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24.09.2014, 12:22

Klopp kritisiert engen Terminplan

Steigende Belastung: Klopp schlägt Alarm

Am 13. Juli stand die deutsche Nationalmannschaft noch im WM-Finale gegen Argentinien (1:0 n.V.), exakt einen Monat später ging es für die Top-Vereine schon wieder weiter: Supercup, Pokal, Bundesliga, wenig später auch die europäischen Wettbewerbe, dazwischen wieder Länderspiele. Eine zu hohe Belastung für die Spieler, meint BVB-Trainer Jürgen Klopp, der derzeit mit etlichen verletzungsbedingten Ausfällen zu kämpfen hat und Bayern-Trainer Josep Guardiola auf seiner Seite weiß.

Jürgen Klopp
Sorgt sich aufgrund der hohen Belastung für die Topspieler: Jürgen Klopp.
© picture allianceZoomansicht

Klopp kritisierte in seinem Statement nicht nur die starke Belastung der Topspieler, sondern auch ein Desinteresse der Funktionäre. "Ehemalige Spieler in hohen Funktionen vergessen zu schnell die Belastungen ihrer Karriere", erklärte der 47-Jährige. Die würden immer weiter gesteigert - stattdessen müsse man beginnen, "das Rad zurückzudrehen", forderte er.

"Die WM hat alle Spieler viel Substanz gekostet. Das trägt nicht dazu bei, dass ein kurzer Urlaub reicht", meinte Klopp, der mit Roman Weidenfeller, Erik Durm, Matthias Ginter, Kevin Großkreutz sowie dem sich derzeit wieder ins Team zurückarbeitenden Mats Hummels (Probleme aufgrund eines Beckenschiefstands) fünf Spieler des deutschen WM-Kaders in seinem Team hat. Dabei weiß Klopp den Coach eines anderen deutschen Topklubs auf seiner Seite: "Das sieht Pep Guardiola genauso", erklärte er. Auch der Trainer des FC Bayern hatte zuletzt die kurzen Erholungsphasen innerhalb des eng gestrickten Terminplans beklagt: "Da ist wenig Zeit für Regeneration."

Das macht keinen wahnsinnig großen Sinn für die Spieler.Jürgen Klopp kritisiert die Aufstockung der EM

Die Entwicklung geht laut Klopp in die völlig falsche Richtung. Statt die Belastung für die in Vereinen und Nationalmannschaften geforderten Akteure zu reduzieren, würden diese noch ausgeweitet. "Es findet 2016 eine EM mit 24 Mannschaften statt, weil irgendwelche Leute Spaß daran haben, das macht keinen wahnsinnig großen Sinn für die Spieler", kritisierte er.

Klopp sieht gravierende Folgen der Belastung

Die Folgen für Spieler und Vereine sind laut Klopp klar: "In zehn Jahren wird es keinen mehr geben, der seine Karriere mit 35 Jahren beenden wird", führte er an, eine Karriere wie die des Ex-Frankfurters Charly Körbel, der es auf 602 Bundesliga-Spiele brachte, wäre somit nicht mehr wahrscheinlich. Und die Klubs müssten zwangsläufig personell immer mehr aufrüsten: Um in drei Wettbewerben mitspielen zu können, müsse man irgendwann einen "30er- oder 35er-Kader" aufbauen.


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Das häufig angeführte Gegenargument, die Spieler bekämen ja auch eine Menge Geld dafür, ließ Klopp nicht gelten: Vor Verletzungen schütze sie das schließlich auch nicht. Gleichzeitig beklagte er, dass die Probleme nicht wahrgenommen würden - auch auf Seiten der Funktionäre. "Das ist wie einem Ochs ins Horn gepetzt, das kannst du auch einer Mikrowelle erzählen", sieht Klopp die Thematik generell noch nicht erkannt.

Aktuelle Personalsituation nicht ausschlaggebend

Nicht die aktuelle Personalsituation bei Borussia Dortmund habe ihn zu diesen Ansichten gebracht, erklärte Klopp, der seinerseits 325-mal für den 1. FSV Mainz 05 in der 2. Bundesliga aufgelaufen war. Er habe die Entwicklung schon so gesehen, bevor der BVB so viele Verletzte zu beklagen hatte. Im Bundesliga-Heimspiel am heutigen Dienstag gegen den VfB Stuttgart (20 Uhr, LIVE! bei kicker.de) müssen die Borussen unter anderem auf Jakub Blaszczykowski (Faserriss), Oliver Kirch (Muskelbündelriss), Henrikh Mkhitaryan (knöcherner Bandausriss), Marco Reus (Außenbandteilriss) und Nuri Sahin (Knieoperation) verzichten. Einige andere Akteure - wie beispielsweise Ilkay Gündogan - arbeiten derzeit an ihrer Rückkehr zu voller Leistungsfähigkeit.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 24.09., 12:29 Uhr
Klopp klagt an: Belastung der Profis zu hoch
Jürgen Klopp sitzt heute gegen den VfB Stuttgart zum 209. Mal in der Bundesliga als BVB-Coach auf der Bank. Damit knackt der gebürtige Stuttgarter die Bestmarke von Ottmar Hitzfeld. Und es gibt eine weitere gute Nachricht: Weltmeister Mats Hummels steht vor seinem Comeback. Klopp kann jeden gesunden Spieler dringend gebrauchen. Die Dreifach-Belastung ist extrem, vor allem nach der WM. Klopp schlägt Alarm.
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24.09.14
 

16 Leserkommentare

86bibo
Beitrag melden
26.09.2014 | 17:11

Wer ist denn an den vielen Spiele Schuld?

Grundsätzlich sehe ich es ähnlich wie Klopp. Die Belastung ist hoch. Allerdings sind die Termine mit [...]
Clitofant69
Beitrag melden
24.09.2014 | 17:47

Hier reden Leute darüber das es alles ''Geldgeile Typen'' in der Bundesliga wären. ist ja auch kein [...]
KraAndHam
Beitrag melden
24.09.2014 | 17:39

Ich wundere mich manchmal, wenn ich während der Vorbereitungszeit lese, daß ein Trainer nach 2 Wochen [...]
donArthuro
Beitrag melden
24.09.2014 | 16:51

.. immer das gleiche Gejammer..

ich sehe es genauso wie Nils 1304. Länderspiele sind nicht das Problem, auch nicht WM oder EM, sondern [...]
Montecristo95
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24.09.2014 | 16:28

Steigende Belastung

So lange die FIFA/UEFA von alten, Macht- und Geldgeilen Männern geführt wird, wird es nicht besser, [...]

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weitere Infos zu Klopp

Vorname:Jürgen
Nachname:Klopp
Nation: Deutschland
Verein:FC Liverpool

Vereinsdaten

Vereinsname:Borussia Dortmund
Gründungsdatum:19.12.1909
Mitglieder:125.000 (01.07.2015)
Vereinsfarben:Schwarz-Gelb
Anschrift:Rheinlanddamm 207-209
44137 Dortmund
Telefon: (02 31) 90 20 0
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