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12.01.2019, 23:13

Finkes Rekord-Amtszeit kein Thema

Streich: "Noch acht Jahre macht die Maschine nicht mit"

Wie lange kann der SC Freiburg noch auf Christian Streich bauen? Im Trainingslager sinnierte der Trainer über Volker Finkes Rekord-Amtszeit - und über seinen größten Wunsch beim Abschied.


Aus Freiburgs Trainingslager in Sotogrande/Spanien berichtet Patrick Kleinmann


Christian Streich
"Nein, nein! Das schaff' ich gar nicht": Christian Streich.
© Getty ImagesZoomansicht

Unlängst feierte Christian Streich wieder ein Dienstjubiläum als Trainer beim SC Freiburg, es war sein siebtes als Trainer der Profi-Mannschaft. Dienstältester aktueller Bundesliga-Coach ist er ohnehin, selbst in der langen Historie der höchsten deutschen Fußballklasse gibt es nur wenige Übungsleiter, die länger am Stück bei einem Verein arbeiteten.

16 Spielzeiten lang stand Volker Finke zwischen 1991 und 2007 im Breisgau an der Seitenlinie, heute kaum mehr vorstellbar. Den Rekord seines Vor-Vor-Vorgängers zu knacken, ist für Streich allerdings kein Ziel. "Man weiß nicht, was die Zeit alles bringt. Aber nein, nein! Das schaff' ich gar nicht, das kann ich mir nicht vorstellen", sinnierte der 53-Jährige im SC-Trainingslager: "Also jetzt nochmal acht Jahre und gerade am Stück nochmal durch, dann wäre ich ja über 30 Jahre ohne Pause Trainer. Ich glaube, die Maschine macht das nicht mit." Bevor er den Posten im Dezember 2011 von Marcus Sorg übernahm, war der Badener bereits 16 Jahre Jugendtrainer beim SC, eine Zeit zudem parallel Co-Trainer der Profis.

Dann machst du Pause, aber was weiß ich, was in der Pause passiert. Vielleicht sage ich: Es reicht jetzt.Christian Streich

Die Art und Weise, mit der Streich sein Amt ausübt, intensiv und impulsiv, mit viel Feuer und Herz, hat ihre Grenzen, das weiß er selbst am allerbesten. Und im Fußball könne man ohnehin nicht absehen, wie schnell es manchmal geht. "Jetzt stellen Sie sich mal vor, in einem Jahr ist es gut. Unter Umständen ist es auch schon innerhalb von drei oder vier Monaten völlig anders", sagt Streich und macht sich deswegen bereits Gedanken über die Zeit danach: "Dann machst du Pause, aber was weiß ich, was in der Pause passiert. Vielleicht sage ich: Es reicht jetzt. Vielleicht sage ich aber auch: Oh, jetzt will ich aber gern wieder. Ich weiß es nicht. Ich habe die Situation noch nie gehabt."

Sein Wunsch für das Ende als Freiburger Coach ist klar: "Das Tollste wäre für mich, dass ich irgendwann aufhöre, aber im Jahr vorher eine ordentliche Saison gespielt habe und der Verein sagt: Super! Es ist alles gut, und die Leute stehen mir nicht negativ gegenüber." Dann zu sagen "Jetzt ist es gut", das wäre für ihn "okay", sagt er und fragt zu Recht: "Aber ob das im Fußball realisierbar ist?"

Wenn er mal geht: "Ich möchte nur, dass es nicht zu dramatisch ist"

Als im Dezember 2006 nach einer durchwachsenen Zweitliga-Hinrunde bekannt gegeben worden war, dass Volker Finke zum Saisonende nach 16 Jahren beim SC aufhören würde, und die Mannschaft unter dem Trainer-Routinier in der Rückrunde plötzlich Punkt für Punkt nach oben aufholte, spaltete das Thema ganz Freiburg; enge Freundschaften zerbrachen damals an der Frage, ob Finke doch bleiben solle oder nicht. Das hat Streich damals hautnah erlebt.

Auch deswegen wäre ein harmonisches Ende nach einer für Freiburger Verhältnisse erfolgreichen Saison irgendwann "ein Traum, das wäre echt Wahnsinn nach so vielen tollen Jahren". Aber: "Das weiß man ja nicht, das ist kein Wunschkonzert. Meistens ist es nicht so - im Fußball schon gar nicht. Ich möchte nur, dass es nicht zu dramatisch ist. Das habe ich im Kopf, das gebe ich ganz ehrlich zu." Ein akutes Thema ist es aktuell aber nicht - und wann es das wird, kann selbst Streich nicht einschätzen: "Ich weiß es nicht. In zwei Jahren, drei Jahren, in einem Jahr? Aber in acht Jahre? Nein!"

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