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21.03.2016, 16:51

Wolfsburgs Manager über den Fall Kruse und die Folgen beim VfL

Allofs: "Es war an der Zeit, dass Signale gesendet werden"

Joachim Löw hat Max Kruse aus dem Nationalmannschaftskader für die bevorstehenden Länderspiele gegen England und Italien gestrichen. Damit reagierte der Bundestrainer auf zahlreiche Eskapaden, die sich der Wolfsburger Stürmer in der Vergangenheit geleistet hat. Der kicker sprach mit VfL-Manager Klaus Allofs über die Entscheidung und die Konsequenzen für Kruse bei seinem Klub.

Klaus Allofs
Kein Schnellgericht: VfL-Manager Klaus Allofs hat die Hoffnung bei Max Kruse noch nicht aufgegeben.
© imagoZoomansicht

Es wurde viel geredet in den vergangenen Tagen. Klaus Allofs tauschte sich intensiv mit Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff aus, VfL-Coach Dieter Hecking mit Bundestrainer Joachim Löw. Am Montag nun fiel die Entscheidung im Fall Max Kruse: Der Stürmer wurde aus dem Aufgebot für die bevorstehenden Länderspiele gestrichen und dürfte somit auch seine Fahrkarte für die Europameisterschaft in Frankreich verspielt haben. Zahlreiche Vorfälle außerhalb des Fußballplatzes führten zu diesem Beschluss.

Kruse bediente in den vergangenen Wochen vor allem den Boulevard. Es begann mit beschämenden Aussagen über eine frühere Geschlechtspartnerin in einem Sprachchat, der öffentlich wurde. Es ging weiter mit dem Verlust von 75000 Euro in bar in einem Berliner Taxi und endete am Wochenende mit der Auseinandersetzung mit einer Frau in einem Berliner Klub.

Das war nun zu viel des Guten, Löw hat durchgegriffen. VfL-Geschäftsführer Allofs kann die Entscheidung nachvollziehen. "So gerne ich meine Spieler bei der Nationalmannschaft habe, so sehr habe ich Verständnis dafür, dass deren Verhalten bewertet und geahndet wird. Auch wir haben dem Bundestrainer deutlich gemacht, dass wir mit dem Verlauf der vergangenen Wochen nicht zufrieden sind. Die Schlagzeilen gingen zu sehr in außersportliche Richtungen."

Auch wenn viele in der Öffentlichkeit Köpfe rollen sehen wollen, wird bei uns kein Schnellgericht tagen.Klaus Allofs

Gleichwohl versucht Allofs zu differenzieren. "Bei welchen Geschichten kann der Spieler etwas dafür, wo ist er in eine Schublade abgelegt? Da müssen wir unterscheiden." Allerdings ist die Lage im Fall Kruse auch für den VfL klar: "Unterm Strich war es an der Zeit, dass Max klare Signale gesendet werden." Wie nun die Signale in Wolfsburg aussehen, das sei noch offen. "Das klären wir intern. Auch wenn viele in der Öffentlichkeit Köpfe rollen sehen wollen, wird bei uns kein Schnellgericht tagen. Wir haben noch einige Tage bis zum nächsten Bundesligaspiel."

Allerdings muss Kruse auch bei seinem Arbeitgeber, der zuletzt bereits den mehrfach auffälligen Nicklas Bendtner suspendiert hat, mit sportlichen Konsequenzen rechnen. Allofs: "Wir haben Max deutlich gemacht, dass wir als VfL und auch unser Besitzer Volkswagen mit dieser Situation nicht leben können. Allerdings haben wir auch Verpflichtungen gegenüber unseren Spielern, wir haben Verträge."

Hecking, Kruse, Allofs
Strahlender Neuzugang: Bei den Vertragsverhandlungen mit dem VfL hatte Max Kruse (Mi.) im Sommer Besserung gelobt.
© imago

Klar ist: Kruse, ausgestattet mit einem Topvertrag bis 2019, muss nun beweisen, dass er sich tatsächlich ändern will, nur dann hat er noch eine Chance beim VfL. "Wir brauchen Max Kruse und auch Nicklas Bendtner", betont Allofs und schiebt hinterher: "Aber wir brauchen sie in einer sportlichen und mentalen Verfassung, mit der sie alles abrufen können. Wir müssen auch die Auswirkungen für unsere Gruppe bedenken." Bei Bendtners Suspendierung vom Mannschaftstraining betonte Trainer Hecking zuletzt: "Im Moment macht es keinen Sinn, die Mannschaft war es leid." Das ist im Fall Kruse nicht groß anders.

Kruse hatte bei den Vertragsverhandlungen Besserung gelobt

Es klingt eine gehörige Portion Enttäuschung durch, wenn Allofs über den Spieler Kruse, den er bereits aus gemeinsamen Zeiten bei Werder Bremen kennt, spricht. Der Ex-Gladbacher, der bereits auf vorherigen Stationen verhaltensauffällig wurde, hatte im vergangenen Jahr bei den Vertragsverhandlungen Besserung gelobt. "Es war ein wichtiger Punkt damals", erinnert sich Allofs. "Max machte den Eindruck, dass er geläutert ist. Nun hat er sich leider nicht allzu clever verhalten."

Die Zukunft des Zwölf-Millionen-Euro-Mannes beim VfL hängt am seidenen Faden, die Hoffnung hat Manager Allofs aber noch nicht aufgegeben. "Hoffentlich kommt am Ende dabei raus, dass Max ein wichtiges Mitglied unseres Kaders ist." Dass dies über den aktuellen Wolfsburger Topscorer nicht gesagt wird, ist für den VfL wie auch für Kruse eine einzige Katastrophe.

Thomas Hiete

 

10 Leserkommentare

Matthias-Ballhausen
Beitrag melden
22.03.2016 | 23:04

Zurück zum Fussball

Liebe Kicker-Redaktion,

im Gegensatz zu diesem ekelhaften Springer-Blatt habe ich euer Magazin [...]
.Spiderschwein.
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22.03.2016 | 10:32

Vorbildfunktion

Wieso wird diese "Vorbildfunktion" so häufig von Funktionären und Trainern angesprochen? Sollen wir [...]
vanDribbels
Beitrag melden
22.03.2016 | 09:27

vorletzte Seite: Entschuldigung, zwei Zeilen

Natürlich war es nicht Herr Hecking, sondern Klaus Allofs, der sich diesen moralisch-diplomatischen [...]
vanDribbels
Beitrag melden
22.03.2016 | 08:53

EIne Welt der Doppelmoral

"[...] dass wir als VfL und auch unser Besitzer Volkswagen mit dieser Situation nicht leben können."

D[...]
Blogbuster
Beitrag melden
21.03.2016 | 20:47

richtige Entscheidung trotz zweierlei Maß

Wenn der Volkswagen-Konzern die Moralkeule schwingt (schwingen sollte...), dann kann man das eigentlich [...]

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zum Thema

weitere Infos zu M. Kruse

Vorname:Max
Nachname:Kruse
Nation: Deutschland
Verein:Werder Bremen
Geboren am:19.03.1988

1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München65:1369
 
2Borussia Dortmund64:2664
 
3Hertha BSC37:2748
 
4FC Schalke 0439:3544
 
5Bor. Mönchengladbach54:4442
 
6Bayer 04 Leverkusen39:3342
 
71. FSV Mainz 0535:3341
 
8VfL Wolfsburg39:3438
 
91. FC Köln28:3433
 
10FC Ingolstadt 0423:3133
 
11VfB Stuttgart43:5432
 
12Hamburger SV31:3831
 
13SV Darmstadt 9828:4128
 
14Werder Bremen36:5428
 
15FC Augsburg33:4327
 
16TSG Hoffenheim30:4327
 
17Eintracht Frankfurt29:4327
 
18Hannover 9622:4917