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10.12.2018, 09:08

24-Jähriger ist ein Stück weit unverzichtbar

Kerk und der schwere Weg zurück

Sein Auftritt beim 0:3 im Derby gegen die Bayern fiel gelinde gesagt dezent aus - gut, damit befand sich der Nürnberger Sebastian Kerk in bester Gesellschaft, seinen Mannschaftskollegen erging es nicht wesentlich besser.

Hatte gegen Bayern keinen guten Tag: Sebastian Kerk, hier von Leon Goretzka (r.) bedrängt.
Hatte gegen Bayern keinen guten Tag: Sebastian Kerk, hier von Leon Goretzka (r.) bedrängt.
© imagoZoomansicht

Der Unterschied: Der 24-Jährige wurde auf eine zentrale Position beordert, um seinen Kollegen eine Stütze zu sein. Hinter Mittelstürmer Mikael Ishak sollte er als ballsichere Relaisstation fungieren und dem Angriffsspiel des Aufsteigers Konturen verleihen.

Soweit zum Plan, nun zur Realität: Angriffsspiel war nicht, Hinterherhecheln stattdessen angesagt. "Wir haben nicht agiert, sondern nur reagiert, sind dem Ball und den Bayern hinterhergelaufen", sagt Kerk, um anzufügen, dass "wenn wir mal den Ball hatten, er gefühlt nach wenigen Sekunden weg war". Kleiner Einspruch: nix gefühlt, Fakt.

Einem Fakt, zu dem er nicht unwesentlich beitrug. Er, ein feiner Techniker mit gutem Spielverständnis, der im Normalfall sehr wohl den Ball zu behaupten weiß, fand wenig bis gar nicht statt. Mal ließ er sich viel zu leicht das Spielgerät abjagen, mal passte er es ungewohnt fahrig in die Füße des Gegners. Da passte es auch ins Bild, dass er am Samstag schwerfällig wirkte, seine sonstige Leichtfüßigkeit blitzte nur gelegentlich auf.

Ein Umstand, der Trainer Michael Köllner nicht verborgen blieb. "Seine lange Verletzungspause fordert ihren Tribut", erklärt er, warum Kerk in der einen oder anderen Szene das fehlte, was ihn sonst auszeichnet. Und zwar Frische wie auch Tempo. Wenig verwunderlich. Nach einer fast einjährigen Zwangspause wegen einer gerissenen Achillessehne kämpfte er lange um den Anschluss, ehe er am 9. Spieltag gegen Frankfurt erstmals im Ligabetrieb wieder in der Startelf stand.

Wir waren noch weit weg davon, zu sagen: 'Wir haben es gut gemacht.'Sebastian Kerk

Ihn zur Pause auszuwechseln, kam Köllner dennoch nicht in den Sinn, was wiederum an Kerks Qualität liegt, ruhende Bälle in den Strafraum zu schlagen. Da mit Enrico Valentini wegen eines Sehneneinrisses in der Hüfte der andere Standardexperte fehlt, ist Kerk, soweit dessen Kräfte reichen, momentan ein Stück weit unverzichtbar.

In München ließ ihn sein Trainer nach der Pause mit Virgil Misidjan den Platz tauschen, die linke Seite hatte er bis zu seiner Auswechslung in der 70. Minute zu beackern. Eine Aufgabe, die er laut seinem Trainer vor allem in der Defensive ordentlich erledigte. Nicht zu vergessen, dass es ungeachtet seiner sonst blassen Vorstellung dennoch Kerk war, der die einzige gefährliche Situation für Bayern-Keeper Manuel Neuer heraufbeschwor - und zwar in der 64. Minute mit einem Flachschuss aus 14 Metern.

Dass generell die zweite Hälfte des FCN die bessere war, taugt für Kerk allerdings nur bedingt als Mutmacher: "Nach der Pause haben die Bayern weniger Druck gemacht. Wir waren zwar besser, aber immer noch weit weg davon, zu sagen: 'Wir haben es gut gemacht'. Die Punkte müssen wir ohnehin gegen andere Gegner holen."

Am besten gleich am Freitag zu Hause gegen den VfL Wolfsburg. Sein Rezept für diese Aufgabe lautet somit, München schnell möglichst aus den Köpfen zu bekommen und sich stattdessen auf die eigenen Stärken zu besinnen. In eben diese Kerbe schlägt auch sein Trainer: "In München haben wir unser Spiel überhaupt nicht auf den Platz gebracht. Gegen Wolfsburg müssen wir nun eben unser wahres Gesicht zeigen."

Christian Biechele

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weitere Infos zu Kerk

Vorname:Sebastian
Nachname:Kerk
Nation: Deutschland
Verein:1. FC Nürnberg
Geboren am:17.04.1994


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