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06.11.2009, 14:55

Hertha: "Endspiel" gegen Köln

Reset, Wende, Neuanfang - Die Berliner Befreiung

Nach zwölf Spielen ohne Sieg, wussten die Berliner gar nicht mehr, wie es sich anfühlt zu gewinnen. Doch ausgerechnet Sorgenkind Artur Wichniarek bescherte der kränkelnden "Alten Dame" beim SC Heerenveen das erste Erfolgserlebnis seit dem 27. August. Jetzt gilt es schleunigst auch in der Bundesliga nachzulegen. Im Kellerduell am Sonntag gegen Köln muss nach bisher nur vier Punkten aus elf Spielen dringend die Wende eingeläutet werden.

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Hertha BSC: Artur Wichniarek
Frustbewältigung: Stürmer Artur Wichniarek machte endlich das, wozu er geholt wurde.
© picture alliance Zoomansicht

Im beschaulichen Heerenveen musste man als Hertha-Anhänger schon Angst bekommen. Mit katastrophalem Abwehrverhalten und zwei Toren von Michal Papadopulos (4., 36.) schien sich die Negativserie der Hauptstädter zunächst fortzusetzen. Doch der erste Doppelpack des Bulgaren Valerij Domovchiyski (21., 52.), jeweils von Wichniarek aufgelegt, hielt die Funkel-Truppe im Spiel. In der Nachspielzeit war es dann der Pole höchstpersönlich, der endlich seine Ladehemmung ablegte und für den langersehnten Erfolg sorgte. Damit hat Berlin wieder alle Chancen, in der Europa League in die nächste Runde einzuziehen.

Angesichts der Tabellensituation in der Bundesliga sind die Aussichten im Europapokal jedoch zweitranging. Das Erfolgserlebnis packt man aber gerne ein und nimmt es mit zum Kellerduell gegen Köln. "Die Mannschaft brauchte es, dass sie weiß, wie sich ein Sieg anfühlt", sagte Manager Michael Preetz. Das Aufatmen spürte man bei allen Beteiligten. "Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt, ist hohes Risiko gegangen und wurde am Ende belohnt", erklärte ein erleichterter Friedhelm Funkel, der nach einem Monat auch seinen ersten Erfolg als Berliner Coach feiern durfte.

Noch in der Kabine habe ich gehört, dass die Spieler den Erfolg nicht überbewerten. Es war wichtig, hier zu gewinnen. Aber noch wichtiger ist das Spiel am Sonntag gegen Köln. Friedhelm Funkel, Trainer Hertha BSC

Richtig gut fühlte sich Wichniarek nach seinen beiden Assists und dem entscheidenden Tor zum 3:2-Sieg. "Niemand kann wissen, wie ich mich in den letzten Wochen gefühlt habe. Aber meine Freunde und ich selbst haben an mich geglaubt. Das ist für uns alle ein glücklicher Moment", sagte der Pole nach seinem ersten Tor im 13. Spiel. In Heerenveen wollte Wichniarek in erster Linie einen "Neustart für die ganze Mannschaft" erkannt haben. Alles auf Null und von vorn beginnen - wie einfach wäre das, wenn nicht schon elf Spiele gespielt wären.

Entsprechend kernig sind die Sprüche vor der wichtigen Partie gegen Köln. "Das ist ein Endspiel. Wir dürfen definitiv nicht verlieren, wir werden kämpfen bis zum Umfallen. Das ist jetzt unser Weg, der richtige Weg", sagte Kapitän Arne Friedrich. Und auch Coach Funkel bläst in das gleiche Horn. "Das ist ein ganz, ganz stark richtungsweisendes Spiel. Wir wollen unbedingt gewinnen und müssen alles dafür geben." Jetzt müssen Taten folgen, soll es wieder einmal nicht bei leeren Worthülsen bleiben. Der Friede mit den Fans ist vorerst hergestellt, aber sehr fragil.

Lange Pause für Dardai

Fragil war zuletzt auch das Sprunggelenk von Pal Dardai. Der Ungar musste sich einer Operation am Sprunggelenk unterziehen und fällt rund fünf Wochen aus, teilte der Verein am Freitag mit.

06.11.09
 
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