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08.01.2017, 17:08

Wieder geht ein Stuttgarter Talent

Warum der VfB Besuschkow ziehen lässt

In den sozialen Medien schlagen die Wellen hoch. Mit Max Besuschkow lässt der VfB Stuttgart wieder ein Talent aus dem eigenen Unterbau ziehen. Der U-19-Nationalspieler spielt künftig für Eintracht Frankfurt. Die Fans sind verärgert und fürchten, dass der Jungprofi dort einschlägt. Hannes Wolf verteidigt die Entscheidung und erklärt die Beweggründe.

Max Besuschkow
Seinen Wechsel verstehen viele VfB-Fans nicht: Max Besuschkow.
© imagoZoomansicht

Bei diesen Namen wird den Anhängern warm ums Herz: Sami Khedira, Mario Gomez, Bernd Leno oder Joshua Kimmich - nur vier aus einer Vielzahl früherer Stuttgarter Talente, die in der Fremde zu Stars wurden und denen die schwäbischen Fans mehr als eine Träne nachweinen. Alle beim Traditionsklub ausgebildet, alle weg. Dass jetzt mit Besuschkow das nächste Eigengewächs vom Hof ging, verärgert viele. Schließlich hing dem offensiven Mittelfeldspieler das Prädikat Ausnahmetalent um den Hals.

In diesem Sommer sollte er endgültig zu den Profis stoßen und dort zu Bundesligareife gebracht werden. Daraus wird nichts. Diesen Schritt will der 19-Jährige in Frankfurt machen, die Eintracht investierte rund 100.000 Euro. Auf den ersten Blick ein Klacks, aus dem je nach Einsätzen und Erfolgen sowie durch Beteiligungen beim Weiterverkauf am Ende durchaus noch ein halbwegs lukratives Geschäft werden könnte.

Großes fußballerisches Potenzial, aber auch mangelndes Tempo

Die Verantwortlichen sind sich der Tragweite ihrer Entscheidung durchaus bewusst. Sie wissen um das Echo, das ihnen in den Ohren klingen wird, sollte aus dem Jungstar ein echter Star werden. Die Freigabe für den Spieler, der im Sommer nach seiner Rückkehr von der U-19-Europameisterschaft entgegen aller Planungen statt bei den Profis beim VfB II landete, wurde unter Abwägung aller Vor- und Nachteile getroffen. Am Ende zum Wohle des Spielers, dem großes fußballerisches Potenzial, aber auch mangelndes Tempo nachgesagt wird.

"Ich kenne Max schon lange und schätze ihn sehr", erzählt Trainer Wolf. "Aber in der Art, wie und auf welcher Position er spielt, hat es in diesem Moment nicht gepasst." Der 35-jährige Trainer, der den Weg Besuschkows allein schon durch seine Tätigkeit in der U 19 von Borussia Dortmund ziemlich genau verfolgt hat, will der weiteren Entwicklung des Spielers nicht im Weg stehen.

"Die Problematik lag am Spielertyp"

Es wäre ein Leichtes gewesen, die Freigabe aus dessen bis 2018 datierten Kontrakt zu verweigern, Besuschkow beim VfB II in der Regionalliga zu parken und bei Bedarf doch noch hochzuziehen. Wolf und Sportvorstand Jan Schindelmeiser entschieden anders. "Die Problematik lag am Spielertyp", meint Wolf. "Er ist vom Typ her zu ähnlich zu anderen Spielern, die wir schon haben. Ab einem bestimmten Punkt macht es keinen Sinn, noch einen solchen Spielertypen in den Kader zu packen. Dadurch haben sich für ihn die Türen zum Profikader nicht geöffnet. Und dann kam sein Wechselwunsch..."

Dem nach kurzen Beratungen zugestimmt wurde. Oberflächlich gesehen vielleicht ein Fehler. Genau betrachtet ein Transfer der Fairness. Die Zukunft wird es zeigen, wessen Sichtweise am Ende mehr Liebhaber findet.

George Moissidis

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© imago/picture alliance (2)

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3 Leserkommentare

Ostfriesen-baer
Beitrag melden
09.01.2017 | 16:54

nicht nachvollziehbar

Für mich nicht nachvollziehbar, so ein Toptalent ziehen zu lassen. Das werden sie bereuen, da bin ich [...]
passiggi
Beitrag melden
09.01.2017 | 16:54

Besuschkow-Verkauf

In meinen Augen ist der Verkauf von Besuschkow ein weiterer Fehler, was die eigenen jungen Talente angeht. [...]
boehni84
Beitrag melden
09.01.2017 | 12:12

Vergleich hinkt

Der Vergleich mit Gomez oder Khedira hinkt gewaltig. Beide waren schon Stars, als sie den VfB verlassen [...]

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zum Thema

weitere Infos zu Besuschkow

Vorname:Max
Nachname:Besuschkow
Nation: Deutschland
Verein:R. Union St. Gilloise
Geboren am:31.05.1997


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