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26.12.2017, 20:42

DFB-Präsident zum Videobeweis

Grindel: "Weniger Kommunikation mit Kölner Keller"

Die Einführung der Videobeweis-Testphase zum Start der Saison erhitzte die Gemüter weit mehr als gedacht. Dennoch wollen die Beteiligten daran festhalten. Auch DFB-Präsident Reinhard Grindel ist mehr als zuversichtlich. Allerdings stellte er klar, dass am Ende nur einer die Entscheidungen zu treffen hat.

Schiedsrichter Patrick Ittrich
Soll weiter das Sagen haben: Der Schiedsrichter auf dem Rasen (hier:Patrick Ittrich).
© picture allianceZoomansicht

"Mich stimmt sehr zuversichtlich, dass wir gerade bei den letzten Spieltagen der Bundesliga-Hinrunde Situationen hatten, wo alle Entscheidungen an einem Spieltag richtig waren, und damit der Fußball gerechter wird", resümierte Grindel jetzt auf einem Interview mit DFB-TV. "Ich glaube, dass es richtig ist, dass das IFAB, also die Regelhüter, das die Grundlage schafft für die Umsetzung auch dieses Videobeweises, nochmal klargestellt hat: Es geht darum, nur klare Fehler vom Videoassistenten zu beanstanden und vor allen Dingen - wie sie jetzt sagen - klare und offensichtlich falsche Entscheidungen. Es geht nicht darum, jeden einzelnen Schiedsrichterfehler zu korrigieren."

Eine Einstellung des Experiments ist beim IFAB derzeit überhaupt kein Thema. Allerdings wurde bemängelt, dass der Video Assistant Referee (VAR) zu oft angewandt wurde. Eine Änderung der Verfahrensweise, etwa die Einführung eines Challenge-Systems, sei kein Thema.

Auch Grindel erläuterte nochmals, welche Situationen zum Einsatz des VAR taugen: "Wenn eine Abseitssituation, ein grobes Foul, eine Handspielsituation eindeutig übersehen oder falsch bewertet worden ist. In diesen ganz eng umgrenzten Fällen, wenn es mit einer Torerzielung oder einer Roten Karte zusammenhängt, dann aber auch nur dann."

Grindel wünscht sich weniger Kommunikation mit dem "Kölner Keller"

Allerdings gibt es auch einen Punkt, den Grindel kritisch sieht. "Ich wünsche mir, dass es da weniger Kommunikation zwischen dem Schiedsrichter auf dem Platz und dem Kölner Keller gibt, weil das auch zu einem Stück weit Verunsicherung ausdrückt", sagt Grindel und stellt klar, dass der Schiedsrichter auf dem Rasen derjenige sein soll, "der ausschließlich die Entscheidungen trifft und auch die Entscheidungen treffen muss".

Nachjustierungen sind aber weiter vonnöten, denn die Diskussionen der letzten Wochen und Monate waren teilweise hitzig. "Ich gehe fest davon aus, dass unser Schiedsrichterboss Lutz Michael Fröhlich und auch unser im Präsidium verantwortlicher Vize-Präsident Ronny Zimmermann jetzt das Trainingslager im Winter nutzen werden, um den Schiedsrichtern eindeutig zu vermitteln, in welchen eng umgrenzten Fällen der Videoassistent eingreift", kündigt Grindel weitere Schulungen an und fordert erneut Geduld ein, denn solch ein Modellprojekt brauche eine gewisse Zeit, "bis alle Beteiligten es so nutzen und umsetzen, wie es gedacht ist".

Die endgültige Einführung des VAR wäre jedenfalls eine der größten Neuerungen im Fußball, denn ansonsten ist das IFAB sehr vorsichtig, was Regeländerungen betrifft und zwar aus gutem Grund, denn die FIFA fragt auf ihrer eigenen Website: "Warum gab es im Laufe der Jahre so wenige Änderungen an den Regeln? Warum gilt das IFAB als konservativ?" Die Antwort: "Die Antwort darauf ist ebenso simpel wie direkt: Die Attraktivität des Fußballs liegt in seiner Einfachheit. Und als Hüter der Regeln versucht das IFAB so gut wie möglich die Wurzeln zu bewahren, aus denen der Sport so spektakulär aufgeblüht ist." Wurzeln, die viele Fans aktuell durch die Einführung des VAR bedroht sehen.

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Erster Einsatz, erstes Tor, erste Rote Karte
Der Videobeweis: Was bisher geschah
Videobeweis: Was bisher geschah
Videobeweis: Was bisher geschah

Seit dieser Saison kommt in der Bundesliga der Videobeweis zum Einsatz. Trotz der Hilfe aus dem Übertragungswagen bleiben die Entscheidungen der Schiedsrichter nicht immer unstrittig. Hier eine kleine Auswahl, was nach vier Spieltagen in dieser Spielzeit bislang rund um den Videobeweis bereits geschah.
© imago

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