Bayern-Manager gegen Müllers frühe DFB-Berufung
Löw kontert Hoeneß-Kritik
Der 20-Jährige ist mittlerweile Stammspieler beim FC Bayern, schoss am Samstag das wichtige 1:0 für seinen Verein und bekam von Bundestrainer Joachim Löw bereits eine Nominierung für die Länderspiele im November gegen Chile und Ägypten in Aussicht gestellt. In Müllers Saisonbilanz stehen in dieser Saison drei Bundesliga-Tore, zwei Tore in der Champions League (Doppelpack in Haifa) eine Tor im DFB-Pokal gegen Oberhausen.
Hoeneß geht das zu schnell. "Hört auf mit dem Käse", sagte er in Freiburg zu Journalisten, die ihn nach Müllers Zukunft im DFB-Team gefragt hatten. "Da schießt einer mal drei Tore und soll dann gleich in die Nationalmannschaft. Wenn ich früher ein ganzes Jahr lang so gespielt hätte, hätte mich Bundestrainer Helmut Schön zur Seite genommen und gesagt: Wenn Sie so weiterspielen, kommen Sie demnächst wieder zu uns."
Löw: "Hoeneß war beim Debüt gerade mal 20"
Müller selbst äußerte sich am Samstag nicht zum Thema Nationalmannschaft. Jedoch konterte Bundestrainer Joachim Löw die Kritik von Uli Hoeneß im Interview mit dem kicker. Es sei wichtiger Teil der DFB-Philosophie, "gerade junge, hochtalentierte Spieler frühzeitig zu integrieren". Bei Podolski, Schweinsteiger, Lahm, Mertesacker und zuletzt Özil sei dies auch hervorragend gelungen, so Löw.
"Übrigens war auch Uli Hoeneß bei seinem Länderspieldebüt gerade mal 20 Jahre alt, Fran Beckenbauer ebenfalls", parierte der Bundestrainer den Bayern-Manager. Das Alter könne also kein Argument sein. Einigkeit herrscht indes in dem Punkt, dass die WM im kommenden Jahr den Spielern derzeit nicht zu sehr in den Köpfen herumspuken dürfe. Löw sei da "mit Uli absolut einer Meinung". Die Spieler sollten sich vielmehr optimal auf ihre Spiele in den Klubs vorbereiten und dort konstant Leistungen bringen.
Wolfsburgs Riether im Fokus
Ob neben Thomas Müller, dessen Berufung auch noch gar nicht sicher sei (Löw: "Wir werden schon noch abwarten, was im November passiert."), auch andere Youngster demnächst berufen werden könnten, ließ Löw im kicker-Interview offen. Allerdings sei zuletzt vor allem auch der 26-jährige Wolfsburger Sascha Riether beobachtet worden, der hinten rechts in der Abwehr spielen kann, wo Löw noch keine fixe Lösung parat hat. "Er wurde von uns durchweg positiv bewertet", sagte der Bundestrainer. Gut möglich, dass Riether für die kommenden Aufgaben vorgesehen ist.
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