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14.03.2019, 13:28

"Es geht nur über den Weg der Ausbildung" - "Ich sehe es nicht so schwarz"

Nagelsmanns Schlüsse aus den deutschen Europacup-Pleiten

Natürlich hat Julian Nagelsmann mit höchstem Interesse das Abschneiden der deutschen Starter in der Champions League verfolgt. Schließlich war er mit der TSG Hoffenheim in der Gruppenphase noch mittendrin in der Königsklasse, als Tabellenletzter freilich als erstes der vier Teams ausgeschieden. Nun hat es bereits in der ersten K.-o.-Runde auch Dortmund, Schalke und Bayern München im direkten Vergleich mit der englischen Premier League gegen Tottenham, Manchester City und Liverpool erwischt, ein herber Rückschlag für das Renommee der Bundesliga.

Julian Nagelsmann
Beobachtete das Auftreten der deutschen Europapokal-Teams mit großen Interesse: TSG-Trainer Julian Nagelsmann.
© imagoZoomansicht

"Natürlich ist es nicht der Anspruch der erfolgsverwöhnten Fußballrepublik, dass alle vier Mannschaften vor den interessanten Runden ausscheiden. Jetzt ist es so. Aber ich sehe es nicht so schwarz wie viele andere. Es waren alles gute Gegner", erklärte der 31-Jährige am Donnerstag.

Für Nagelsmann die logische Konsequenz der ungleichen finanziellen Möglichkeiten. "Wenn der 18. der Premier League einen um 20 Millionen Euro höheren Etat als wir hat, ist es einfach schwer. Dass die Engländer jetzt alle vier Mannschaften durchbringen, ist bei dem Salär, dass sie einsetzen, nicht verwunderlich. Es wäre erschreckend, wenn es nicht so wäre", findet Nagelsmann, "entweder wir wachen irgendwann alle auf, damit es Chancengleichheit gibt..." Das Oder schenkt er sich.

Natürlich gibt es Instanzen, die da etwas regeln könnten, aber das ist ein extrem weiter Weg, der fernab jeglicher Realität ist.Julian Nagelsmann

Dennoch müsse man vor der neuen Dominanz von der Insel nicht kapitulieren. "Einfach nicht so viel jammern und es akzeptieren, wie es ist, das ist das eine", empfiehlt Nagelsmann, "dazu versuchen, gute Talente auszubilden, und mit günstigeren Investitionen trotzdem Topspieler rauskriegen. Das wird einige Jährchen dauern, aber, wir dürfen diesen Weg nicht verlassen. Es gibt aktuell keine Alternative." An den gegebenen Rahmenbedingungen werde sich kaum etwas ändern. "Natürlich gibt es Instanzen, die da etwas regeln könnten, aber das ist ein extrem weiter Weg, der fernab jeglicher Realität ist", so Nagelsmann und ließ offen, ob er dabei an die einschränkende 50+1-Regelung denkt oder an eine konsequentere Umsetzung des Financial Fairplay oder andere Maßnahmen.

"Deshalb geht es nur über den Weg der Ausbildung, über eine gute Idee, die ein Trainer hat, über Spielglück in einigen Momenten", so Nagelsmann. Im Duell Bayern gegen Liverpool sah er durchaus "zwei Teams auf ähnlichem Niveau, der den ersten Fehler gemacht hat, hat verloren."

Mit Leipzig: Nagelsmanns nächste Bewährungsprobe

Einen weiteren Nebeneffekt hatte die aktuelle Europacuprunde außerdem für Nagelsmann. Gerade die Stärke der früheren TSG-Gegner Liverpool und ManCity habe gezeigt, "dass wir es insgesamt nicht so schlecht gemacht haben. Da relativiert sich vielleicht auch mein persönlicher Ärger ein bisschen." Der Bundesliga insgesamt rät Nagelsmann: "Mund abwischen und darauf konzentrieren, dass die nächsten, die sich qualifizieren, es wieder besser machen." Die Chancen, das persönlich zu beweisen, stehen für den designierten Leipzig-Trainer nicht schlecht, RB liegt als Dritter auf Champions-League-Kurs.

Michael Pfeifer

Sonderheft Champions League und Europa League 2018/19
 
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weitere Infos zu Nagelsmann

Vorname:Julian
Nachname:Nagelsmann
Nation: Deutschland
Verein:TSG Hoffenheim


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