Auch am vergangenen Samstag hallten wie bei allen Heimspielen zuletzt "Funkel-raus-Rufe" durch die Arena.

Ich finde es unglaublich, wie niedrig die Hemmschwelle geworden ist, Menschen zu beschimpfen.

Friedhelm Funkel

Nun setzt sich Funkel erstmals gegen die seit Monaten anhaltenden Unmutsäußerungen einiger Eintracht-Fans zur Wehr. "Ich weiß nicht, ob und wie das zu kitten ist. Ich höre natürlich diese Rufe, aber ich beschäftige mich nicht damit. Ich finde es unglaublich, wie niedrig die Hemmschwelle geworden ist, Menschen zu beschimpfen. Das passiert ja auch anderen Kollegen, Ede Becker in Karlsruhe zum Beispiel oder auch Jürgen Klinsmann, der auf Platz zwei steht und aus meiner Sicht noch deutscher Meister wird", sagte Funkel.

Der derzeit erfahrenste Coach der Bundesliga (423-mal saß der 55-Jährige in der Bundesliga auf der Bank) sieht trotz der Missstimmung bei einem Teil der Frankfurter Anhänger keinen Grund, seinen zuletzt bis Ende Juni 2010 verlängerten Kontrakt vorzeitig aufzulösen.

"Ich arbeite gerne bei der Eintracht und mit dieser Mannschaft. Und erstaunlich ist doch, dass ich im täglichen Leben in der Stadt keinerlei negative Äußerungen zu hören bekomme. Nicht wenn ich einkaufe, nicht wenn ich in der Fressgass' einen Kaffee trinke, nirgendwo. Eher ist das Gegenteil der Fall, ich bekomme Zustimmung und Aufmunterung."

Caio nicht dabei - Fenin fraglich

Schlechte Nachrichten gab es unter der Woche derweil von Martin Fenin. Der 22-Jährige, der gegen Borussia Mönchengladbach (4:1) mit einem Carbon-Panzer sein erstes Spiel nach einem Rippenbruch bestritt, fehlte am Mittwoch im Training, weil er am Tag zuvor im Training einen Schlag auf das Knie erhalten hatte. Der Stürmer erlitt eine Prellung und einen Bluterguss in der linken Kniekehle, ob er auflaufen kann ist fraglich.

Klar ist dagegen, dass Mittelfeldspieler Caio nicht spielen wird. Den Brasilianer plagt ein Abszess am linken Oberschenkel. Der 22-Jährige, der in dieser Saison keines seiner 15 Spiel über die volle Distanz bestritt, ist erst gar nicht mit nach Stuttgart gereist.