Der FC Bayern profitierte von Leverkusens Remis gegen Köln und eroberte durch einen insgesamt verdienten Erfolg im Klassiker gegen den Hamburger SV am Sonntagabend die Tabellenspitze.
In einer unterhaltsamen ersten Hälfte hatten die Bayern mehr vom Spiel, konnten sich aber selten gegen disziplinierte Hamburger durchsetzen. Der HSV hatte darüber hinaus durch Trochowski gleich zweimal die Chance, selbst in Führung zu gehen. Ansonsten war der FCB tonangebend, war aber nur selten zwingend. Und falls die Münchner zum Abschluss kamen, dann wurden die Möglichkeiten liegen gelassen (Müller). Nach dem Wechsel - der HSV mit Hesl für den verletzten Rost zwischen den Pfosten - taten sich die tonangebenden Bayern gegen die sattelfeste HSV-Abwehr lange Zeit enorm schwer. Doch dann fasste sich Ribery ein Herz!
Hannover startete auf einem neu verlegten Rasen sehr engagiert und nutzte die Räume im Mittelfeld, die vom Nachbarn aus Wolfsburg teilweise großzügig zur Verfügung gestellt wurden. In der Offensive sorgten die Neuzugänge Koné und Elson für Unruhe. Allein der Brasilianer hatte drei gute Schusschancen. Erst gegen Ende der ersten Hälfte kam Wolfsburg besser in die Partie, aber zweimal war Fromlowitz zur Stelle und einmal rettete der Pfosten für die Slomka-Truppe. Auch nach dem Wechsel zeigte sich den Zuschauern ein ähnliches Bild. Hannover war mehr als nur bemüht, allerdings zum Torabschluss kam es einfach zu selten. Und so kam es, wie es kommen musste. Misimovic schlug auf Vorlage von Grafite eiskalt zu und schob aus kurzer Distanz unbedrängt ein. Der Heimelf fehlten die Nerven vor dem Tor, Bruggink zeigte aus bester Position, wie man es nicht macht. Folge: Der Relegationsplatz geht nach Nürnberg und Hannover rutscht auf 17. Wolfsburg hält sich mit 31 Punkten im Niemandsland der Liga auf.

Die Pflichtaufgabe Köln hätte sich Tabellenführer Bayer Leverkusen am frühen Samstagabend sicher etwas anders vorgestellt. Das Heynckes-Team blieb zwar auch weiterhin in dieser Saison ungeschlagen und schaffte mit 24 Spielen ohne Niederlage einen neuen Bundesligarekord, es reichte aber gegen tapfer verteidigende "Geißböcke" nur zu einem torlosen 0:0. Hyypiä (13.) und Reinartz (73.) vergaben Chancen für den bisherigen Klassenprimus, die beste Gelegenheit des Spiels hatten aber sogar die Gäste durch Freis, der in der 33. Minute am herauslaufenden Adler scheiterte. Insgesamt sahen die Zuschauer in der BayArena jedoch eine an Höhepunkten arme Partie. Sollten die Bayern am Sonntag gegen den HSV gewinnen, würden sie die Tabellenführung übernehmen.
Zwei Kellerkinder mussten am Samstagnachmittag in der Fremde anreisen - und konnten jeweils einen Punkt mit nach Hause mitnehmen. In Bochum hielt der 1. FC Nürnberg bis zum Ende ein 0:0, ein Ergebnis, das dem Spielverlauf absolut angemessen war. An Einsatz mangelte es beiden Teams nicht, doch wirklich zwingende Chancen sprangen nicht dabei heraus. Riesiges Glück hatten die Nürnberger unmittelbar vor der Pause, als Schäfer und Pinola gemeinsam zwei Torschüsse von Dabrowski und einen Nachschuss von Sestak parieren mussten. Die Schlussphase mussten sie mit zehn Mann überstehen, nachdem Bunjaku nach Handspiel vor der Pause und Ballwegschlagen (87.) die Ampelkarte sah.
Auch der SC Freiburg kam bei Borussia Mönchengladbach zu einem Unentschieden und bleibt damit knapp über dem Strich. Für das Team von Trainer Robin Dutt wäre sogar noch mehr drin gewesen, denn Cissé köpfte kurz nach dem Seitenwechsel zur Freiburger Führung (56.). Ein Tor, das angesichts der ersten Hälfte mit drückender Überlegenheit der Borussia allerdings mehr als schmeichelhaft war. Brouwers (72.) stellte dann ebenfalls per Kopf nach Flanke von Arango schließlich den verdienten 1:1-Endstand her.

Der Tabellenletzte Hertha BSC kann sich nach dem Aus in der Europa League ganz auf den Klassenerhalt konzentrieren, musste jedoch gegen 1899 Hoffenheim mit 0:2 einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Nach gutem Beginn der Berliner war es ausgerechnet Nationalspieler Arne Friedrich, der gegen Demba Ba nicht gut aussah und so die Führung durch den Senegalesen ermöglichte (35.). Gute Chancen nach der Pause blieben aus und Ibisevic machte in der Nachspielzeit für Hoffenheim alles klar. Somit ist nicht nur die Revanche für das 1:5 im Hinspiel misslungen. Viel wichtiger: Angesichts der Punktegewinne der Konkurrenz wird der Abstieg für die Funkel-Elf immer wahrscheinlicher.
Weiter oben in der Tabelle hat Werder Bremen mit einem 2:1 den Rückstand zu den internationalen Plätzen wieder verkürzt. Der FSV wurde durch eine Rote Karte gegen Florian Heller früh dezimiert (14.). Bremen ging in Führung durch einen direkten Freistoß von Borowski (32.), der sich aus 28 Metern ins rechte Eck senkte. Die Mainzer hielten trotz Rückstand und Unterzahl weiter gut mit und kamen kurz vor der Pause durch einen nicht unhaltbaren Schuss aus 16 Metern von Bancé zum Ausgleich (45.). Vorausgegangen war ein unglückliches Zuspiel von Prödl, durch das der Mainzer Stürmer erst an den Ball kam. Prödl machte kurz nach dem Seitenwechsel seinen Fehler aber wieder gut und führte Werder mit seinem ersten Bundesliga-Treffer auf die Siegerstraße.
Wieder Hoffnung auf eine erneute internationale Teilnahme kann sich auch der VfB Stuttgart machen. Zu verdanken haben dies die Schwaben einmal mehr ihrem Nationalstürmer Cacau, der gegen Eintracht Frankfurt praktisch im Alleingang nach Köhlers Führungstreffer (39.) das Spiel drehte. Nur zwei Minuten nach dem 0:1 köpfte er zum Ausgleich ein (41.), um noch vor der Pause mit einem strammen Schuss aus 20 Metern nachzulegen (45.). Nach dem Seitenwechsel bemühte sich die Eintracht zwar um den Ausgleich, doch spätestens bei Torhüter Jens Lehmann war für die Skibbe-Elf Endstation.
Das große Revierderby zwischen dem FC Schalke und Borussia Dortmund startete in der 47. Minute. Da stieg der Schalker Rakitic dem Dortmunder Valdez im Strafraum auf den Fuß. Der Stürmer aus Paraguay hob etwas theatralisch ab, und Schiedsrichter Gräfe gab Elfmeter - Sahin blieb eiskalt und verwandelte zur BVB-Führung. Nun musste Schalke mehr Offensive wagen, was dem Spiel sichtlich guttat. Dabei war der erste Durchgang gar nicht so unansehnlich - Schalke hatte die etwas besseren Chancen, Dortmund gehörte die Anfangsphase, doch es fehlte ein wenig der Pfeffer.
Die Königsblauen erhöhten nach einer Stunde die Schlagzahl und profitierten auch von zu vielen leichten Ballverlusten der Borussen. Nach einer Freistoßflanke nickte Höwedes vom kurzen Pfosten das Leder ins kurze Eck. In der Schlussphase hatten die Knappen noch ein bisschen mehr zuzulegen - Bender verlor am eigenen Strafraum etwas unglücklich den Ball und Rakitic schlenzte die Kugel zentimetergenau in den Winkel. Dies sollte der Siegtreffer sein, auch wenn die Borussen in den verbleibenden Minuten nochmal versuchten, den Schalter umzulegen. Die Magath-Elf wehrte damit den Angriff der Dortmunder auf den Champions-League-Platz vorerst ab und sind nach Punkten wieder am Führungsduo dran.
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47692 Teilnehmer)
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