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07.12.2017, 11:50

DFB-Bundestag: Ein Gradmesser für den Präsidenten

Grindel: "An dem alten Gebäude hängt auch die WM-Affäre"

Akademie, Regionalligareform, Grundlagenvertrag: Die 263 Delegierten des außerordentlichen DFB-Bundestags stimmen an diesem Freitag in Frankfurt über mehrere Zukunftsprojekte ab. Die Sitzung wird zugleich ein Gradmesser, wie die Arbeit des im April 2016 neu gewählten DFB-Präsidenten Reinhard Grindel bei den Landesverbänden und der Liga ankommt.

Reinhard Grindel
Wie wird seine Arbeit aufgenommen? Reinhard Grindel stellt sich beim DFB-Bundestag.
© imagoZoomansicht

Der Bau der neuen Akademie steht im Mittelpunkt. Das Rennbahngelände soll im ersten Quartal 2018 übergeben werden, der Spatenstich vor dem Abflug der Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft in Russland erfolgen. Die Delegierten werden über einen Antrag abstimmen, der bis Ende 2020/Anfang 2021 Gesamtinvestitionen in Höhe von 150 Millionen Euro in das Gebäude und Gelände vorsieht. Die reinen Baukosten der Akademie, die auch die komplette Verwaltung beherbergen wird, erhöhen sich von ursprünglich 109 auf 123 Millionen Euro - unter anderem aufgrund von Verzögerungen wegen mehrerer Klagen, aber auch wegen strengerer Anforderungen im Bereich Brandschutz und Energieeffizienz.

Abstimmen werden die DFB-Delegierten auch über die Reform der Regionalligen, die künftig vier statt drei Aufsteiger erhalten sollen. Die Zahl der Absteiger aus der 3. Liga wird ebenfalls um einen auf vier erhöht. Noch werden zwei Aufstiegsmodelle favorisiert: DFB-Präsident Reinhard Grindel macht sich dafür stark, dass aus den Regionalligen West und Südwest die Meister direkt aufsteigen, während das Aufstiegsrecht für zwei weitere Meister zwischen den Regionalligen Bayern, Nordost und Nord Ligen rotiert. West und Südwest repräsentieren weitaus mehr Seniorenmannschaften als die anderen drei Spielklassen.

Weitere Tagesordnungspunkte in Frankfurt sind der Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL, Ergänzungen zu den Aufgaben der Ethik-Kommission sowie die Verankerung einer Mitarbeitervertretung in der Satzung des DFB, dessen Hauptamtliche einen Betriebsrat gewählt haben.

"Unsere Sponsoring-Verträge beinhalten eine höhere prozentuale Steigerung als der TV-Vertrag der DFL"Reinhard Grindel

Der erste Bundestag seit der Wahl von Reinhard Grindel im April 2016 wird auch zum Gradmesser für die Arbeit des neuen DFB-Präsidenten. Dessen Entscheidungen stoßen nicht überall auf Gegenliebe, wie die Aktion "Rettet die Amateurvereine", deren Vertreter Engelbert Kupka (Unterhaching) in dieser Woche einen Offenen Brief an alle Delegierten richtete, zeigt. Auch in der Regionalliga Nordost und der 3. Liga ist man über die geplanten Reformen alles andere als glücklich.

Der DFB-Präsident selbst bilanziert seine ersten 20 Monate hingegen ausgesprochen positiv. Grindel über ...

... die neue DFB-Zentrale: "Für mich ist sie so etwas wie der Schlussstein beim Bau des neuen DFB. An dem alten Gebäude hängt auch emotional immer noch die WM-Affäre, das alles wollen wir hinter uns lassen. Es wird ein Neuanfang an einem neuen Standort. Ich bin mir sicher, dass es auch die Motivation beflügelt, wenn die Mitarbeiter dort aus dem Fenster blicken und trainierende U-Mannschaften oder sogar mal die Nationalmannschaft sehen. Im neuen DFB und seiner Akademie werden wir unsere Alles-unter-einem-Dach-Philosophie jeden Tag praktizieren."

... die Strukturreformen: "Wir haben in kurzer Zeit alles umgesetzt, was wir uns bei meiner Wahl vorgenommen hatten: Satzungsänderungen für mehr Kontrolle, Etablierung eines Compliance-Management-Systems, Veröffentlichung der Finanzberichte, Gründung der DFB-GmbH, womit der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb ausgelagert und vom gemeinnützigen Bereich getrennt wurde. Außerdem wurden die Sponsorenverträge ausgeschrieben und in einem transparenten Verfahren beschlossen, es wurde eine Mitarbeitervertretung gegründet und eine Ethik-Kommission berufen."

... den Grundlagenvertrag: "Durch die Deckelung auf aktuell 26 Millionen, die wir von der Liga erhalten, und den 20 Millionen Euro, die der DFB für Marketingrechte an den Nationalspielern zahlt, wird auch der gemeinnützlichkeitsrechtlichen Vorgabe Rechnung getragen, dass der Verband im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb nicht ins Minus rutschen darf. Die neuen Sponsoring-Verträge mit adidas und Volkswagen ab dem 1. Januar 2019 bedeuten im Übrigen für uns eine höhere prozentuale Steigerung als sie durch den neuen TV-Vertrag der DFL gegeben ist."

... das Organigramm der Hauptverwaltung: "Der DFB hat künftig vier statt sieben Direktionen, dabei wird eine Direktion durch eine Frau geleitet. Wir haben im DFB einen neuen Stellenplan und ein umfangreiches Personalentwicklungskonzept etabliert, unsere IT-Struktur wurde gebündelt. Außerdem wurde ein Leadership-Programm für weibliche Führungskräfte ins Leben gerufen."

... die gesellschaftspolitische Arbeit: "Wir haben unser gesellschaftliches Engagement weiter ausgebaut, unter anderem durch die Arbeit von Thomas Hitzlsperger als Vielfalts-Botschafter und Cacau als Integrationsbeauftragten. Außerdem hat die Transparenz, mit der wir die Entscheidung über die Austragungsorte für die EURO 2024 getroffen haben, hat einen neuen Maßstab gesetzt."

Michael Ebert

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© imago (3), picture alliance

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1 Leserkommentare

Foff_the_Ripper
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07.12.2017 | 14:46

Was ham die da oben denn noch mit Fußball zu tun?

Ich freue mich für Herrn Grindel, dass er seine Amtszeit beim DFB für einen vollen Erfolg hält. Wenigstens [...]

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