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24.03.2017, 13:44

HSV-Innenverteidiger denkt über Abschied nach

Wegen Kapitänsentzug: Enttäuschter Djourou kritisiert Gisdol

Seit Sommer 2013 trägt Johan Djourou das Trikot des Hamburger SV. Der Schweizer mit ivorischen Wurzeln schlitterte dadurch mitten hinein in die vielleicht turbulenteste Ära des Vereins überhaupt. Doch so richtig aufs Gemüt schlugen ihm die vergangenen Wochen - und insbesondere seine Absetzung als Kapitän. Darüber wundert er sich bis heute.

Sakai und Djourou
Ein Ablenkungsmanöver des Trainers? Im November verlor Johan Djourou die HSV-Kapitänsbinde an Gotoku Sakai.
© imagoZoomansicht

Es ist ein bewegendes Interview, das Djourou der "Aargauer Zeitung" gab. Der 30-Jährige spricht bemerkenswert offen über Themen wie Donald Trump, seine Adoption, seine kuriosen Familienverhältnisse und das (nicht immer einfache) Leben als Fußballprofi.

Emotional wird Djourou auch beim Thema Hamburger SV und insbesondere beim Thema Kapitänsamt. Im November 2016 verlor er die Binde, Trainer Markus Gisdol gab sie an Gotoku Sakai weiter. "Wenn ein Trainer denkt, ein Wechsel sei aus bestimmten Gründen nötig, dann habe ich Verständnis dafür. Kein Verständnis habe ich, wenn es um Dinge geht, die jemand - also in diesem Fall ich - gemacht haben soll."

Konkret geht es um das Spiel gegen Borussia Dortmund (2:5). Erstmals agierte der HSV mit einer Dreierkette, bestehend aus Cleber, Emir Spahic und eben Djourou (alle kicker-Note 6). "Zum ersten Mal überhaupt. Nach zwei Tagen Training", so der Schweizer Nationalspieler. "Wir sahen nicht gut aus, danach fragten die Medien: Was war das für eine Entscheidung des Trainers? Ich sagte: 'Wir haben die Dreierkette nur zwei Tage trainiert, also fehlen die Automatismen. Aber wir sind groß genug und alle Profis, dass wir das umsetzen können sollten.' Es wurde mir als Kritik am Trainer ausgelegt."

Dies sei letztlich der Grund für seine Absetzung gewesen, auch wenn Gisdol öffentlich erklärte, er wolle "eine neue Kultur in die Mannschaft bringen". "So sagte er das gegenüber den Medien. Es war in einer Zeit, in der die Debatten begannen, ob der Trainer weg muss. Es machte den Eindruck, dass der Trainer das Problem an einen anderen Ort zu verschieben versuchte. Damit die Leute über ein Thema zu reden hatten - also den Captain-Wechsel."

Ich habe schwierige Wochen hinter mir, ganz klar.Johan Djourou

Für Djourou war der Entzug der Kapitänsbinde offenbar ein wesentlicher Grund, warum er den Verein im Winter verlassen wollte. Zudem hatte sich der HSV entschieden, mit Kyriakos Papadopoulos und Mergim Mavraj zwei Innenverteidiger zu verpflichten. "Deshalb wollte ich im Januar weg", so Djourou. "Ich hatte Angebote. Sie sagten dann aber: 'Nein, wir brauchen dich. Du bist so wichtig!' Und dann spiele ich trotzdem nicht." Beziehungsweise nur viermal: Ein Kurzeinsatz beim 1:0 gegen Leverkusen, eine Einwechslung nach Papadopoulos' Verletzung gegen Freiburg (2:2) und ein Startelfeinsatz beim FC Bayern (0:8) stehen in der Liga zu Buche. Zudem durfte er im Pokal-Achtelfinale gegen Köln (2:0) ran. Angebote hatte er laut eigener Aussage aus England (am konkretesten von Crystal Palace) und aus der Türkei.

"Mal schauen": Djourous Zukunft ungewiss

Wie geht es nun weiter mit Djourou? Sein Vertrag läuft im Sommer aus. "Mal schauen", sagt der Verteidiger, "Sie wissen, wie ich das meine. Ich bin und bleibe Profi. Aber mir bleiben noch drei Monate Vertrag. Und ich habe weiterhin Angebote." Abgeschlossen hat er mit seiner Zeit in der Hansestadt aber noch nicht. "Für den HSV zu spielen, ist etwas Besonderes. Der Druck ist viel höher als anderswo. Es ist meine vierte Saison hier. Ich hatte acht Trainer und drei Sportchefs. Das sagt doch einiges aus, oder?" Er habe mit dem HSV "riesige Emotionen erlebt. Denken Sie nur an die Relegationsspiele gegen Karlsruhe. Die Rettung in letzter Sekunde. Das sind Emotionen pur."

las

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 24.03., 11:00 Uhr
"Das Wesentliche" im Blick - Gisdol schließt eine Baustelle
Der Hamburger SV setzt ligaunabhängig bis 2019 auf Markus Gisdol. Man habe sich "schnell geeinigt", ließ der HSV-Trainer wissen, dem vor allem wichtig war, "dass die Baustelle zu ist, dass man keine Fragen mehr dazu beantworten muss". Schließlich gilt es, die ganze Konzentration auf das Sportliche zu lenken. Gisdol ist diesbezüglich zuversichtlich, wohlwissend, dass "noch ein schweres Stück Arbeit" wartet.
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23 Leserkommentare

kopf-ball.ungeheuer
Beitrag melden
31.03.2017 | 00:24

Ach nochwas....

Das mit dem Kapitän und dem Stammplatz gab's diese Saison auch schon mal in Wolfsburg. Benaglio contra [...]
Lusche67
Beitrag melden
28.03.2017 | 12:53

Johann Djourou gehört zu den langsamsten - körperlich und geistig (sportlich gesehen) Defensivspielern [...]
kopf-ball.ungeheuer
Beitrag melden
28.03.2017 | 09:47

Kühne-Bashing statt konkret was zu Djourou...

Was darf man vom Kühne-Bashing hier halten? Nur mal so, vorab, obwohl das eh nix zur Sache tut: In der [...]
HSV....
Beitrag melden
26.03.2017 | 17:31

Keine Leistung bringen und dreiste Interviews geben!

Das scheint typisch zu sein für den Modernen rückgratlosen, reflexionsfreien Profifußballer!

[...]
Bouba74
Beitrag melden
26.03.2017 | 08:57

Gisdol hatte offenbar gute Gründe..

Im Nachhinein wird die Degradierung von Djorou als Kapitän immer verständlicher.
Die Abwehr ist dana[...]

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zum Thema

weitere Infos zu Djourou

Vorname:Johan
Nachname:Djourou
Nation: Schweiz
Verein:SPAL Ferrara
Geboren am:18.01.1987

weitere Infos zu Gisdol

Vorname:Markus
Nachname:Gisdol
Nation: Deutschland

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