3. Liga

Beutel hat mit dem CFC viel vor

Chemnitz: Tabellenführer empfängt Cottbus

Beutel hat mit dem CFC viel vor

Hat mit dem Chemnitzer FC noch viel vor: Sportdirektor Stephan Beutel.

Hat mit dem Chemnitzer FC noch viel vor: Sportdirektor Stephan Beutel. imago

kicker: Im Sommer sagten Sie: "Wir gehen de­mütig in die Saison." Jetzt ist der CFC Tabellenführer. Haben Sie das eigene Team unterschätzt, Herr Beutel?

Stephan Beutel: Ganz sicher nicht. Aber wir ha­ben einen Großteil der Mann­schaft ausgetauscht und wussten nicht, wie schnell die Abläufe mit all den Neuzugängen greifen.

kicker: Platz eins in der Liga, dazu das Sensationsspiel im Pokal gegen Mainz: Ru­fen Sie jetzt den Aufstieg als Ziel aus?

Beutel: Nein. Wir sind kein Zufalls-Erster, aber diese Liga ist unglaublich eng. Vorn sind sechs, sieben Teams fast gleichauf. Wir zählen dazu, aber hier hebt niemand ab.

kicker: Jetzt geht es gegen Cottbus und nach Dresden. Wissen Sie nach der Derby­woche, wie stabil Ihre Elf wirklich ist?

Beutel: Das sind zwei Super-Spiele, vor allem die Partie in Dresden elek­trisiert beide Städte und beide Klubs. Aber es sind auch nur zwei von 38 Spielen. Grundsätzlich halte ich uns für stabil. In Chem­nitz entsteht gerade eine Super­Arena. Jetzt haben wir auch eine Mannschaft, die den Fußball bietet, den die Menschen hier sehen wollen. Wir wollten durch die Transfers im Sommer mehr Tempo in unser Spiel und mehr Größe ins Zentrum bringen – und die Mentalität verändern.

kicker: 14 Spieler gingen, 13 kamen. Das neue Team ist jünger und billiger. Ist es aber vor allem hungriger?

Beutel: Ja. Es gab natürlich Sparzwän­ge, aber wir wollten Hunger er­zeugen. Das ist gelungen. Jetzt stimmen die Ziele der Spieler mit denen des Klubs überein.

kicker: Gab es vorher zu viele Egoismen?

Beutel: Das nicht, aber das Gros der Spieler im Vorjahr war in seiner Entwicklung fertig. Jetzt haben wir in der Mehrzahl Spieler da­bei, die noch in der Entwicklung stehen – wie der Klub auch.

kicker: Nur vier Gegentore in zehn Spielen: Ist das der Schlüssel für den Erfolg?

Beutel: Wir stehen unglaublich stabil. Die Viererkette und Torhüter Philipp Pentke machen einen Super-Job, aber die Jungs davor helfen ihnen auch sehr. Das geht im Angriff bei Anton Fink los.

kicker: Wie wichtig ist er mit seiner Erfahrung und seiner Klasse im Abschluss?

Beutel: Wir haben mit ihm im Sommer gesprochen, er hat ein paar Dinge verändert – das kommt seinem Spiel zugute und dem Team.

Wir sind kein Zufalls-Tabellenführer

Sportdirektor Stephan Beutel

kicker: Welche Dinge waren das?

Beutel: Anton ist jetzt topfit und ein vor­bildlicher Kapitän. Er ist kein Lautsprecher, aber was er sagt, hat großes Gewicht.

kicker: Haben Sie die Sorge, dass ihn ein Zweitligist im Winter wegkauft?

Beutel: Nein, die Konkurrenz sollte sich keine Hoffnungen machen. Wir geben Fink nicht her, wir geben niemanden her. Hier entsteht et­was, das wollen wir fortführen.

kicker: Als Sie Ende Februar Ihr Amt antraten, stand der CFC auf Abstiegsplatz 18 – und Trainer Karsten Heine bangte um seinen Job. Wie eng war es für ihn?

Beutel: Für mich stand er nie zur De­batte. Er arbeitete damals so wie jetzt: akribisch und unaufgeregt. Der Unterschied: Jetzt hat er ei­nen Kader, mit dem er den lauf­intensiven Fußball, der ihm vor­schwebt, auch umsetzen kann.

kicker: Heines Vertrag endet im Sommer 2015. Wann verlängern Sie mit ihm?

Beutel: Das hat keine Eile, er kennt mei­ne Meinung zu diesem Thema.

kicker: Und? Wie ist Ihre Meinung?

Beutel: Es spricht nichts dagegen, über 2015 hinaus gemeinsam weiter­zumachen – das ist doch völlig klar. Aber wir reden im Winter in Ruhe miteinander, nicht jetzt.

Steffen Rohr