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08.02.2014, 22:38

Hamburg: Chaos nach dem 0:3 gegen Berlin

Der blanke Horror: HSV-Fans attackieren Spieler

Sechs Niederlagen in Folge, 47 Gegentore - das hat es in der mittlerweile 50-jährigen Bundesligageschichte des Hamburger SV noch nicht gegeben. Hamburg steckt mittendrin in einer schweren Krise, das belegten die Norddeutschen eindrucksvoll beim blutleeren 0:3 gegen Hertha BSC, als - bis auf Alibi-Fußball - vom altehrwürdigen Bundesliga-Dino nichts zu sehen war. Es war der blanke Horror - und das nicht nur auf dem Platz. Auch die Szenen, die sich nach dem Spiel auf dem Vereinsgelände abspielten, waren schauderhaft.

Hamburgs Rafael van der Vaart inmitten der HSV-Fans.
Hamburgs Rafael van der Vaart inmitten der HSV-Fans.
© picture-allianceZoomansicht

Bereits nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Deniz Aytekin war es zu unschönen Szenen gekommen. Spieler des HSV gingen in die Fan-Kurve und wurden dort wüst beschimpft. "Es ist bitter, mir fehlen die Worte. Es ist scheiße", sagte der ratlose Heiko Westermann, der unmittelbar nach Spielende Verständnis für den Unmut der Fans gezeigt hatte: "Wir haben uns in den letzten Wochen nicht mit Ruhm bekleckert, haben schlechten, erfolglosen Fußball gezeigt. Da ist es normal, dass die Fans pfeifen." Mit einer derart heftigen Reaktion hatte der Nationalspieler dann aber auch nicht gerechnet.

Das Szenario ging dann sogar in die nächste Runde. Etwa 500 Anhänger der Hamburger versammelten sich am Abend vor der Geschäftsstelle und forderten lautstark, dass sich die Spieler ihnen stellen sollten. Diese kamen dieser Forderung nach, kamen raus und es kam zu unschönen Szenen. Ausgerechnet bei Kapitän van der Vaart kochten die Emotionen hoch. Der Niederländer lieferte sich dann eine emotionale Debatte mit den noch zu diesem Zeitpunkt etwa 100 anwesenden und weiterhin aufgebrachten Fans. Dabei wurde er sogar geschubst, van der Vaart ließ sich jedoch nicht verjagen, diskutierte bis in die Nacht hinein und war darum bemüht, die Wogen zu glätten.

Das war auch dringend nötig, denn die Stimmung war latent aggressiv. So war es für die Profis ein enorm schwieriges Unterfangen, das Vereinsgelände zu verlassen, weil sich zahlreiche Fans am Parkplatz versammelt und eine Drohkulisse aufgebaut hatten. Nur unter dem Schutz von zahlreichen Sicherheitskräften konnte gewährleistet werden, dass die Spieler ihre Autos unbeschadet erreichten. Manch ein Fahrzeug kam allerdings nicht ohne Schrammen davon. Die ganzen Ereignisse gingen einigen Profis ziemlich nahe. Beispielhaft dafür steht Zoua, der unmittelbar nach Spielende unter Tränen in die Kabine gegangen war. Im Allgemeinen fand der ganze Spuk gegen 22.15 Uhr sein Ende.

Kreuzers Nibelungentreue für van Marwijk - Wie geht es weiter?

Da war es noch friedlicher: Hamburger Fans warten auf die HSV-Profis, um mit ihnen zu reden.
Da war es noch friedlicher: Hamburger Fans warten auf die HSV-Profis, um mit ihnen zu reden.
© Getty ImagesZoomansicht

Am Ende blieb es in Hamburg also doch weitestgehend friedlich. An der dramatischen sportlichen Situation änderte das freilich nichts. Die sportliche Leitung der Rothosen ist nun auch in der Pflicht. Ein Thema dabei dürfte auch die Zukunft von Trainer Bert van Marwijk sein. Der Niederländer ist zuletzt stark unter Beschuss geraten, gibt sich jetzt aber kämpferisch. "Ich bleibe Trainer, ich resigniere nicht und gebe nicht auf", so van Marwijk: "Ich bin verantwortlich, aber stehe auch vor der Truppe." Der 61-Jährige übte aber auch Kritik an seinen Schützlingen: "Das hat auch etwas mit Qualität zu tun, physisch, aber auch im Kopf."

Rückendeckung erhält er weiterhin von Sportchef Oliver Kreuzer, der bei Sky einen Trainerwechsel abermals kategorisch ausschloss: "Ich lasse keine Trainerdiskussion aufkommen. Wir müssen besser Fußballspielen." Auch beim Pokalspiel gegen den FC Bayern München am kommenden Mittwoch (LIVE! ab 20.30 Uhr bei kicker.de) wird van Marwijk laut Kreuzer den Tabellenvorletzten betreuen.

1. Bundesliga, 2013/14, 20. Spieltag
Hamburger SV - Hertha BSC 0:3
Hamburger SV - Hertha BSC 0:3
Optimistisch

Trotz zweier Niederlagen in der Rückrund: Hertha-Trainer Jos Luhukay (links) und Manager Michael Preetz.
© getty images

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1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München53:956
 
2Bayer 04 Leverkusen37:2043
 
3Borussia Dortmund47:2439
 
4FC Schalke 0439:2937
 
5Bor. Mönchengladbach36:2533
 
6VfL Wolfsburg33:2433
 
7Hertha BSC31:2431
 
8FC Augsburg30:2931
 
91. FSV Mainz 0529:3530
 
10Hannover 9629:3524
 
11TSG Hoffenheim40:4322
 
12Eintracht Frankfurt24:3421
 
13Werder Bremen24:4520
 
14VfB Stuttgart33:4119
 
15SC Freiburg20:3618
 
161. FC Nürnberg24:3617
 
17Hamburger SV33:4716
 
18Eintracht Braunschweig11:3712

weitere Infos zu van Marwijk

Vorname:Bert
Nachname:van Marwijk
Nation: Niederlande
Verein:Hamburger SV