Schalke: Option auf den Uru-Jungstar
Mezquida: Magaths Joker im Sturm-Poker
Hinter dem Parade-Duo Kevin Kuranyi (27) und Jefferson Farfan (25) fristen alle drei nur ein sportliches Schattendasein. Asamoah (fünf Einsätze) und Sanchez (drei) haben mit je einem Treffer gegen Frankfurt (2:0) bzw. Leverkusen (2:2) immerhin wichtige Punkte gesichert. Altintop (vier Einsätze) ging in der Liga bislang leer aus.
Bezüglich etwaiger Abschiedsgedanken lässt sich freilich keiner der Bank-Stürmer aus der Reserve locken. Noch stehen bis Weihnachten schließlich fünf Punktspiele an, also Gelegenheiten, den eigenen Marktwert zu steigern.
Mezquida ist kein Schnäppchen
Nicht nur deshalb kann Trainer-Manager Felix Magath (56) die Entwicklung gewohnt gelassen abwarten. "Personalplanungen beschäftigen mich im Moment überhaupt nicht." Jedenfalls nicht öffentlich. Der Poker möglicher Interessenten und der Profis selbst beginnt schließlich gerade erst. Und Magath ist für alle Eventualitäten gerüstet: Von fünf Stürmern einen abzugeben, wäre grundsätzlich sowieso kein Problem. Und: Selbst den Verkauf zweier Angreifer könnte der Schalke-Boss problemlos kurzfristig kompensieren. Sein Joker im Ärmel heißt Nicolas Mezquida, ist 17 Jahre jung und 1,71 Meter klein, gilt aber als eines der größten Sturm-Talente Südamerikas. Der Uruguayer steht noch längerfristig bei seinem Heimatverein Penarol Montevideo unter Vertrag, doch hat sich Schalke ein Optionsrecht gesichert, das die Königsblauen in den kommenden Monaten jederzeit ausüben könnten: Entweder bereits in der anstehenden Transferperiode oder im Sommer 2010. Erst danach würde die Option auf den torgefährlichen und technisch beschlagenen Dribbler verstreichen.
In die Karten schauen lässt sich Magath bei seiner Planung mit dem U-17-Nationalspieler nicht: "Ich weiß, dass es einen Spieler gibt, der so heißt." Mehr ist Magath über Mezquida momentan nicht zu entlocken. Natürlich auch, weil eine Verpflichtung unweigerlich von der Zukunft der aktuellen zweiten Stürmer-Garnitur des Klubs abhängt. Zumal Mezquida bei einer Ablöse von kolportierten zwei Millionen Euro nicht unbedingt ein Schnäppchen wäre. Aber: Ist Magath von einem Spieler wirklich überzeugt, etwa im Fall Lewis Holtby (19, drei Millionen Ablöse), dann darf ruhig auch ein gewisses finanzielles Risiko dabei sein.
Thiemo Müller
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