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10.11.2010, 19:25

DFB-Spitzenfunktionäre legen Kranz nieder

Stilles Gedenken an Robert Enke

In Hannover wurde heute an den Tod des früheren Nationaltorhüters Robert Enke vor einem Jahr erinnert. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff legten am Mittag in einer nicht-öffentlichen Gedenkfeier einen Kranz am Grab von Enke nieder. Hannover 96 stellte am Rande der AWD-Arena ein Gedenkzelt auf, in dem Menschen in einem "Buch der Gedanken" ihre Erinnerungen an den Profi aufschreiben konnten.

Oliver Bierhoff, Dr. Theo Zwanziger, Joachim Löw
DFB-Teammanager Oliver Bierhoff, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Bundestrainer Joachim Löw (v. li.) am Grab von Robert Enke.
© picture allianceZoomansicht

"Es kommen keine Unmengen von Menschen. Schüler auf dem Weg zur Schule und Menschen auf dem Weg zur Arbeit schauen vorbei und halten für kurze Zeit inne. So hatten wir das erwartet und gewünscht", erklärte 96-Pressechef Andreas Kuhnt. Der Gedenkraum wird am Abend wieder geschlossen. Enke, der unter Depressionen litt, hatte sich am 10. November 2009 an einem Bahnübergang in der Nähe von Hannover das Leben genommen.

Bei einer Zeremonie, die auf Wunsch von Enkes Witwe Teresa unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, legten die Spitzenfunktionäre des DFB einen Kranz am Grab des ehemaligen Nationalkeepers nieder. Der Kranz war mit grünen und weißen Blumen besteckt, auf der Schleife stand "Deutscher Fußball-Bund" und "Wir vergessen Dich nicht".

"Es war mir ein persönliches Bedürfnis, heute an Roberts Grab zu treten, um mich an diesem Tag in aller Stille an einen großartigen Menschen zu erinnern", sagte Löw. Für Zwanziger war die kurze Andacht in der Kapelle und die Kranzniederlegung im kleinen Kreis "der angemessene Weg, mit meinen Gedanken umzugehen". Teresa Enke nutzte die von Pastorin Christina Norzel-Weiß geleitete Zeremonie, um sich für die große Anteilnahme zu bedanken: "Auch wenn ich nicht alle der vielen Briefe, die mich noch immer tagtäglich erreichen, beantworten kann, gibt mir diese Anteilnahme sehr viel Kraft", sagte sie. An der nicht-öffentlichen Trauerfeier nahm auch Martin Kind, Präsident von Hannover 96, teil.

Zwanziger: "Offener Umgang mit Schwächen"

Zwanziger hatte sich zuvor in einer Videobotschaft auf der DFB-Website geäußert: Der Tod von Robert Enke sei bis heute mit "Trauer, Schmerz, aber auch der Frage nach dem Warum" verbunden. Enke, "ein starker Nationaltorhüter", habe Schwächen gehabt. "Also muss man bereit sein, solche Schwächen nicht zu tabuisieren, sie im Heimlichen ablaufen zu lassen, sondern sie ein Stück aus dem Schweigen herauszuholen. Ein offener Umgang mit Schwächen - darüber sollten wir alle nachdenken und unseren Beitrag dazu leisten."

Andreas Bergmann, damaliger Trainer von Hannover 96, sagte im NDR-Inforadio: "Ich glaube, wenn es eine Botschaft von Robert gibt, dann ist es die, dass wir auch wieder über Ängste, über Schwächen, über Zweifel, die man vielleicht hat, reden kann und sich darüber aussprechen kann. Das wäre schon gut, wenn wir das könnten. Ich glaube, die Gesetzmäßigkeiten dieser Leistungsgesellschaft werden wir nicht ändern."

Die früheren Mannschaftskameraden Enkes zogen sich zum Gedenken zurück und mieden auf eigenem Wunsch die Öffentlichkeit. "Es ist unpassend, wenn wir uns an diesem Tag auch noch ablichten lassen", sagte Trainer Mirko Slomka.

Hannover benennt Straße nach Enke

Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil erläuterte die Pläne der Stadt, die Stichstraße zum Stadion von Arthur-Menge-Ufer in Robert-Enke-Straße umzubenennen. "Hannover 96 und die Witwe Teresa Enke sind damit einverstanden. Das war für mich eine wichtige Voraussetzung", sagte Weil am Mittwoch. Die endgültige Entscheidung fällt der Stadtrat am 16. Dezember, die Zustimmung gilt als sicher.

Sollte der Entschluss die Gremien zügig passieren, könnte noch in diesem Jahr die Umbenennung erfolgen. In Zukunft wäre dann die Robert-Enke-Straße auch die Adresse der Geschäftsstelle des Fußball-Bundesligisten Hannover 96. "Wir wollen Robert Enke in unmittelbarer Nähe seiner langjährigen Wirkungsstätte ehren", erklärte Weil.

Am Abend zogen 2000 Menschen mit einem Gedenkmarsch von der Innenstadt zum Stadion von Hannover 96. Wie alle Gedenkfeiern an diesem Tag fand auch der Marsch in sehr würdevoller Atmosphäre statt.

10.11.10
 

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