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10.03.2017, 18:25

Neuer Trainer des 1. FC Nürnberg geht optimistisch ans Werk

Köllner: "Das klingt nicht nach letztem Aufgebot"

Verletzungssorgen, Aufstellungsnöte? Von wegen! Der neue Club-Trainer Michael Köllner (47) will vor seinem Debüt gegen Bielefeld von alldem nichts wissen: "Die Qualität ist unverändert hoch - deswegen wird es auch einige enge und damit schwierige Entscheidungen geben." Durch die Ausfälle von Abdelhamid Sabiri, Shawn Parker, Cedric Teuchert, Rurik Gislason und Lucas Hufnagel trifft dies vor allem auf die ausgedünnte Offensiv-Abteilung zu.

Michael Köllner
Der neue Mann beim Club: Michael Köllner.
© imagoZoomansicht

"Ich habe mit Tim Matavz und Mikael Ishak zwei richtige starke 9er. Nicht zu vergessen Dominik Baumann, der Kapitän der U 21. Wenn ich mit einem Stürmer im Zentrum spielen lasse, habe ich drei starke Optionen, das klingt nicht nach letztem Aufgebot", sagt Köllner. Das Ansinnen des neuen Manns auf der Trainerbank ist dabei offensichtlich: Er will die Mannschaft stark reden. Wo sein Vorgänger Alois Schwartz zuletzt auch aufgrund der fehlenden öffentlichen Rückendeckung von Sportvorstand Andreas Bornemann immer wieder den Verkauf des Top-Torjägers Burgstallers oder die Verletztenmisere aufgeführt hat, schwärmt sein Nachfolger geradezu vom Kader.

"Hohe Qualität, gute Typen, starke Spieler" lautet die Kurzfassung dessen, was der selbstbewusste und eloquente Fußballlehrer verkündet. Dass seine Elf am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) gegen Bielefeld mit breiter Brust auftreten wird, ist er sich sicher. Auch weil jeder "genau mit auf dem Weg bekommt, was er zu tun hat". Dies würde zusätzliche Sicherheit verleihen. Klingt plausibel, hat nur einen Haken: Dies impliziert, dass die Club-Elf vorher ohne Plan auf den Rasen geschickt worden sei. Nun ja, es gibt wohl keinen Trainer - vor allem im Profibereich - der seine Spieler ohne Vorgaben auf den Rasen schickt.

Ob dann diese hochtrabend als Matchplan bezeichnete Strategie aufgeht, steht freilich auf einem anderen Blatt. Unter Schwartz war dies zuletzt dreimal in Folge nicht der Fall, andererseits hat der FCN vor den besagten drei Spielen beim 1:1 gegen Braunschweig noch eine der spielerisch besten Leistungen seit langem hingelegt. Die These, dass nur der geschasste Trainer daran schuld sei, dass die Mannschaft jüngst dreimal in allen Belangen derart enttäuscht hat, ist schwer haltbar.

Wieder hungrig?

Wobei, was dieser Tage aus dem Kreis der Mannschaft so alles nach außen dringt, stützt diese These. Bei genauer Betrachtung dürfte sich der eine oder andere zahlende Fan jedoch ein Stück weit veräppelt fühlen. Zum Beispiel, wenn Abwehrchef Georg Margreitter davon berichtet, dass die Mannschaft jetzt wieder hungrig sei. Sollte das nicht die Grundvoraussetzung eines jeden Profisportlers sein, der noch dazu im Ligavergleich ein fürstliches Gehalt einstreicht? Manches kommt einem seltsam bekannt vor. Dass es jetzt wieder Spaß mache, hatte man von Dave Bulthuis bereits im vergangenen Sommer gehört, als René Weiler wenige Wochen zuvor zu RSC Anderlecht gewechselt war.

Michael Köllner
Geht mit Freude ans Werk: Michael Köllner.
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Sehr zur Freude anscheinend des Niederländers, denn der führte einst weiter aus, dass der Club unter Weiler keine Taktik und keinen Plan gehabt habe und er unter Schwartz endlich wieder Fußball spiele. Respekt, ohne Taktik an besser besetzten Teams vorbeizuziehen und am Ende auf Rang drei zu landen, das muss man dem Schweizer erst einmal nachmachen. Ganz so schlecht kann Bulthuis aber Weiler gar nicht gefunden haben, sonst hätte er wohl kaum bei ihm nachgefragt, ob er für ihn nicht Verwendung bei Anderlecht hätte? Der Schweizer sagte damals übrigens "Nein".

"Deswegen gibt es ja Trainerwechsel"

Doch zurück ins Hier und Jetzt. Dass eine neue Ansprache und neue Trainingsimpulse einer Mannschaft wieder auf die Sprünge helfen können, soll gar nicht in Abrede gestellt werden. "Deswegen gibt es ja Trainerwechsel", führt Köllner zu Recht an. Und dass er mit seiner offenen Art eine Mannschaft begeistern kann, steht ebenso außer Frage wie der Umstand, dass die Club-Elf über genügend Qualität verfügt, die angeschlagenen Bielefelder zu bezwingen. Was der Trainerwechsel unterm Strich bewirkt, ob er richtig oder falsch war, oder ob nicht doch die Kaderzusammenstellung keine gute war, all dies wird sich erst in ein paar Wochen zeigen.

Dem Sonntag sieht der Debütant mit großem Optimismus entgegen - und ohne jede Nervosität. "Am letzten Wochenende vor dem Spiel der U 21 gegen Seligenporten war ich richtig angespannt. Wenn wir das verloren hätten, wäre es für die extrem junge Mannschaft vielleicht noch mal eng geworden. (die U 21 gewann das Regionalliga-Duell mit 1:0; Anm.d.Red.). Im Vergleich dazu bin ich jetzt richtig ruhig", sagt Köllner vor seinem Debüt, dass es vielleicht gar nicht gegeben hätte.

Aus drei unterschiedlichen Quellen liegt dem kicker die Info vor, dass der neue Auer Trainer Domenico Tedesco auch ein Angebot vom Club bekommen hätte - allerdings zu einem Zeitpunkt, als er den Erzgebirglern bereits zugesagt hatte. Sportvorstand Andreas Bornemann bestreitet dies vehement.

Chris Biechele

 
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  Georgien
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