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19.11.2007, 13:33

Hamburg: Abschied aus privaten Gründen

Perfekt! Stevens 2008 zur PSV

Schock für den Hamburger SV. Der Tabellendritte der Bundesliga muss sich ab der kommenden Spielzeit nach einem neuen Trainer umsehen.

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Huub Stevens und HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann
"Momente, in denen Überreden keinen Sinn macht": HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann.
© dpa Zoomansicht

"Das ist natürlich ein Schock", sagte Abwehrspieler Collin Benjamin, "aber man muss diese Entscheidung akzeptieren und dafür auch Verständnis haben." Auch für Stevens selbst war es eine schwere Entscheidung: "Es fällt mir sehr schwer, aber es gibt Dinge, die wichtiger sind als Fußball." Auch der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann respektierte die Entscheidung des erfolgreichen Trainers. "Es gibt Momente, in denen Überreden keinen Sinn macht."

Hintergrund des Wechsels ist die Gesundheitssituation von Stevens' Frau, die seit längerem schwer erkrankt ist und in einem Krankenhaus in Eindhoven liegt. Dort wird auch eine erneute Operation durchgeführt.

Für die Hamburger kam diese Entwicklung keineswegs überraschend. Die Verantwortlichen des Bundesliga-Dinos wussten schon seit längerem über das konkrete Interesse der Eindhovener an Stevens Bescheid. Am Wochenende wurde das Thema brisant, am Sonntag fällte Stevens zusammen mit seiner Familie die Entscheidung pro Eindhoven und stand darüberhinaus im ständigen Austausch mit den HSV-Machern.

Für die Hamburger beginnt damit die Trainersuche, für die reichlich Zeit vorhanden ist. "Wir haben jetzt ausreichend Vorlauf zur Trainersuche", sagte Hoffmann. Außerdem seien die Norddeutschen nun als Tabellendritter interessanter, als damals als Tabellen-17. Auch HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer betonte, dass "Stevens ein solides Fundament geschaffen" habe, auf dem sich aufbauen ließe.

Dass Stevens durch den angekündigten Abschied an Autorität verliert, ist nicht anzunehmen. Schließlich hat er schon zweimal bewiesen, dass er in derlei Situationen die jeweiligen Mannschaften weiterhin voll im Griff hatte. Die Schalker führte er nach seinem angekündigten Abschied gen Berlin nach durchwachsener Vorrunde fast noch in die Champions League und wurde am Ende mit den "Königsblauen" Fünfter. Auch in Köln kündigte er seinen Abschied frühzeitig an und führte 2005 dennoch den FC souverän als Zweitliga-Meister zurück in die Bundesliga. Auch mit dem HSV will Stevens noch Einiges erreichen. "Ich habe beim HSV noch etwas zu erledigen und bin weiterhin motiviert, die Saison erfolgreich zu beenden."

Das seit 32 Jahren verheiratete Ehepaar Stevens lebt in Eindhoven. Als Spieler gewann der 53-Jährige 1978 mit der PSV als Spieler den UEFA-Cup. Insgesamt war Stevens elf Jahre als Spieler in Eindhoven aktiv und anschließend Jugend- und Amateurtrainer. In der Saison 1992/93 sprang er interimsweise ein, als der damalige Chefcoach Bobby Robson am Darm operiert werden musste. Stevens hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass für ihn ein Traum in Erfüllung ginge, wenn er als Hauptverantwortlicher zur PSV zurückkehren würde.

Nachdem der spanische Erstligist FC Valencia Eindhovens Ex-Trainer Ronald Koeman zum Klub des deutschen Nationalskeepers Timo Hildebrand lotste, holte sich der Philips-Klub von Martin Jol (ehemals Tottenham Hotspur) und Fred Rutten (Twente Enschede) Absagen.

Nach Aussagen des PSV-Direktors Jan Reker holen die Niederländer nun erst einmal zwei Interimstrainer, um dann im Sommer mit der Wunschlösung Stevens weiter zu arbeiten. Übergangsweise springen Ex-Bayern-Profi Jan Wouters und Sef Vergoossen in die Bresche. Laut dem Eindhovener "Dagblad" wird Stevens in Eindhoven einen Zweijahres-Vertrag bis 2010 unterschreiben.

Stevens' Vertrag beim Hamburger SV läuft im kommenden Sommer aus.

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19.11.2007, 13:33
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