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08.02.2010, 09:57

Bremen Maßnahmen zahlen sich aus

Özil weiter nur ein Schatten

Die große Sause war es nicht. Die fand 24 Stunden später bei der "Grün-weißen Nacht" statt. Werder feierte doppelt: den ersten Sieg nach sieben sieglosen Ligaspielen und das Jubiläum mit der Schnapszahl. 111 Jahre Werder - selten war ein Sieg so wertvoll wie an diesem Wochenende des Balls.

Kaum ein Durchkommen: Özil gegen Berlins Domovchiyski und Friedrich.
Kaum ein Durchkommen: Özil gegen Berlins Domovchiyski und Friedrich.
© imagoZoomansicht

"Riesengroße Erleichterung", verspürte Willi Lemke, der "Mister Werder" von früher, der nun als Chef des Aufsichtsrats fungiert, nachdem die Zitterpartie gegen den Letzten aus Berlin für eine regelrechte Befreiung und Erlösung gesorgt hatte.

Frohgelaunt schlenderten denn auch die Werderprofis in den Ballsaal. Die Notbremse auf dem Rasen war erfolgreich gezogen, die rasante Talfahrt gestoppt worden. Wie dies gelang, blieb Nebensache. "Wichtig waren heute die drei Punkte", analysierte treffend Thomas Schaaf, der die gezeigte Willensstärke herausstellte und sich über das Erfolgserlebnis freute. Ein großer Druck habe auf der Elf gelastet, gab Aaron Hunt zu, der so spielte, wie die Mannschaft mit dem Vorbild-Kapitän Torsten Frings an der Spitze insgesamt auftrat: "Heute war Kampf gefragt. Das haben wir gut gemacht. Dass da Spielerisches noch zu kurz gekommen ist, bleibt da unerheblich."

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Mit neuer Taktik und mit neuem Personal, wie vom kicker prognostiziert, fanden die teilweise doch recht verunsichert wirkenden Norddeutschen einigermaßen in die Erfolgsspur zurück. Dabei wurde Schaaf nur vordergründig einem Grundsatz untreu. Eine seiner Regeln lautet, immer mit zwei Spitzen zu agieren. Diesmal lief Matchwinner Claudio Pizarro als nominell einziger Stürmer auf. Doch Schaaf hatte anders gruppiert: ein Angreifer, aber vier Offensive. Aus dem Trio Marin/Hunt/Özil schaltete sich immer wenigstens einer in die Spitze ein. Am wenigsten indes Mesut Özil, weiter ein Schatten seiner selbst. Lustlos und teilnahmslos, dabei glücklos durchlebt der hochgelobte Nationalspieler eine fundamental anmutende Krise. Der Vertragspoker setzt ihm anscheinend mehr zu, als er zugibt.

Obwohl umgeben von seinem Clan, schaute Özil bei der Festnacht eher verstört und bedröppelt drein. Als einer der Ersten verließ er das Parkett. Zapfenstreich war für alle um Mitternacht. Morgens um zehn Uhr am Sonntag bat Schaaf wieder zum Training. Für einen wie Aaron Hunt normal: "Wir wollen gegen Hoffenheim weiterkommen im Pokal. Es wäre schön, wenn wir wieder eine Serie starten könnten."

08.02.10
 
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