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01.06.2015, 23:51

Dank Comeback-Gen: Die HSV-Uhr tickt weiter

"Glücksbringer" Labbadia rettet den Dino

Am 15. April 2015 übernahm Bruno Labbadia ein Himmelfahrtskommando: Der 49-Jährige sollte den als nahezu untrainierbar geltenden Bundesliga-Dino namens Hamburger SV vor dem Aussterben retten. Labbadia übernahm einen Scherbenhaufen auf dem letzten Tabellenplatz, emotionalisierte seine Mannschaft in den folgenden sechs Wochen und schaffte den Klassenerhalt in einem Herzschlagfinale am Montagabend in Karlsruhe (2:1 n.V.) über die Relegation.

Labbadia: "Es geht um Fußball und Ehre"

Bruno Labbadia
Hamburgs Retter: HSV-Trainer Bruno Labbadia feiert den Klassenerhalt in Karlsruhe.
© Getty ImagesZoomansicht

Mirko Slomka (bis 15. September 2014), Josef Zinnbauer (16. September 2014 bis 22. März 2015) und Peter Knäbel (22. März bis 14. April 2015) waren in der Saison 2014/15 am HSV gescheitert. "Wir hatten wieder vier Trainer dieses Jahr. Aber der Letzte war unser Glücksbringer", sagte Hamburgs Sturmtank Pierre-Michel Lasogga.

Labbadia übernahm den Bundesliga-Dino mit der Roten Laterne in der Hand. "Abstiegskampf ist mit Abstand das Schlimmste. Wenn man sechs Spieltage vor Schluss den Tabellenletzten übernimmt, da kann es nach drei Spieltagen schon vorbei sein. Ich lebe in dieser Stadt, ich liebe diese Stadt und ich liebe diesen Verein", so Labbadia, der genau diese Emotionen seinen Spielern einimpfte: "Dass ist das, was ich den Spielern mitgegeben habe, dass es hier nicht nur um Geld oder Verträge geht, sondern dass es um Fußball und Ehre geht. Da hat die Mannschaft einen unglaublichen Job gemacht."

Die Abgeschriebenen werden zur großen Stütze

Nicolai Müller und Pierre-Michel Lasogga
Die Erlösung: Hamburgs Nicolai Müller und Pierre-Michel Lasogga fallen sich tanzend in die Arme.
© Getty ImagesZoomansicht

Hinzu kam, dass Labbadia auf Spieler setzte, die in der Hansestadt keine Zukunft mehr hatten: Die Verträge von Ivo Ilicevic, Marcell Jansen, Gojko Kacar, Slobodan Rajkovic, Rafael van der Vaart und Heiko Westermann liefen aus, doch installierte der Trainer gerade diese Spieler als feste Stützen. "Teilweise standen wir mit sechs Spielern auf dem Platz, die keine Verträge mehr hatten", wunderte sich der 49-Jährige selbst. Hinzu kamen Spieler wie Cleber, Marcelo Diaz, Lewis Holtby oder Nicolai Müller, die ebenfalls schon abgeschrieben schienen.

Das Comeback-Gen

Doch Labbadia drehte an den richtigen Knöpfen: Nach einem denkbar schlechtem Autakt, der Derbyniederlage in Bremen (0:1), folgten Erfolgserlebnisse gegen Augsburg (3:2), in Mainz (2:1) und gegen Freiburg (1:1), in denen Hamburg ungekannte Comeback-Qualitäten zeigte. "Der Trainer hat uns irgendein Gen mitgebracht, dass wir immer wieder aufstehen. Jeder hat uns für tot gehalten, doch wir sind wieder zurückgekommen", so Lasogga. Nach dem 1:2 in Stuttgart und dem 2:0 gegen Schalke rettete sich der Bundesliga-Dino in die Relegation.

Müller lässt die Uhr weiterlaufen

HSV-Uhr
Die HSV-Uhr tickt weiter: Im Sommer geht Hamburg in seine 53. Bundesliga-Saison.
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Auch hier spielte Labbadia wieder seine Trümpfe aus: Ilicevic traf beim 1:1 im Hinspiel, im Rückspiel rettete ein Diaz-Freistoß den HSV in die Verlängerung. Und dann? Es war eine Kombination dreier Joker, die das Bundesliga-Ticket buchte: Stieber über Cleber auf Müller - 2:1 n.V., Hamburg ist gerettet. "Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft. Weil sie wochenlang alles getan hat. Ich weiß nicht, was vorher war, aber was sie in diesen sechs Wochen, in denen wir zusammen gearbeitet haben geleistet hat, das hat mir ein unglaublich geiles Gefühl gegeben", so der Coach.

Labbadia: "Meine Frau und Kinder fanden es nicht gut"

Spielbericht

Nach dem Schlusspfiff fiel Labbadia ein Stein vom Herzen. Der 49-Jährige schrie, hüpfte, tanzte und fiel Spielern und Offiziellen in die Arme. Unter anderem auch dem Vorstandsvorsitzenden Dietmar Beiersdorfer während eines Interviews. "Wir werden uns jetzt hinsetzen auch mit Bruno, unserem Coach. Ein ganz großes Lob und ein ganz großes Dankeschön an Bruno und seinen Stab", so Beiersdorfer. Labbadia dachte jedoch erst einmal an seine Familie: "Ich hoffe, dass meine Kinder wieder mit mir sprechen, weil die es nicht gut fanden. Ich glaube, die freuen sich heute alle. Auch meine Frau. In den letzten sechs Wochen habe ich zu Hause überhaupt nicht mehr stattgefunden. Ich kann nur sagen, es ist ein unglaubliches Gefühl, mehr geht gar nicht."

cru

Bundesliga-Relegation, 2014/15, Relegation
Karlsruher SC - Hamburger SV 1:2 n.V.
Karlsruher SC - Hamburger SV 1:2 n.V.
Blick Richtung Bundesliga?

KSC-Coach Markus Kauczinski vor dem Relegations-Rückspiel (01. Juni) gegen den Hamburger SV.
© Getty Images

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108 Leserkommentare

Alina-Nedved
Beitrag melden
03.06.2015 | 14:20

HSV gehört in 1. Bundesliga!

HSV hat es sich total verdient nach dem Rückspiel in der Liga zu bleiben. Herzschlagfinale, das war [...]
BesteVomBesten-BVB
Beitrag melden
03.06.2015 | 09:59

Immer feste auf den Schiri, echt arm.

Erstmal, ich bin nicht unbedingt HSV-Fan, auch wenn ich den Verein mag. Und ja, der Fehler beim "Handspiel" [...]
Dr.Nippel
Beitrag melden
03.06.2015 | 09:08

Gott sei Dank dringeblieben

Haben den nicht alle Vereine 34 Spieltage Zeit es zu richten? Hätte der KSC etwas mehr Heimstärke bewiesen, [...]
bigmike67
Beitrag melden
03.06.2015 | 07:49

Wo hat der Schiri hingesehen?

Wo hat der Schiri nur hingesehen, dass er diesen Freistoß gegeben hat? Es ist für mich untragbar, das [...]
Feli5
Beitrag melden
02.06.2015 | 20:39

HSV nicht erstligareif

Was seit einigen Jahren in Hamburg passiert erfüllt mich als Fan des schönen Fussballs mit Schande. [...]

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zum Thema

weitere Infos zu Labbadia

Vorname:Bruno
Nachname:Labbadia
Nation: Deutschland
Verein:VfL Wolfsburg

Vereinsdaten

Vereinsname:Hamburger SV
Gründungsdatum:29.09.1887
Mitglieder:84.237 (01.08.2018)
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz
Anschrift:Sylvesterallee 7
22525 Hamburg
Telefon: (040) 41551887
Telefax: (040) 41551234
E-Mail: info@hsv.de
Internet:http://www.hsv.de


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