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06.01.2015, 15:16

Hamburg: Aufsichtsrats-Boss zieht Zwischenbilanz

HSV: Gernandt wirbt um Geduld und räumt Fehler ein

Der Hamburger SV ist ein Verein im Umbruch. Aufsichtsrats-Boss Karl Gernandt zieht nach einem halben Jahr Amtszeit eine Zwischenbilanz. Dabei blickt er dem Lizenzierungsverfahren ganz entspannt entgegen, räumt aber auch Fehler ein. Die Investoren-Suche sei komplexer als angenommen. Dennoch verspricht Gernandt, die Lage in den Griff zu bekommen.

Aufsichtsrats-Boss Karl Gernandt
Ist noch auf der Suche nach Investoren: Aufsichtsrats-Boss Karl Gernandt.
© imagoZoomansicht

Es war noch dunkel, als die ersten HSV-Profis Dienstag früh das neue Übergangs-Trainingszentrum betraten. Aufsichtsrats-Boss Karl Gernandt gefällt nicht nur allein die Einführung der Frühschicht, ihm gefällt auch das improvisierte neue zu Hause. "Dieses Zelt", sagt er, "ist ein Sinnbild für uns alle. Denn wir sind ein Verein im Umbruch." Seit einem halben Jahr steht die rechte Hand von Milliardär Klaus-Michael Kühne dem Aufsichtsrat der Fußball AG vor. Zeit genug für ihn, um eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Aber noch nicht Zeit genug, um Zeugnisse zu verteilen. "Das Projekt dauert zwei Jahre. Dann lässt sich sagen: Ist es aufgegangen oder nicht?"

Dass er diese Zeitspanne im Profifußball nicht bekommt, weiß Gernandt. "Natürlich gibt es ungeduldige Menschen, die sagen: Ihr seid schon wieder nur 14." Vor allem aber gibt es Kritiker, die monieren, dass der Aufsichtsratsboss seine vollmundigen Ankündigungen, Investoren für den HSV zu finden, bislang nicht mit Leben füllen konnte. Ein Punkt, bei dem Gernandt Fehleinschätzungen einräumt. "Das Thema Investoren-Suche ist viel komplexer als es sich uns dargestellt hat."

Aber es bleibt ein Kernpunkt seiner Arbeit: Bereits im Oktober hat der HSV ein Bankhaus beauftragt, bei der Investorensuche behilflich zu sein. Auch Kühne ist immer noch ein Kandidat. "Er hat eine Option verstreichen lassen, weil ihm die Anteile zu teuer waren. Aber ich kämpfe nach wie vor darum, dass ich ihn als Investor bekomme."

Gernandt sieht Lizenz nicht in Gefahr

Die Lizenz indes sieht Gernandt ausdrücklich auch ohne den Einstieg eines strategischen Partners nicht in Gefahr. "Ich sehe dem Lizenzierungsverfahren ganz entspannt entgegen, es gibt keine unüberbrückbaren Hürden und wir benötigen, anders als im vergangenen Frühjahr, dieses Mal auch keine Bürgschaft. Wir haben kein Liquiditätsproblem."

Neben Kühne hat Gernandt einen zweiten Darlehens-Geber gewonnen, der jedoch ungenannt bleiben will. Außerdem wird der Stadionkredit verändert. Bis 2019 hätte die Arena abbezahlt sein sollen, Gernandt will nun Arena und den geplanten Campus zusammen finanzieren. Klar ist: Ex-Aufsichtsrat und Unternehmer Alexander Otto unterstützt diese Pläne. Gernandt bleibt deshalb optimistisch: "Ich habe in meinem beruflichen Leben noch nie eine negative Bilanz abgeliefert, deshalb bleibe ich dabei: Ich werde das hier in den Griff bekommen."

"Vier Musketiere" machen Mut

Mut macht ihm die neue Führungsriege des Klubs. Dietmar Beiersdorfer, Peter Knäbel, Bernhard Peters und Trainer Joe Zinnbauer bezeichnet er als "vier Musketiere" - und zollt dem Trainer-Newcomer ausdrücklich ein Lob. "Ich bin froh, dass wir den Mut hatten, ihn zum Chef zu machen. Wir wollten wieder eine Kultur in unserem Klub haben - Joe passt perfekt dazu."

Dass zur Kultur der Vergangenheit immer wieder auch Machtspiele dazugehören, ist Gernandt nicht verborgen geblieben. Den Antrag von Ex-Oberkontrolleur Manfred Ertel, ihn bei der Mitgliederversammlung am 25. Januar wieder als Vorsitzenden des Aufsichtsrates abzuberufen, sieht er als Rückfall in die Vergangenheit. "Abgesehen davon, dass dieser Antrag nicht gesetzeskonform ist, wäre es ein Rückfall in machtpolitische Sphären, nach nur einem halben Jahr wieder rückgängig zu machen, was von beinahe 90 Prozent der Mitglieder befürwortet wurde." Gernandt wirbt ganz offen für Geduld: "Gebt uns mehr Zeit!" Binnen vier Wochen wurde das von ihm hochgelobte Trainings-Zelt auf dem Stadion-Parkplatz aufgebaut. Er weiß, dass der Umbruch noch wesentlich länger dauert.

Sebastian Wolff

 
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