Die prompte Reaktion kam aus dem eigenen Haus: FCB-Trainer Jürgen Klinsmann will die mangelnde Finanzkraft der Bundesliga im internationalen Vergleich nicht als Ausrede für Misserfolg in der Champions League gelten lassen. "Ich akzeptiere das Argument der finanziellen Diskrepanz zu den Großen nicht. Die Top-15-Vereine in Europa sind alle mit lauter Nationalspielern bestückt. Und letztlich ist die Atmosphäre, ist die Arbeitsphilosophie wichtiger als ein Hundert-Millionen-Transfer", äußerte sich Klinsmann in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.
"Mein Job ist es, meine Leute so zu verbessern, dass wir auch mit finanzstarken Klubs wie Chelsea oder Milan konkurrieren können", schreibt Klinsmann die "Königsklasse" in Zukunft für den FC Bayern keineswegs ab.
Sechs Milliarden Euro für sechs Jahre - diese stolze Summe stand der DFL bislang in Aussicht. Sirius, eine Tochtergesellschaft der Kirch-Beteiligungsgesellschaft KF 15, ist bereit, diesen Betrag zu überweisen. Aber wohl kaum, falls das vorgestellte TV-Modell nicht realisiert werden kann. Christian Seifert, DFL-Geschäftsführer, sieht somit auch diesem "Sirius-Vertrag die Grundlage entzogen".
Geld ginge verloren, der Abstand zu den drei großen Ligen würde zwangsläufig wachsen.
Karl-Heinz Rummenigge will trotz dieser Problematik an der Zentralvermarktung festhalten und sich mit den anderen Bundesligisten solidarisch erklären. Spitzenvereine in Italien oder Spanien schließen eigene, lukrative TV-Verträge ab und enteilen so der Konkurrenz.
„Die Hürden werden immer höher gelegt. Und irgendwann kann auch der FC Bayern sie nicht mehr überspringen.“Karl-Heinz Rummenigge
"Ich habe gesagt, dass wir zur Zentralvermarktung stehen, und ich sage nach dem für mich nicht nachvollziehbaren Spruch des Kartellamtes: Jetzt erst recht. Würden wir als FC Bayern die Solidarität aufkündigen, wäre das für uns kurzfristig vorteilhaft, für den Fußball in Deutschland aber schädlich. Wir werden den Profifußball nicht im Regen stehen lassen", so der FCB-Vorstandsvorsitzende gegenüber dem sid.
Höhere Einnahmen will Rummenigge keinesfalls über teurere Eintrittskarten erzielen. "Der Fan soll weiter seinen Spaß haben und nicht leiden", meint der Ex-Nationalspieler. Die Champions League sei unter diesen Umständen freilich nicht zu gewinnen - auch wenn der Rekordmeister unter Neu-Trainer Jürgen Klinsmann in dieser Saison um die europäische Spitze mitspielen will.
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