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09.05.2016, 13:08

Stuttgart: Allgöwer will keine "Alibi-Funktion"

Dutt und Wahler beim VfB vor dem Aus

Beim VfB Stuttgart droht der große Knall. An der Spitze des Vereins sind Veränderungen zu erwarten - auch wenn das Wunder einer Rettung gelänge. Die Zeit von Sportvorstand Robin Dutt und Präsident Bernd Wahler beim VfB dürfte enden. Nun hat sich mit Karl Allgöwer ein möglicher Nachfolgekandidat geäußert.

Stuttgarts Sportvorstand Robin Dutt.
Tief geknickt und gut abgeschirmt: Stuttgarts Sportvorstand Robin Dutt nach der Pleite gegen Mainz.
© Getty ImagesZoomansicht

Nach 26 Spieltagen schien sich die schwierige Saison des VfB Stuttgart zum Besseren zu wenden, die Mannschaft von Trainer Jürgen Kramny hatte mit einem 3:3 in Ingolstadt den Abstiegskampf scheinbar hinter sich gelassen. 32 Zähler standen auf dem Konto, der erste direkte Abstiegsplatz war acht Zähler entfernt (damals Hoffenheim mit 24 Punkten).

Sieben Spiele später hat Stuttgart einen Zähler mehr (Hoffenheim 13) und kann sich nicht mehr aus eigener Kraft retten. Eine Entwicklung, die für Dutt und Wahler Konsequenzen haben dürfte. Nach kicker-Informationen steht das Duo, deren Verträge bis 2018 laufen, vor dem Aus.

Vor knapp einem Jahr bemängelte Dutt, der am 6. Januar 2015 das Amt des Managers in Stuttgart übernahm, in scharfen Worten, was beim VfB alles falsch läuft. Fehlende sportliche Kompetenz, missratene Kaderplanung, eine vernachlässigte Nachwuchsarbeit inklusive einer fehlenden einheitlichen Spielphilosophie inklusive eines schlechten Scoutings.

Auch wenn Dutt die Schärfe der Kritik später relativierte (und erfolglos eine Aussöhnung mit seinem Vorgänger Fredi Bobic versuchte) - unter dem Strich steht aktuell: Nichts ist besser geworden, dafür alles noch viel schlimmer. Dutt steht vor den Scherben seines Wirkens.

Bei allem Respekt vor den gutgemeinten Umstrukturierungsmaßnahmen des Sportvorstands im operativen Geschäft - sportlich ist die Saison ein Desaster. Die Verpflichtungen von Serey Dié, Insua, Rupp oder Großkreutz erwiesen sich als Volltreffer, die von Tyton, Heise, Kliment oder Kravets als Fehlgriffe. Der Versuch mit Alexander Zorniger auf der Bank ging ebenso schief wie der, mit Sunjic oder später Barba die Abwehr zu stärken. Auch aus dem hauseigenen und einst so hochgelobten Unterbau kam nichts nach. Der VfB II ist nicht grundlos aus der 3. Liga abgestiegen und setzt damit dem in Ungnade gefallenen Sportchef endgültig die Dornenkrone auf.

Jenner für Wahler? Allgöwer für Dutt?

Kein Wunder, dass der Aufsichtsrat ein mittlerweile arg unterkühltes Verhältnis zum Sportvorstand pflegt. Ähnliches gilt auch für Präsident Bernd Wahler, dem die Fans die Gefolgschaft schon länger verweigern. Was im Juli bei der nächsten Versammlung zu erwarten ist, dürfte nicht überraschen: Mit einem Misstrauensvotum und einer möglichen Abwahl ist zu rechnen.

Die möglichen, veränderten Szenarien werden auf der obersten Etage bereits durchgespielt, eine davon: Dutt geht nach der Saison, Wahlers Abschied folgt im Juli, und der macht den Weg frei für neue Leute. Als Präsident ist Aufsichtsratsmitglied Hartmut Jenner im Gespräch, als Sportvorstand Karl Allgöwer. Der Ex-Nationalspieler wurde zuletzt als externer Berater des Vorstands ins Boot geholt - auf Betreiben des Aufsichtsrats.

Allgöwer: "Eine Alibi-Funktion werde ich sicherlich nicht übernehmen"

Am Montag ließ Allgöwer vorsichtig seine Bereitschaft durchblicken, sein Engagement auszuweiten - es müsste dabei aber gewährleistet sein, dass "man was Vernünftiges zustande bringt. Eine Alibi-Funktion werde ich sicherlich nicht übernehmen", sagte er bei einem Golfturnier in St. Eurach. Er fordert eine kompromisslose Aufarbeitung der Saison. "Da wird es sicher nicht sehr freundschaftlich zugehen, da muss man professionell umgehen und dementsprechend handeln. Wir müssen die Gespräche abwarten. Ich gehe davon aus, dass ich bei den Gesprächen dabei bin. Da wird analysiert und dann werden hoffentlich die richtigen Entscheidungen getroffen. Ohne Wenn und Aber."

George Moissidis/bst

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 09.05., 11:04 Uhr
Schockstarre beim VfB - Dutt versteht die Wut der Fans
Resignation hat sich breit gemacht beim VfB Stuttgart, vom Glauben an das Wunder am letzten Spieltag ist nichts zu spüren oder hören. Nach 41 Jahren droht wieder der Abstieg - da konnte Robin Dutt sogar die wütenden Reaktionen der Fans nach dem 1:3 gegen Mainz verstehen.
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27 Leserkommentare

SelleSau
Beitrag melden
12.05.2016 | 13:16

@der_kleine_Koenig

Na, dann versuch ich´s mal ein bisschen "lockerer" anzugehen...:

Treffen sich die 1. Bundesliga-S[...]
werbefreierbrustring
Beitrag melden
11.05.2016 | 07:46

50 Prozent Fehleinkäufe

Robin Dutt ist seit Januar 2015 beim VfB Stuttgart im Amt. Seitdem hat er elf Transfers getätigt. Neun [...]
Fibo
Beitrag melden
10.05.2016 | 21:25

Dutt wird zum Sündenbock der Medien

Ich sehe die Schuld für den Abstieg nicht bei Dutt. Als er kam war die Mannschaft schlecht zusammengestellt [...]
Sciathan
Beitrag melden
10.05.2016 | 13:32

@der_kleine_Koenig

Der riesige Unterschied zu Gladbach-Fans und VfB-Fans ist da aber wohl "Anspruch und Wirklichkeit" :P
[...]
Timolinio
Beitrag melden
10.05.2016 | 13:32

Er war nicht gut, aber so schlimm war seine Arbeit vermutlich auch nicht

Obwohl ich Bobic mag, fand ich die Jahre vor Dutt schlimmer! Sein Start hing aufgrund der Altlasten [...]

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