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13.03.2018, 15:30

Augsburgs Ex-Stadion vor ungewisser Zukunft

Fast vergessen: Was wird aus dem Rosenaustadion?

Das Augsburger Rosenaustadion blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Inzwischen ist die Arena, die bis 2009 als Heimspielstätte des FCA diente, in die Jahre gekommen. Offen wird über eine Weiternutzung des Areals diskutiert. Weil das Rosenaustadion aber unter Denkmalschutz steht, ist ein Abriss keine Option.

Das Rosenaustadion
Bot in seinen frühen Jahren über 40.000 Besuchern Platz: Das Augsburger Rosenaustadion.
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Das letzte reguläre Zweitliga-Spiel im Augsburger Rosenaustadion hatte Jos Luhukay in Staunen versetzt. Doch es war nicht die Festtagsstimmung, für die die exakt 24.113 Zuschauer vor und während des Spiels gesorgt hatten. Es war der späte 1:1-Treffer von Andrew Sinkala, der den niederländischen Coach des FCA emotional mitnahm. "Unglaublich, dass uns noch der Ausgleich gelungen ist", sagte Luhukay nach dem Schlusspfiff an jenem 17. Mai 2009 zum kicker. Sinkalas Schuss ins Glück rettete den Schwaben gegen den SV Wehen Wiesbaden nicht nur einen halbwegs versöhnlichen Abschied aus dem altehrwürdigen Stadion in der Nähe des Augsburger Hauptbahnhofs. Es sicherte dem FCA, der ab der darauffolgenden Saison in der neuen WWK-Arena einige Kilometer weiter am Stadtrand seine Spiele bestreiten sollte, auch endgültig den Klassenerhalt.

Mit der großen Sport-Bühne hat das Rosenaustadion nur noch wenig zu tun

Augsburgs Rosenaustadion
Es bröckelt: Das Augsburger Rosenaustadion ist in die Jahre gekommen.
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Die Zeiten haben sich seitdem gewandelt: Luhukay ist längst nicht mehr Trainer. Der FCA kämpft auch nicht mehr gegen den Abstieg in der 2. Bundesliga. Inzwischen hat sich der Klub zu einem ernstzunehmenden Bundesligisten gemausert. Von den Spielen gegen Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04, vom Ausflug in die Europa League und dem einen oder anderen Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft bekommt das Rosenaustadion allerdings nichts mehr mit. Während im Süden die Bundesliga alle zwei Wochen Station macht, hat die Arena mit der großen Bühne des Profisports nur noch am Rande zu tun.

Die Rasenheizung: Eine der letzten Modernisierungen

Sie ist die Heimstätte der zweiten Mannschaft der Fuggerstädter, dient als Veranstaltungsort von Leichtathletik- und Schulsportwettkämpfen. Vor wenigen Jahren schaute die erste Mannschaft noch ab und an vorbei, wenn im Winter die Trainingsplätze neben der WWK-Arena vereist waren. Denn das Rosenaustadion hat eine Rasenheizung. Eine der letzten Modernisierungen, die ihm noch vergönnt waren. Inzwischen gibt es auch neben der modernen Bundesliga-Arena entsprechend ausgestattete Übungsplätze. Die Profis kommen nicht mehr.

Deutschland vs. Schweiz in Augsburg
Mit angebauten Tribünen: 1952 spielte die spätere deutsche Weltmeister-Elf, angeführt von Kapitän Fritz Walter, gegen die Schweiz in Augsburg.
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Inzwischen ist das Rosenaustadion mehr und mehr in die Jahre gekommen. Einzelne Tribünenbereiche sind aufgrund der Baufälligkeit gesperrt und offen wird diskutiert, was mit dem einstigen Vorzeigebau passieren soll. Das Architekturmuseum Schwaben sammelte Vorschläge für eine Weiternutzung und präsentiert diese bis Anfang April in einer Ausstellung. Drei Konzepte haben sich mittlerweile herauskristallisiert, wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet. Im Gespräch ist die Errichtung von Mehrfamilienhäusern, die direkt an die Stehränge anschließen sollen. Auch ein Hotel- und Konferenzkomplex mit Hochhaus neben der Haupttribüne wird diskutiert. Denkbar sei nach Ansicht des Komitees, das die Vorschläge ausgearbeitet hat, auch die Eingliederung in eine weitläufige Parkanlage - das Rosenaustadion als "begehbare "Skulptur". Immerhin: Ein Abriss steht nicht zur Debatte.

Die "Augsburger Elf" und Bayerns erster Pokaltitel

Das liegt vor allem daran, dass das Rosenaustadion 2014 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Eingebettet zwischen Hügeln, erbaut auf Trümmern und Schutt des Zweiten Weltkrieges und durch offene Bauweise wollten die Architekten das Stadionäußere Ende der 1940er Jahre ganz bewusst von den einschüchternden Protzbauten der Nazi-Zeit abheben - ähnlich wie das für die Olympische Spiele 1972 erbaute Olympiastadion im 60 Kilometer entfernten München.

DFB-Pokalfinale 1957
Bei Schnee und vor über 40.000 Zuschauern gewinnt der FC Bayern seinen ersten Pokaltitel gegen Düsseldorf in Augsburg.
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Mit der dortigen Arena, die zwei Jahre später auch als Austragungsort des WM-Finals 1974 dienen sollte, verband das Rosenaustadion eine schicksalshafte Beziehung. Durch die Entstehung des Olympiaparks nahm die Bedeutung der Augsburger Anlage als Leichtathletik- und Sportstätte rapide ab. 1957 hatte der FC Bayern noch im Rosenaustadion Station gemacht und vor 44.000 Zuschauer Ende Dezember (!) bei Schneefall Fortuna Düsseldorf im DFB-Pokal-Endspiel mit 1:0 geschlagen und seinen ersten Pokalgewinn eingefahren. Fünf Jahre zuvor hatte Sepp Herberger im November 1952 seine spätere Weltmeisterelf zu formen begonnen, die gegen die Schweiz 5:1 gewann und zwei Jahre später auch deshalb "Augsburger Elf" genannt wurde.

Geteiltes Schicksal mit dem Münchner Olympiastadion

Spätestens seit den 1970er Jahren geriet das Rosenaustadion jedoch mehr und mehr in Vergessenheit. Die DFB-Elf schaute nur noch einmal in den 1980er Jahren vorbei. Endspiele im DFB-Pokal fanden sowieso woanders statt. Wenigstens ein paar Brotkrumen des olympischen Glanzes fielen noch ab. Augsburg durfte wie Regensburg einige Spiele des Fußball-Turniers austragen. Das Olympiastadion hatte dem Rosenaustadion aber letztlich den Rang abgelaufen - ehe der FC Bayern Mitte der 2000er Jahre in die Allianz Arena umzog. Heute, rund 45 Jahre später, ringen beide unter Denkmalschutz stehende Stadien um ihre Daseinsberechtigung.

pau

Stadion am Hermann-Löns-Weg in Solingen
In der Nachspiel-Zeit

In wenigen Monaten ist das Stadion am Hermann-Löns-Weg in Solingen Geschichte. Einst spielte Union hier 14 Jahre lang in der 2. Bundesliga, heute grasen Schafe vor der baufälligen Tribüne, bald werden Häuser errichtet. kicker-Redakteur Patrick Kleinmann hat sich kurz vor dem Abriss noch einmal umgesehen und ein Stück Fußball-Historie dokumentiert.
© Patrick Kleinmann

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zum Thema

Rosenaustadion

Stadionkapazität: 4.038

Vereinsdaten

Vereinsname:FC Augsburg
Gründungsdatum:08.08.1907
Mitglieder:15.000 (01.07.2018)
Vereinsfarben:Rot-Grün-Weiß
Anschrift:Bürgermeister-Ulrich-Str. 90, 86199 Augsburg
Telefon: (0821) 650 40 0
Telefax: (0821) 650 40 589
E-Mail: info@fcaugsburg.de
Internet:http://www.fcaugsburg.de

Vereinsdaten

Vereinsname:FC Augsburg II
Gründungsdatum:08.08.1907
Anschrift:Donauwörther Strasse 170
86154 Augsburg
Telefon: (0821) 45 54 77 24
Internet:http://www.fcaugsburg.de/

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4Bayer 04 Leverkusen47:3344
 
5Eintracht Frankfurt35:3042
 
6RB Leipzig38:3440
 
7TSG Hoffenheim43:3838
 
8FC Augsburg36:3335
 
9Bor. Mönchengladbach33:3935
 
10VfB Stuttgart23:2934
 
11Hertha BSC30:3132
 
12Hannover 9633:3832
 
13Werder Bremen27:3130
 
14SC Freiburg25:4230
 
15VfL Wolfsburg28:3625
 
161. FSV Mainz 0529:4325
 
17Hamburger SV18:4118
 
181. FC Köln25:4917

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