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17.11.2012, 22:23

Hecking gibt sich diplomatisch, Heynckes unaufgeregt

Bastian Schweinsteiger: Ausflug ins Jammertal

Im bayerischen Derby zwischen den 1. FC Nürnberg und dem FC Bayern waren die Rollen klar verteilt. Der Rekordmeister aus der Isarmetropole in der Favoritenrolle, der zwischen der Verkündung von Rekordumsätzen auf der Jahreshauptversammlung am Donnerstag und dem Topspiel in der Champions League am Dienstag in Valencia mal schnell in Nürnberg Station macht und trotz Personalsorgen und einer gewagten Rotation die Pflicht erledigt. Es kam anders und die Erklärungen überraschten.

Bastian Schweinsteiger im harten Duell mit Nürnbergs Sebastian Polter.
Bastian Schweinsteiger im harten Duell mit Nürnbergs Sebastian Polter.
© imago

Dabei begann es für die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes wie gemalt. Schon mit der ersten Chance klingelte es im Kasten der Hecking-Elf, Mandzukic hatte nach seiner Zwangspause schon in der 3. Minute die Bayern in Front gebracht und den Club in eine Schockstarre versetzt.

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Die Personal-Rochaden von Heynckes schienen dem Vorhaben, den elften Saisonsieg im zwölften Bundesligaspiel einzufahren, nichts anhaben zu können. Robben und Ribery waren verletzt, Lahm bekam eine Pause, Javi Martinez wurde nach seinem Trip mit der spanischen Auswahl nach Panama geschont und auch Badstuber saß draußen. Es spielten Rafinha, van Buyten und Tymoshchuk.

Doch nach etwa 20 Minuten griffen die Nürnberger zu den Mitteln, zu denen gegen Spitzenmannschaften wie den FC Bayern, den FC Barcelona oder gegen Manchester United immer gegriffen wird: Man bekämpft sie - aggressiv, Mann-gegen-Mann. Man könne ja nicht einfach neben den Münchnern herlaufen, "dann gewinnen sie 4:0 und alle sagen, was sie für einen tollen Fußball spielen", sagte FCN-Trainer Dieter Hecking nach den spannenden 90 Minuten. Die Bayern verloren endgültig die Kontrolle über das Spiel direkt nach dem Seitenwechsel, als der frühere Münchner Markus Feulner, der in der bisherigen Saison erstmals von Anfang an spielen durfte, aus der Distanz abzog und sein Flatterball Nationalkeeper Manuel Neuer überraschte.

Bastian Schweinsteiger hatte für das ausgeglichene Spiel - bis zu Gebharts Ampelkarte in der 76. Minute wähnte man den Club einer Sensation nahe - eine andere Erklärung. "Sie haben versucht, den Schiedsrichter zu beeinflussen, zu provozieren. Es war halt nicht so richtig einfach, wenn du immer wieder einen Tritt bekommst", gab der Mittelfeldspieler gegenüber dem Bezahlsender Sky zu Protokoll. Und schreckte auch nicht davor zurück, über die Bundesliga-Kollegen im andersfarbigen Trikot zu lästern: "Nürnberg kann ja nicht anders."

"Nürnberg kann ja nicht anders."Bastian Schweinsteiger

Club-Trainer Hecking konterte die Einschätzung Schweinsteigers mit diplomatisch einwandfreier Haltung. "Ich glaube, dass Bastian Schweinsteiger einfach enttäuscht war."

Auch Neuer war ganz offensichtlich enttäuscht. "Wir hatten nach 20, 25 Minuten keinen Spielfluss mehr, weil es sehr viele Fouls gab. Unser Spiel wurde in manchen Situationen kaputtgefoult." Und dann war da laut dem Bayern-Schlussmann noch der schlechte Rasen im Nürnberger Stadion, der "das flüssige Spiel der Münchner behindert" habe.

Neuers Gegenüber Raphael Schäfer, der lediglich eine Großchance der Münchner durch Rafinha noch zunichte machte, sprach ungeschönt aus, was alle dachten: Billige Ausreden. "Wenn man irgendwann keine Mittel mehr hat, ist es immer einfach, sich hinzustellen und zu sagen: Sie provozieren." Doch auch in einem derartigen Fall müsse man doch "als Millionentruppe die Mittel finden, das Spiel zu gewinnen, vor allem in Überzahl".

Und was sagte Jupp Heynckes nach dem Schlusspfiff und dem ersten Remis der Saison? "Kein Beinbruch." Und da wusste er noch nicht einmal, dass die Münchner ihren Vorsprung an der Spitze wegen der Schalker Niederlage in Leverkusen von sieben Zähler auf acht Punkte ausgebaut hatten. Warum also jammern?

17.11.12
 

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