Streit-Doppelpack reicht nicht

Beim VfL Bochum gab es im Vergleich zum 3:3 bei Hertha BSC folgende Änderungen: Skov-Jensen eretzte Bade im Tor, Lense und Drsek ersetzten die gesperrten Pallas (Gelb-rot) und Dabrowski (Gelb). Bei Eintracht Frankfurt nahm Trainer Friedhelm Funkel gegenüber dem ernüchternden 0:3 gegen Arminia Bielefeld nur eine personelle Umstellung vor: Vasoski ersetzte in der Innenverteidigung Kyrgiakos.
Die Partie begann mit einem Blitzstart der Frankfurter Eintracht. Keine 60 Sekunden waren gespielt, als Streit einen Freistoß aus halblinker Position ins Tor schoss. Bochums Keeper Skov-Jensen machte dabei alles andere als eine gute Figur.
Und nach fünf Minuten erhöhte erneut Streit auf 2:0. Amanatidis schickte Meier auf der rechten Seite steil, dessen Hereingabe drückte der 26-Jährige über die Linie.
Bochum war bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht präsent. Erst langsam verdaute der VfL den Schock des Rückstands, die Verunsicherung war dem Koller-Team aber deutlich anzumerken. Nach einer Viertelstunde flankte Trojan von der rechten Außenseite in den Strafraum, doch Eintracht-Keeper Nikolov parierte den folgenden Kopfball durch Lense (14.). Und in der 21. Minute passt Misimovic steil auf Trojan, doch Nikolov eilte aus seinem Tor heraus und war vor dem Tschechen am Ball.
Eigentlich hatten die Hessen danach das Spiel und den Gegner unter Kontrolle. Doch binnen acht verrückten Minuten drehten die Bochumer die Partie. Initialzündung für den VfL war die Rote Karte für Vasoski, der nach einem Foul an Gekas von Referee Gagelmann wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen wurde (28.). Den folgenden Strafstoß verwandelte Misimovic sicher (29.).
Durch die Hinausstellung des Innenverteidigers herrschte Unordnung in der Eintracht-Deckung. Dies nutzten die Bochumer einskalt aus: In der 33. Minute schlug Misimovic eine Freistoß-Flanke in den Strafraum, Maltritz war mit dem Kopf zur Stelle und traf zum 2:2. Und nur 180 Sekunden später wiederholte sich die Geschichte: Dieses Mal stand Trojan zur Ausführung des Freistoßes bereit, Butscher konnte ebenfalls per Kopf unbedrängt die Führung für die Bochumer erzielen. Danach war Pause, und Spieler wie Zuschauer hatten nach diesen turbulenten 45 Minuten eine Auszeit wahrlich verdient.

Und auch der zweite Abschnitt begann mit einem Paukenschlag. Allerdings kamen dieses Mal die Bochumer perfekt in die Partie. Nach einem langen Ball von Trojan spielte Gekas Nikolov gekonnt aus und schloss ebenso sehenswert zum 4:2 ab (47.).
Die Eintracht gab sich aber noch lange nicht geschlagen. In der 58. Minute flankte Ochs von der rechten Seite, Butscher verlängerte unglücklich per Kopf. Am zweiten Pfosten köpfte der freistehende Amanatadis zum Anschlusstreffer ein.
Und die beiden Teams gönnten den Zuschauern auch weiterhin keine Verschnaufpause. Frankfurt witterte nun trotz Unterzahl wieder seine Chance, Bochum suchte die Vorentscheidung. Die temporeiche Partie wog so auch im zweiten Abschnitt hin und her und bot Chancen im Minutentakt.
Für Bochum hätte alleine Gekas noch öfters treffen können. Doch der griechische Stürmer blieb im Privatduell gegen Eintracht-Keeper Nikolov jeweils zweiter Sieger (53., 73., 75.). Auch einen Distanzschuss des aufgerückten Drsek parierte Nikolov glänzend (58.). Auf der Gegenseite sorgte Alex Meier für Gefahr, doch auch Bochums Keeper Skov-Jensen war gegen den Mittelfeldmann zweimal auf dem Posten (64., 72.).
In der Schlussviertelstunde setzte Funkel dann alles auf eine Karte, nahm Mittelfeldspieler Fink raus und brachte mit Thurk einen zusätzlichen Stürmer. Doch auch diese Maßnahme sollte sich nicht auszahlen. Obwohl die Hessen in den letzten Minuten mächtig auf das vierte Tor drängten, brachten die Bochumer den Dreier mit viel Einsatz und Geschick über die Zeit.
Der VfL Bochum gewann in einem verrückten Spiel nach 0:2-Rückstand noch mit 4:3 gegen Eintracht Frankfurt und tritt am kommenden Spieltag zum "kleinen" Revierderby bei Schalke 04 an. Eintracht Frankfurt verlor zum zweiten Mal in Folge und empfängt nun Borussia Dortmund.
| VfL Bochum |
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| Eintracht Frankfurt |
Rote Karten |
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